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Licht und Hoffnung

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Von: red Redaktion

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Das Frauenteam, das für die Gestaltung verantwortlich war. Von links hinten: Monika Bress, Heide Weitbrecht-Schubert, Elli Beierle-Henninghausen, Christel Zimmermann, Proskovia Viehl, Christina Reichenbacher, Bärbel Wilhelm, Katja Hartmann und Anne Heun. Vorne: Pfarrerin Silvia Heuermann, Susanne Mockenhaupt, Martina Lemmermann, Jacqueline Betschart und Petra Alles. © pv

Schotten (red). Eine weltweite Gemeinschaft von Frauen - das spiegelte auch der abendliche Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Liebfrauenkirche. 50 Teilnehmende waren gekommen. Ein ökumenisches Vorbereitungsteam mit 14 Frauen aus evangelischen und katholischen Kirchengemeinden wie auch aus der Stadtmission hatten ihn gestaltet. Den solistischen Gesang begleitete Dekanatskantor Kiwon Lee (Klavier)

Die Liturgie unter dem Motto »Zukunftsplan Hoffnung« stammte von Frauen aus England, Wales und Nordirland. Als greifbares Symbol hatten in Schotten Birgit Wilhelm und Ulrike Lotz Gläser als einfache Windlichter vorbereitet, Streichholzschachteln mit Regenbögen bemalt, die an der Tür allen Teilnehmenden gegeben wurden.

Licht und Hoffnung standen auch im Mittelpunkt der Liedtexte, die zum Teil auf traditionelle Melodien wie dem alten Tanzlied »Greensleeves« gesungen wurden. In der Landesinformation bildete sich die multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft Großbritanniens ab, aber auch die Vielfalt des Naturraums.

Die Bibellesung erinnerte an die babylonische Gefangenschaft der Juden - zugleich ein Spiegelbild für Menschen anderer Epochen, die Krieg, Unterdrückung, Armut aus ihrer angestammten Heimat vertrieben haben. Was ist im Bibeltext die Botschaft an die Verschleppten in ihrer unfreiwilligen »neuen Heimat«? Die Verbannungszeit schlecht und recht aussitzen oder am Leben des Gastlandes teilnehmen? In einem Rollenspiel stellten Elli Beierle-Henninghausen, Heidi Weitbrecht-Schubert und Christel Zimmermann die unterschiedlichen Positionen dar bis hin zum Gotteswort: »Seid um das Wohl der Stadt, in die ich euch verbannt habe, besorgt.« Verantwortung für das Wohl der Gemeinschaft - eine Botschaft, die für alle Zeiten gilt und bis heute ihre Aktualität nicht verloren hat. Immer wieder leuchteten Kerzen auf, immer wieder wurde gemeinsam »Gott, unsere Mutter und unser Vater, wir zünden eine Kerze der Hoffnung an« gesprochen, von den britischen Gastgeberinnen als Schritt zu einem umfassenden Gottesverständnis formuliert. Sieben Kerzen erstrahlten am Ende des Gottesdienstes in den Farben des Regenbogens, als Hoffnungssymbol.

Anschaulich in die Lebenswirklichkeit des Gastgeberlandes führten die Kurzbiografien in der Liturgie. So übernahmen auch hier Sprecherinnen die Rolle der verarmten Lina, die mit ihrer Familie in der Kirchengemeinde eine neue Glaubens- und Solidargemeinschaft gefunden hat. Natalie lebte in einer Gewaltbeziehung, wurde gedemütigt und misshandelt und konnte sich daraus befreien.

Emily erkrankte als junge Frau an einem Gehirntumor, verlor ihr Gehör, alle ihre beruflichen Pläne wurden zunichte und sie musste mühsam eine neue Lebensperspektive suchen. Die Kollekte ging an die vielen Weltgebetstagsprojekte, die Frauen und Kinder stärken und das Weltgebetstagsmotto »Informiert beten - betend Handeln« konkret werden lassen.

Noch ließ die Pandemie es nicht zu, dass wie in früheren Jahren sich ein Beisammensein mit Bewirtung an den Gottesdienst anschloss. Doch der Besuch zeigte, wie groß das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist. Am Ende leuchteten die ausgeteilten Kerzen für die Hoffnung auf Frieden.

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