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Lebensraum gesucht

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Von: red Redaktion

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Begutachten die neuen Raine (v. l.): Claudia Geier (Stadt Reichelsheim), Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst, Franka Hensen (Naturschutzfonds) und Landwirt Gerhard Rack. © pv

Wetteraukreis (red). Wegen ihrer fruchtbaren Böden ist die Wetterau eine stark ackerbaulich geprägte Landschaft. Heimische Arten haben es dadurch oft schwer, einen geeigneten Lebensraum mit ausreichend Futter-, Rast- und Brutmöglichkeiten zu finden. Mittlerweile oft gefährdete Arten wie Rebhuhn, Grauammer, Feldhamster und Co. sind darauf aber angewiesen.

Für mehr Biodiversität in der Kulturlandschaft setzt sich der Naturschutzfonds Wetterau mit verschiedenen Akteuren ein. »Die Stadt Reichelsheim geht als ein Vorbild voran«, lobt der Kreis in einer Pressemitteilung.

Im Zuge des Feld-Flur-Projektes »Blühende Bänder« hat der Naturschutzfonds Wetterau in den vergangenen Jahren bereits einige Blühflächen auf Wegen und Rainen angelegt. Ein Schwerpunkt lag dabei im Stadtgebiet von Reichelsheim.

Bei der Anlage wird ausschließlich Regio-Saatgut verwendet, weil Insekten und besonders Wildbienen auf diese heimischen Wildblumen angewiesen sind. »Im Anschluss ist Geduld gefragt, weil die vielen Wildblumen-Arten etwas länger zur Keimung benötigen als viele schnellwüchsige Unkräuter«, berichtet Landrat Jan Weckler (CDU), der auch Vorsitzender des Naturschutzfonds Wetterau ist. »Auch wenn sich diese zuerst zeigen, heißt das nicht, dass die Ansaat schiefgegangen ist.«

Daher sei ein angepasstes Pflegekonzept für die Weiterentwicklung der blütenreichen Wege und Raine auch vor dem Hintergrund einer möglichen Ausbreitung unerwünschter Arten auf angrenzende Ackerflächen unabdingbar. Diese Entwicklung ließ sich kürzlich an einer Rain-Fläche im Reichelsheimer Gebiet verfolgen. Kurz nach der Ansaat im Frühjahr 2021 durch den Landwirt Gerhard Rack zeigten sich zuerst fast nur unerwünschte Arten. Nach den empfohlenen Pflegedurchgängen wechselte sich das Bild in diesem Jahr erheblich.

»Es ist toll, zu sehen, wie sich die Ansaatflächen von einem lückigen Bewuchs zu einem Meer aus Blüten verschiedenster heimischer Pflanzen entwickelt haben«, berichtet Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst (SPD). Ohne die Landwirte vor Ort, die häufig die Anlage und Pflege übernähmen, wäre das nicht möglich gewesen.

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