1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Mindestparkgebühr am Hoherodskopf trifft auf deutliche Kritik - Stadt kontert

Erstellt:

Kommentare

rueg_Hoherodskopf-Parkge_4c_1
Auf dem Hoherodskopf und am Stausee soll ein Kurzzeitparktarif eingeführt werden - aber nur werktags. © Stefan Weil

Der Verein Erlebnisberg Hoherodskopf ist unzufrieden: Die Hohe Mindestparkgebühr schreckt seiner Meinung nach Kurzbesucher ab. Die Stadt hält dagegen: Es würden deutlich mehr Tickets verkauft.

Das Thema Parkgebühren hat in der Vergangenheit schon des Öfteren die Schottener Kommunalpolitik beschäftigt. Erst nach langen Diskussionen des Für und Wider und nach zähem Ringen wurden sie im Juni 2016 eingeführt.

Zunächst für vierrädrige und zweirädrige Fahrzeuge, im September des gleichen Jahres wurde durch einen mehrheitlichen Parlamentsbeschluss eine Befreiung für Motorräder ausgesprochen. Seit Beginn dieses Jahres ist die Befreiung wieder aufgehoben.

In den vergangenen sechs Jahren haben sich die Parkgebühren, die die Stadt Schotten erhebt, deutlich »angepasst«. Zu Beginn wurden täglich von 8 bis 18 Uhr in den ersten beiden Parkstunden für alle zwei- und vierrädrigen Fahrzeuge ein Euro fällig, bis vier Stunden zwei Euro und für den ganzen Tag drei Euro.

Einstiegspreis hat sich verdreifacht

Mittlerweile hat sich - nach einer weiteren Anhebung zu Jahresbeginn - der Parkbeitrag im Durchschnitt auf das Doppelte verteuert. Beim Einstiegstarif hat sich der Preis sogar verdreifacht und beträgt aktuell drei Euro. Dafür darf man bis zu zwei Stunden Parken. Ab zwei Stunden werden vier Euro fällig, und wer länger als vier Stunden sein Vehikel abstellt bezahlt den Tagestarif von fünf Euro. Das gilt sowohl für vier- als auch für zweirädrige Fahrzeuge.

Auf die Gebührenerhöhung hat jetzt der Verein »Erlebnisberg Hoherodskopf« reagiert. Der Zusammenschluss von Gastronomen und Betreibern der Freizeiteinrichtungen sieht schwerwiegende Folgen.

»Durch die Erhöhung der Mindestparkgebühr auf drei Euro ist das Kurzbesucheraufkommen am Hoherodskopf fast nicht mehr vorhanden«, so der Vereinsvorsitzende Markus Mergard. Das beeinträchtige auch die wirtschaftliche Situation der Betriebe. Touristen würden sich vom Hoherodskopf abwenden.

Thorben Laas von der »Hoherodskopfklause« hat festgestellt, dass der Tarif - insbesondere für Kurzparker - zu teuer ist. »Zu uns kommen viele Stammgäste, die nur mal einen Kaffee trinken und nicht lange bleiben möchten. Drei Euro Parkgebühr ist vielen zu hoch.«

Thomas Jager, Betreiber des Berggasthofes »Zum Steira«, weist auf die allgemein wirtschaftlich schwierige Situation mit den hohen Spritpreisen und der Inflation hin. »Die Menschen überlegen immer mehr, ob sie unter diesen Umständen überhaupt auf den Hoherodskopf fahren.«

Der Erlebnisberg-Verein hat daher einen Antrag an die Stadt gestellt, einen Kurzzeittarif einzuführen in Höhe von einem Euro für die erste Parkstunde. »Davon könnten zum Beispiel Touristen oder Besucher profitieren, die sich im Informationszentrum Prospekte abholen möchten«, so Markus Mergard.

Entscheidung am Donnerstag

Bürgermeisterin Susanne Schaab hat jetzt über das Parkaufkommen statistische Daten vorgelegt. Sie kommt zu dem Schluss, dass in diesem Jahr auf den Parkplätzen Hoherodskopf und Taufsteinhütte im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Mai deutlich mehr Tickets verkauft worden sind, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

2021 wurden nach ihren Angaben 11 684 Parkscheine gelöst, in diesem Jahr 18 146. Diese Entwicklung ergebe sich auch wintersaisonbereinigt ab dem 1. März mit 6395 Tickets 2021 und 9882 Parkscheinen in diesem Jahr.

Die erhöhten Verkaufszahlen 2022 seien trotz der Gebührenerhöhung zustande gekommen. Berücksichtigt werden muss allerdings, dass ab Jahresbeginn auch Motorradfahrer einen Parkschein ziehen müssen.

Der Magistrat hatte Anfang Juli aufgrund des Antrags des Vereins Erlebnisberg beschlossen, eine Kurzzeitparkgebühr für die erste Stunde einzuführen mit einer Gebühr von 1,50 Euro. Allerdings soll dies nur an den Werktagen von montags bis freitags gelten, an denen das Besucheraufkommen deutlich geringer als am Wochenende ist.

An Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen sollen die bisherigen Gebühren unverändert bleiben, ohne besonderen Kurzzeittarif. Eine Regelung, die Thorben Laas nicht nachvollziehen kann. »An den Wochenenden kommen die Leute genauso wie unter der Woche, um kurz einen Kaffee zu trinken.«

Dem Magistratsbeschluss hat sich auch der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss einstimmig angeschlossen. Am morgigen Donnerstag (21. Juli) steht das Thema zur endgültigen Entscheidung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung (Festhalle, Beginn 20 Uhr).

Auch interessant

Kommentare