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Märchenhafte Schulstunde

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Von: red Redaktion

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Spannend und mitreißend erzählt Waltraud Kleinau-Ritter die Märchen der Brüder Grimm und fesselt damit ihr Altenstädter Schulpublikum. © pv

Altenstadt (red). Man hätte die berühmte Nadel fallen hören können, so gebannt hörten die Fünftklässler zu, als die routinierte Erzählerin Waltraud Kleinau-Ritter in den Räumen der Altenstädter Limesschule ihre Märchen vortrug. Auch mehr als 250 Jahre nach der Erstveröffentlichung üben die Märchen des berühmten Brüderpaars Jacob und Wilhelm Grimm immer noch eine große Faszination auf Kinder aus, ganz besonders, wenn sie lebendig erzählt werden.

Und das kann Kleinau-Ritter: Mit Gesten untermalt, mal mit lauter, mal mit leiser Stimme, mit unterschiedlichen Stimmen und Variationen im Erzähltempo gelang es der 53-Jährigen schnell, den Märchenzauber auch auf die sonst eher an technisch-moderne Wahrnehmungsformen gewöhnten Kinder überspringen zu lassen. »Mir macht es Spaß zu erzählen«, erläuterte Kleinau-Ritter ihre Motivation, in Altenstadt zu sprechen.

Dramatik durch Varianz der Stimme

Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Volks- und Kunstmärchen hob die 53-Jährige ihre Stimme und begann mit dem Märchen vom »Wasser des Lebens«. Mit großer Varianz in Stimmlage und Sprachmelodie erzählte sie von der Suche nach einem gesund machenden Wasser, einem Heiratsversprechen und den Schandtaten neidischer Brüder. Die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer schauten fasziniert auf die Erzählerin, die die Dramatik des Märchens mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln transportierte. Manchmal lachten sie, manchmal hielten sie vor Aufregung die Luft an. Hier und da band der Profi im Märchenerzählen die Schülerinnen und Schüler auch mit ein und ließ sie Teil des Märchens sein. Entsprechend begeistert fiel das Feedback aus. »Mir hat gefallen, dass sie sehr sympathisch und nett war. Sie hat anschaulich und mit vielen Gesten erzählt, sodass man als Zuhörer in das Märchen hineingezogen wurde«, meinte ein Mädchen. Auch ihr Mitschüler war vom Vortrag und der Auswahl des Märchens begeistert. Über eines staunte der Elfjährige aber: »Ich habe gedacht, dass sie aus einem Buch vorliest. Dabei hat sie alles auswendig erzählt.« Auf diese Feststellung legt Kleinau-Ritter großen Wert. »Das ist ja das Besondere, zu erzählen und gleichzeitig in die Gesichter der Zuhörer zu sehen. Das macht den Zauber aus«, verriet die Wortkünstlerin ihr Konzept.

Tradition in der Adventszeit

Schon seit vielen Jahren kommt Waltraud Kleinau-Ritter im Advent nach Altenstadt, um Kindern die Wirkung von Märchen und deren Bedeutung näherzubringen. »Das hat bei uns schon Tradition«, erläuterte Tanja Schäfer-Auth, die als Deutschlehrerin an der Schule den Besuch der Märchenerzählerin jährlich organisiert. Darüber hinaus kämen regelmäßig weitere Experten in die Schule. »Wir legen großen Wert darauf, Institutionen von außen in unseren Unterricht einzubinden«, so Schäfer-Auth. »Dabei lernen die Schüler ganz nebenbei, dass es sich durchaus lohnen kann, solche Veranstaltungen auch außerhalb der Schule zu besuchen.«

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