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Mit Äpfel und Birnen das Herz berührt

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Von Anfang an bestand eine starke Anziehungskraft: Ursula und Günter Guth feiern diamantene Hochzeit. © Elfriede Maresch

Ober-Widdersheim (em). Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit können heute Ursula und Günter Guth in Ober-Widdersheim feiern. Sie sind beide im Lahn-Dill-Kreis aufgewachsen und lernten sich als junge Leute in Ewersbach beim Tanz in einer Gaststätte kennen. Die Anziehungskraft muss groß gewesen sein. Günter Guth fand das Lebensmittelgeschäft heraus, wo die junge Frau arbeitete, und setzte als Kunde den Kontakt fort.

»Er hat einiges Obst bei mir eingekauft, bis ich sicher war: Das ist der Richtige für mich«, erzählt Ursula Guth noch heute. Am 28. Juli 1962 wurde geheiratet, aber dann kam ein Abschied, der schwer fiel. Der junge Ehemann hatte im Jahr zuvor sein Studium als Bergbaumaschinen-Ingenieur abgeschlossen und beim Basaltwerk Nickel einen Arbeitsplatz bekommen. Ursula Guth fiel der Abschied vom Freundes- und Verwandtenkreis nicht leicht.

Es folgten Aufbaujahre. Günter Guth übernahm eine leitende Stellung im technischen Betrieb des Basaltwerks. Seine Frau leistete Familienarbeit, denn 1963 wurde die Tochter Ditmara und 1967 der Sohn Volkhard geboren und das Paar baute ein Haus in Ober-Widdersheim. Inzwischen war ihnen der Ort zur zweiten Heimat geworden und sie waren intensiv im Vereinsleben engagiert. Ursula Guth war im Gesang- und im Landfrauenverein wie auch in der evangelischen Frauenhilfe und im Dekanatsdiakonieausschuss aktiv. Auch in die Begleitung von Asylbewerberfamilien, in der Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe für deren Kindern engagierte sie sich sechs Jahre lang. Sie machte eine Haushaltslehre und qualifizierte sich zur Hauswirtschaftsfachfrau.

Günter Guth brachte sich schon während seiner Berufstätigkeit im Ortsbeirat und als Stadtverordneter kommunalpolitisch ein. 1999 ging er dann in den Ruhestand. Er war 24 Jahre lang im evangelischen Kirchenvorstand. Sein liebstes Projekt aber ist der Obst- und Gartenbauverein, den er mitbegründete. Guth arbeitete in der verwilderten Obstanlage am Schirnberg tatkräftig mit. Heute ist dort wieder eine fruchtbare Streuobstwiese mit Hochstämmen aus mehreren Generationen. Guth hat in seinen 38 Jahren Mitgliedschaft das Seine dazu beigetragen, dass sich ein aktiver Verein mit vielen sachkundigen Mitgliedern aufbaute. Er stand jahrelang an der Vereinsspitze und ist inzwischen Ehrenvorsitzender. Noch heute hilft er mit, freute sich über die Resonanz bei der Eröffnung des dortigen Wanderweges als Teil der Apfelwein- und Obstwiesenroute und sorgt sich um die Trockenheitsschäden an den Bäumen.

Das Paar hat drei Enkel. Zur Freude von Günter und Ursula Guth sind Urenkel - zwei kleine Jungen und ein Mädchen - dazugekommen. Am heutigen Tag freut sich das Paar über den Besuch von Nachbarn und Vereinsmitgliedern. Mit der Familie wird in den Ferien separat gefeiert.

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