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Lob für Engagement

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Von: red Redaktion

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Die Besucher der Schottener SPD (von links): der stellvertretende Fraktionsvorsitzender Julian Zimmer, Bürgermeisterin Susanne Schaab, Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget, Stadtverordnete Jutta Oesterling, Parteivorsitzender Ronny Mohr, Vereinsvorsitzende Jutta Kneißel und Vereinskassierer Dr. Andreas Drinkuth. © pv

Schotten (der). Das Heimatmuseum in Schotten, das über einen langen Zeitraum hinweg saniert worden ist und erst seit vergangenem Jahr wieder geöffnet hat, entwickelt sich mehr und mehr zu einem besonderen Haus.

Mitglieder des SPD-Vorstandes, der Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung und Bürgermeisterin Susanne Schaab besuchten haben jetzt das Heimatmuseum besucht. Jutta Kneißel, die erste Vorsitzende des Vogelsberger Kultur- und Geschichtsvereins führte ihre Gäste durch die bis jetzt gestalteten Ausstellungsräume, die seit vergangenem Sommer wieder zugänglich sind. »Wir brauchten ein Alleinstellungsmerkmal. Deshalb heißt unser museales Konzept: ›Im Haus des Staatsrats Weber‹.«, erklärte Kneißel e .

Karl Weber hatte Ende des 19. Jahrhunderts Ida Pröscher, Tochter einer wohlhabenden Schottener Wintermetzger-Familie, geheiratet und den stattlichen Fachwerkbau von 1816 im Jahre 1906 im Inneren mit Elementen des Jugendstils umbauen lassen. Als ihre beiden Söhne im Ersten Weltkrieg fielen, verfügten sie 1917, dass das Haus ein Museum werden soll. Die Ausstellung berichtet über das berufliche und politische Wirken von Karl Weber und dem damals oft kargen Leben in der Vogelsbergregion. Unter anderem hat Weber die Forstschule mit begründet, sich um eine Reform der Landwirtschaft bemüht und sich für den Fremdenverkehr eingesetzt. Gezeigt wird auch die dunkle Seite der deutschen Geschichte, wie die von den Nazis veranstaltete Sonnenwendfeier 1932 auf dem Hoherodskopf. 40 000 Menschen kamen, um Hitler und Göring zuzujubeln.

Allerdings ist das gesamte museale Konzept noch nicht vollendet. Demnächst werden zwei weitere Räume zur Stadtgeschichte Schottens eröffnet und Jutta Kneißel hofft, dass der »MSC-Raum« zum »Schottenring Historic Grand Prix« im August wenigstens teilweise eingerichtet ist. Installiert werden mehrere Videostationen, wo man dann alte Filme über historische Rennen auf dem Schottenring sehen kann.

Eigener Raum für Falkner-Marionetten

Und dann gebe es noch die wunderschönen, vom Schottener Künstler Friedrich Falkner geschnitzten Puppen. Diese Marionetten sollen ebenfalls einen eigenen Raum bekommen. Der Raum über die Schottener Wintermetzger werde ebenfalls wieder hergerichtet.

Erarbeitet wird aber auch ein kulturelles Konzept, so Kneißel, um »Leben ins Museum zu bekommen«. Im vergangenen Jahr gab es bereits mehrere Veranstaltungen mit und für Kinder wie Bastelnachmittage und Puppenspieler-Aufführungen oder eine literarisch-musikalische Veranstaltung wie jüngst die Matinee »Indiskret«. Gelesen wurde aus Briefen und Tagebüchern verfolgter Frauen unter dem Naziregime, umrahmt von klassischer Musik.

Die Besucher zeigten sich von der sehenswerten Ausstellung im Museum und den kulturellen Aktivitäten beeindruckt. Vor allem auch vom Engagement des Vogelberger Kultur- und Geschichtsvereins, der das Museum ehrenamtlich betreibt und eifrig um Spenden für die weitere museale Gestaltung wirbt.

Obwohl das Museum vom hessischen Museumsverband viele Zuschüsse erhalten hat, muss der Verein 40 Prozent der musealen Investitionen gegenfinanzieren. Jutta Kneißel bedankte sich herzlich bei den politischen Mandatsträgern der SPD, die mit dafür gesorgt hätten, dass die Stadt Schotten den laufenden Unterhalt des Museums finanziert und so dessen Bestand sichere. Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget lobte insbesondere Vorsitzende Jutta Kneißel, die unermüdlich auf der Suche nach Fördertöpfen sei, um einerseits hohe museale Qualität zu bieten und letztlich den städtischen Unterstützungsbedarf in Grenzen zu halten.

Der Besuch endete mit dem Hinweis auf die Internetseite www.heimatmuseum-schotten.de. Sie bietet einen Vorgeschmack auf die Einblicke in die Geschichte Schottens und der Region, die das neu gestaltete Museum ermöglicht.

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