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Mal nachdenklich, mal unbeschwert

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Bad Vilbel/Karben (nma). Zum ersten Mal war der Poetry Slam Wetterau in der Alten Mühle in Bad Vilbel zu Gast. Sechs junge Menschen präsentierten hier ihre Texte und Gedichte, das Vilbeler Publikum durfte bewerten. Wie gewohnt ging es auf der Bühne mal nachdenklich, mal unbeschwert zu. Den Zuschauern hat es definitiv gefallen. Wie gewohnt präsentiert Dominik Rinkart den Poetry Slam Wetterau souverän auf der Bühne.

Der Karbener und ehemalige Redakteur gibt dem Vilbeler Publikum einen Überblick über die Regeln: »Die Texte müssen selbst geschrieben sein, es dürfen keine Requisiten verwendet werden und das Zeitlimit liegt bei etwa sechs bis sieben Minuten.«

Die Zuschauer erhalten Punktetafeln zur Bewertung, denn am Ende des Abends gewinnt einer oder eine den Poetry Slam. Bevor es losgeht, betont Rinkart: »Es ist eine schwierige Zeit und auch schwierig, gute Laune zu haben. Aber jeder von euch wird wissen, warum er oder sie heute hier ist«, sagt er. An diesem Abend könne man die Freiheit ein Stück weit verteidigen, indem man sie gemeinsam zelebriert, meint Rinkart.

Julia Zimmermann aus Frankfurt ist die erste und geht gleich in die Vollen: Mit ihrem Text »Ein Baby namens Klimawandel« vergleicht sie den Klimawandel mit einem Kleinkind. »Ein ziemlicher Wonneproppen. Als Baby konnten wir ihn gut ignorieren, jetzt ist er schwer zu übersehen«, trägt sie vor. Artem Zolotarov steht als nächster auf der Bühne. Er umreißt dynamisch kurze Bilder aus seinem Leben und fasst Erinnerungen aus verschiedensten Lebensabschnitten in Sprache. Der junge Ukrainer trägt einen Teil seines Textes in seiner Muttersprache vor: Russisch.

Lenny Felling ist wie Artem Zolotarov aus Mainz nach Bad Vilbel gefahren und weist das Publikum darauf hin, dass sich der bis zu dieser Stelle sehr nachdenkliche Abend mit seinem Beitrag verändern werde: »Jetzt kommt Bullshit«, kündigt er an und gibt zur Einstimmung Lebenstipps für Außenseiter: »Du bist auf einer langweiligen Party, kennst niemanden und die Musik ist auch Mist? Dann geh nach Hause.« Thorsten Zeller aus Friedberg, hat scheinbar ein Buch über Musiktheorie gewälzt hat, um in einem Gedicht zahllose musikalische Begriffe kreativ zu verarbeiten. Aylin Schneider aus Frankfurt schlägt wieder einen philosophischeren Ton an. »Wie werde ich mein wahres Ich, mein bestes Ich? Ein Buch mit 1000 Seiten, unendlich vielen Möglichkeiten«, sagt sie.

Philosophisch-lyrisch ist die Lea Weber aus Karben unterwegs. »Wir viele Wege bist du gegangen und wie oft kamst du in Rom an?«. Es ist eine äußerst knappe Entscheidung. Thorsten Zeller, Lea Weber und Artem Zolotarov schaffen es in das Finale. Per Applauslautstärke werden mit Zeller und Zolotarov der Dritt- und Zweitplatzierte ermittelt. Übrig bleibt Lea Weber, die den ersten Wetterauer Poetry Slam in der Alten Mühle für sich entscheidet.

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