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Licht und Schatten

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Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring und Kreisbrandmeister Jens Christiansen gratulieren mit Stadtbrandinspektor Willibald Goldbach und dessen Stellvertretern Christian Zahn und Nicolai Lotz (obere Reihe) Otfried Hacker, Bernhard Flemming und Walter Schauermann sowie Erhard Zahn zu ihren Ehrungen. © Oliver Potengowski

Ortenberg (ten). Erstmals seit 2019 trafen sich Ortenbergs Feuerwehren wieder zur Jahreshauptversammlung in weitgehend gewohntem Rahmen. Trotz der besonderen Bedingungen, unter denen die Einsatzabteilungen seit zwei Jahren arbeiten mussten, zog man ein weitgehend positives Fazit. Einzig der 2. Katastrophenschutz-Löschzug benötigt dringend Verstärkung.

Dieser Personalmangel steht im Gegensatz zur Mitgliederentwicklung der Einsatzabteilungen. Diese wuchsen von 186 Mitgliedern Ende 2018 auf 203 zum 31. Dezember 2021. Dabei stellt Bleichenbach mit 41 Feuerwehrleuten vor Bergheim (26) die stärkste Einsatzabteilung. Fast alle Staddteilwehren verzeichnten aber teils sehr starke Zuwächse.

Wachsende Einsatzabteilungen

Dass die Einsatzabteilungen wachsen müssen, verdeutlichte Stadtbrandinspektor (SBI) Willibald Goldbach. 2021 waren mit 180 Einsätzen 50 Prozent mehr als 2019 und fast doppelt so viele Einsätze wie 2020 (68) zu bewältigen. »Die hohe Zahl ist auch dem 29. Januar letzten Jahres eschuldet«, so Goldbach. Das Hochwasser sorgte vor allem in Bleichenbach und Ortenberg für viele Einsätze. Dementsprechend überwiegen in der Statistik die 155 Hilfeleistungen, davon 114 Hochwassereinsätze, von denen man wiederum einige beim Ahrhochwasser leistete. Es gab 25 Brandeinsätze, die größten waren vier Mittelbrände unter anderem in einem Wohnhaus in Bergheim und dem leerstehenden Hotel in Lißberg.

Goldbach verwies darauf, dass man vergangenes Jahr auch die Aus- und Weiterbildung wieder verstärkte, die durch die Pandemie zuvor stark eingeschränkt war. In Ortenberg gab es 208 Ausbildungs- und Übungsveranstaltungen. 48 Feuerwehrleute besuchten Lehrgänge und Weiterbildungen. »Das ist für die kurze Zeit, in der das möglich war, eine erstaunliche Zahl.« Marcel Löwer und Florian Steiper beförderte man zu Löschmeistern, Sabrina Luft zur Löschmeisterin und Nicolai Lotz zum Hauptbrandmeister.

Löwer berichtete als Stadtjugendfeuerwehrwart, dass die Nachwuchslage trotz schwieriger Bedingungen in der Pandemie gut ist. Derzeit gebe es in sieben Jugendwehren 74 Mitglieder, 24 Mädchen und 50 Jungen. Zwei Jugendliche übernahm man in die Einsatzabteilungen. Vier Austritten stehen sechs Übernahmen aus den Kindergruppen und zwei Neuaufnahmen gegenüber.

Löwer betonte, dass die Jugendwehren weiter engagiert Mitglieder werben müssen. Ein Faktor seien hier die vier Kinderwehren in Ortenberg, Bleichenbach, Usenborn und Eckartsborn mit 60 Mitgliedern. Gerade bei den Sechs- bis Zehnjährigen sei es schwer gewesen, unter Corona-Bedingungen attraktive Angebote zu machen. Dennoch standen 22 Neueintritten nur sechs Austritte gegenüber.

Diese positive Entwicklung konnte auch Julien Zahn für den GABC-Dekontaminationszug weitgehend bestätigen. Dieser besteht aus 38 Feuerwehrleuten. Zwei Abgängen stand ein Zugang gegenüber. Zahn forderte die Mitglieder der Einsatzabteilungen auf, sich auch im GABC-Dekon-Zug zu engagieren.

Helfer gesucht für Katastrophenschutz

Den gleichen Appell richtete Heiko Oertel für den 2. Katastrophenschutz-Löschzug (2. LZ) wesentlich dringlicher an die Versammlung. Er berichtete, dass auch wegen der Corona-Bedingungen 2021 nur drei Übungen stattfanden. Der Übungsbetrieb sei immer noch beeinträchtigt, da sich der Zug aus Mitgliedern mehrerer Stadtteile zusammensetze, man gemeinsame Übungen mehrerer Wehren aber immer noch vermeide. Zu den drei Übungen, so Oertel, gab es nur von acht Feuerwehrleuten eine Rückmeldung, die Sollstärke liege aber bei 23 Einsatz- und Führungskräften. Als Ursachen sieht Oertel einerseits das Ende der Wehrpflicht mit der Möglichkeit, sich auf zehn Jahre als Ersatz im Katastrophenschutz zu verpflichten, und den Wegfall zweier Fahrzeuge, durch den der 2. LZ auch Mitglieder verloren habe. Er mahnte, dass die Hochwasser-Katastrophen 2021 die Notwendigkeit eines gut aufgestellten Katastrophenschutzes gezeigt hätten. Der Bund wolle verstärkt in Ausrüstung investieren. »Die Chancen einer dauerhaft unterbesetzten Einheit, hier etwas zu bekommen, sind aber eher gering.«

Kreisbrandmeister Jens Christiansen erinnerte in seinem Grußwort daran, wie stark die Pandemie Einsätze und Übungsbetrieb in den letzten beiden Jahren prägten. Dabei half die moderne Kommunikationstechnik, die Aufgaben zu bewältigen. Auch Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring stellte fest, dass sich die Pandemie immer noch auswirke. Sie lobte die Organisation der Veranstaltung und die bebilderte Präsentation. Dadurch werde man an die schwierigen Einsätze des vergangenen Jahres erinnert, aber auch daran, dass die Bürger durch die Feuerwehren gut geschützt seien. »Es muss immer wieder investiert werden in Feuerwehren und Katastrophenschutz, dann können wir in unserer Region gut und sicher leben«, so ihr Fazit.

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