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Mehr Qualität bei Ausstellern

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rueg_Ortenberg_Leistungs_4c_1 © Oliver Potengowski

Ortenberg (ten). Die Leistungsschau im Markt- und Messezelt und auf den umliegenden Freiflächen ist ein Kernbestandteil des Kalten Marktes. Dass das Interesse der Aussteller seit der Corona-Pandemie zurück gegangen ist, zeigt sich objektiv nicht als Nachteil. Denn die Qualität der Angebote ist tendenziell gestiegen. Allerdings sind auch Traditionsaussteller verschwunden.

Nur noch ein statt zuvor zwei Messezelte wird inzwischen neben dem Festzelt aufgebaut. Die Zahl der Aussteller ist durch die Corona-Pandemie, Lieferprobleme und auch Personalmangel, um einen Stand während fünf Tagen Kalter Markt besetzen zu können, deutlich kleiner geworden.

Vermisst wird von den Besuchern unter anderem ein Hersteller von hochwertigen Fertigsuppen und Saucen, der einen Stammplatz direkt am Eingang eines der beiden Zelte hatte.

Die Reduzierung der Ausstellungsfläche hat jedoch eine höhere Qualität der Angebote bewirkt. Einige kleinere Händler, mit manchmal etwas unstrukturierten Ständen sind nicht mehr zu finden. Geblieben sind dagegen Stammhändler wie die Firma Goßmann, die mit Kaminöfen und Holzherden von Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring und Stadtverordnetenvorsteherin Ute Arendt-Söhngen für 40 Jahre Marktteilnahme geehrt wurde.

Zusammen mit anderen Stammausstellern wie den beiden Weinhändlern oder den angestammten Anbietern von Produkten zur Ausstattung und Renovierung des Eigenheims beweisen sie, dass Qualität das beste Rezept gegen sinkende Nachfrage, Krisen und auch Konkurrenz aus dem Internet ist. »Seit drei Jahren steigt die Nachfrage jedes Jahr mehr«, stellt Thorben Wagner von der Firma Goßmann fest.

Viel Interesse an Erneuerbaren

Das liegt nicht zuletzt auch am wachsenden Interesse für regenerative Energien und regionale Produkte. So nehmen Angebote zum Energiesparen von der Ovag oder der Energieagentur aber auch Solaranlagen einen wachsenden Teil des Messezeltes ein. Für Elektromobilität steht die Firma Krah und Enders, die den neuen BMW i5 zeigt. Die monatliche Leasingrate und der Kaufpreis bestärken allerdings das Vorurteil, dass Elektromobilität derzeit nur mit entsprechend hohem Einkommen finanzierbar sei.

Pfeiffer-Pantring hob bei dem Rundgang durch das Zelt und über das Freigelände auch die Firma Weitz hervor, die mit ihren hochwertigen Toren und Türen am Kalten Markt gewissermaßen ein Heimspiel hat. Doch nicht nur die örtliche Nähe ist für das Ortenberger Unternehmen ein Grund, regelmäßig auf dem Traditionsfest auszustellen.

Denn der Määrt ist auch eine wichtige Möglichkeit, Kundenkontakte zu knüpfen, aus denen sich erst später Aufträge ergeben.

Drei Ortenberger Teilnehmer des Rundgangs hatten eine deutlich weitere Anreise als die anderen. Dietmar Harber, Richard Herp und Bruno Hilberer waren aus der badischen Partnerstadt zu Besuch gekommen. Sie lobten die Größe von Kaltem Markt und Leistungsschau.

Pfeiffer-Pantring fand im Gegenzug anerkennende Worte für die Feste der badischen Ortenberger, wo schon am frühen Morgen Sekt getrunken wird »Das könnten wir am Kalten Markt auch noch überlegen, so ein richtiges Sektfrühstück zu veranstalten«, dachte sie über die Begründung neuer Angebote für eine älter werdende Bevölkerung nach. »Wir kennen schließlich alle die senile Bettflucht.«

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rueg_Ortenberg_Leistungs_4c © Oliver Potengowski

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