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Michelnau: Kran-Sanierung kommt ins Fernsehen

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Ungebrochen ist die Begeisterung beim Tag des offenen Denkmals im Steinbruch in Michelnau. Besonders hat es den Besuchern die Erläuterungen und Vorführungen beim Holz-Derrick-Kran angetan. © Erich Engel

Über eine große Resonanz zum Tag des offenen Denkmals freuten sich die Freunde des Steinbruchs Michelnau. Die Sanierung des Derrick-Krans kommt zudem als Doku ins Hessen-Fernsehen.

Michelnau (een). Als bedeutendes Industriedenkmal hat sich der Steinbruch Michelnau schon lange einen Namen gemacht. Maßgeblichen Anteil daran tragen die Freunde des Steinbruchs, ein rühriger Verein, der das Gelände als Denkmal der Industriekultur ausbauen und als Geo- und Biotop erhalten will. Herzstück ist der wohl größte in Deutschland verbliebene Holz-Derrick-Kran, über dessen Restaurierung es nun eine Dokumentation im Hessischen Rundfunk geben wird. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher zog es daher zum Tag des offenen Denkmals in den Steinbruch.

2013 weihte man den Kran vor großem Publikum ein. Die vorausgegangene Sanierung hielt Vorsitzender Lothar Noll detailliert in Videoaufnahmen fest. Das sechsstündige Filmmaterial schnitt Thomas Linz, bekannter Filmemacher aus Bad Salzhausen, zu einer 30-minütigen Dokumentation zusammen. Diese ist am Samstag, 17. September, um 18.15 Uhr im Hessen-Fernsehen unter dem Titel »Ein Kran für Michelnau« zu sehen.

Rückkehr aus dem Dornröschenschlaf

Nachdem die Stadt Nidda das Steinbruchgelände aus der Konkursmasse des Vorbesitzers erwarben, gründeten sich vor zwölf Jahren die Freunde des Steinbruchs Michelnau. Rund 20 Jahre hatte der Bruch seit Einstellen des Abbaus stillgelegen, und die Natur eroberte sich ihr Terrain zurück. Man begann also zunächst mit einer umfangreichen »Entbuschung«. Die vielen Helfer staunten nicht schlecht, als sie dabei einen unter Brombeersträuchern versteckten Lastwagen entdeckten, der bis heute Zeugnis von seiner früheren Aufgabe gibt. Die Sägehalle erhielt aus Sicherheitsgründen ein vollkommen neues Dach, und auch dem Windenhaus stand eine umfangreiche Sanierung bevor. Die Technik glich eher einem Schrottplatz und nur ganz Optimistische dachten damals daran, viele der Geräte wieder zu neuem Leben erwecken zu können.

Die größte Herausforderung war jedoch die Restaurierung des Derrick-Krans, dessen Holz verfault und der Ausleger sogar in den Abgrund des Steinbruchs gestürzt war. Zwar ohne Erfahrungen in dieser Arbeit, aber mit viel Fachverstand und Mut machten sich die Verantwortlichen 2012 an Planung und Umsetzung. Der Abbau der morschen Reste und die Zimmerarbeiten für den neuen, 20,5 Meter langen Ausleger, den mittleren Königsbaum und die beiden seitlichen Stützen galt es zu organisieren. Die alten Metall-Kranteile mussten nach ihrer Bearbeitung wieder an der richtigen Stelle zum Einsatz kommen, und das Ganze war wieder aufzubauen. Die technikbegeisterten Helfer setzten auch Antrieb und Seilwinde wieder instand. Am Ende gelang die Herausforderung, sehr zur Freude der fleißigen Helfer. Bei der Einweihung 2013 blickte Noll dann mit Stolz auf die bedeutende Leistung seines Vereins.

Alte Technik hautnah erleben

All die Arbeit wäre nicht ohne finanzielle Unterstützung möglich gewesen. »Der gigantische Einsatz führte dazu, dass der Steinbruch heute eine anerkannte touristische Einrichtung Niddas, des Wetteraukreises und weit darüber hinaus geworden ist«, berichtete Noll in einem Rückblick zum zehnjährigen Bestehen des Vereins.

Zum Tag des offenen Denkmals begrüßten die Freunde des Steinbruchs erneut viele Besucher. Gerne informierten die Fachbereichsleiter bei den Führungen über Besonderheiten, die manchmal nicht direkt erkennbar sind. Durch die Pflegearbeiten entstand und erhielt sich eine große Artenvielfalt im Biotop. Und da der Steinbruch einmalig ist in Europa, habe er auch als Geotop eine große Bedeutung. Staunend verfolgten die Gäste, wie sich die zwei Meter lange Kettensäge der Schrämmaschine mühelos durch Gestein fraß oder der gewaltige Kran über das Gelände bewegte. Timo Noll bediente die Maschinen und jüngere Gäste durften auch selbst die eindrucksvollen Zeugen einer vergangenen Industriekultur bedienen.

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Die Schrämmaschine mit ihrem gewaltigen zwei Meter langen Schwert wird heute noch zu Demonstrationszwecken eingesetzt. © Erich Engel

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