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Mit so viel Andrang nicht gerechnet

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Gute Stimmung herrschte in Betzenrod beim Stöbern nach willkommenen Schnäppchen. FOTOS: WEIL © Stefan Weil

Betzenrod (sw). Flohmärkte sind sehr beliebt. Das zeigte sich auch in Betzenrod. Erstmals wurde ein Dorfflohmarkt veranstaltet. Und der Erfolg war riesengroß. Selten waren wohl so viele Menschen in den Straßen des Schottener Stadtteils unterwegs. Sie waren auf der Suche nach einem Schnäppchen, nach gut erhaltenen Dingen, die von anderen nicht mehr gebraucht werden.

Die Idee dazu hatte Laura Merz, die sich schon zur »Halbzeit« des Flohmarktes sehr zufrieden zeigte. »Dass so viele Leute kommen, war nicht zu erwarten«, erzählte die Initiatorin. Schon am frühen Morgen waren die ersten Schnäppchenjäger unterwegs. Wer öfter Flohmärkte besucht, weiß, dass sich frühes Kommen oft lohnt. Dann nämlich gibt es noch die besten Schnäppchen. Sogar in den Randbereichen Betzenrods wurden Fahrzeuge gesichtet, deren Lenker offensichtlich nach Ständen Ausschau hielten. An den Kennzeichen war abzulesen, dass die Werbetrommel für den Flohmarkt laut genug gerührt worden war. Weit über die Grenzen der Schottener Großgemeinde hinaus, unter anderem aus dem Gießener Raum, aus Gelnhausen und der Wetterau, steuerten zahlreiche Flohmarktgänger das idyllisch gelegene Dorf an. Mit dem offiziellen Beginn um 10 Uhr hatten sich die Straßen bereits gut gefüllt. Die ausgewiesene Parkfläche auf dem Festplatz am Ortseingang war schnell ausgebucht, sodass auch die innerörtlichen Straßen und Wege als Parkraum genutzt wurden.

Das Angebot an Trödel war vielfältig. In den Haushalten, die sich mit einem Stand an dem Markt beteiligten, war im Vorfeld in den Kellerräumen oder auf dem Dachboden intensiv gesichtet worden. Flohmärkte sind gute Gelegenheiten, lange Gehortetes endlich los zu werden und dafür noch einen kleinen Obolus zu erhalten. So waren insbesondere viel Baby- und Kinderartikel zu sehen, wie Bekleidung aller Art, unterschiedlichste Spielsachen, Bücher oder auch Kinderfahrräder, die häufig nur ein oder zwei Jahre in Gebrauch sind. Auch viel aussortierter Hausrat war auf den Tischen aufgebaut. Das galt auch für Bilder oder Schallplatten, die nach wie vor noch ihre Liebhaber finden.

Dorfflohmärkte bieten reichlich Gelegenheit, zu Gesprächen, zur netten Unterhaltung. Immer wieder waren Gruppen zu sehen, die von Ständen zu Ständen gingen und dabei sichtlich ihren Spaß hatten.

Dank eines übersichtlichen Lageplans, der an vielen Stellen im Dorf angebracht war, fiel die Orientierung leicht. Die Häuser teilnehmender Bewohner waren bereits von weitem an bunten Luftballons zu erkennen. Auch an die Stärkung und Erfrischung der Besucher war gedacht. Allerdings fiel der Andrang - nicht zuletzt begünstigt durch das zwar kühle, aber sonnige Wetter - deutlich größer aus, als die Organisatoren erwartet hatten. »Unsere Kuchen sind alle«, musste Sabrina Bing bereits kurz vor 13 verkünden. Ihre Familie bot neben dem Selbstgebackenen noch Kaffee und Getränke an. Nicht viel anders war die Situation zur gleichen Zeit an der »Grillstation« in der Ortsmitte, direkt neben der alten Kirche. Auch hier waren die beliebten Würstchen bereits alle verkauft. Dank des Einsatzes des stellvertretenden Ortsvorstehers Manfred Beer war aber schnell für Ersatz gesorgt. Damit konnten auch die Wünsche der nachmittäglichen Besucher nach einer leckeren Stärkung erfüllt werden.

Ein Programm für die jüngsten Besucher hatten Ortslandwirtin Judith Jepards und ihre Familie zusammengestellt. Als Belohnung für die Teilnahme an einem kleinen Quiz mit mehreren Fragen zum Biobauernhof lockte ein geführter Rundgang auf einem Shetlandpony. Wer wollte, konnte auch einen eigenen Button unter Anleitung gestalten.

Nicht wenige der sonntäglichen Ausflügler, die um Betzenrod bisher einen Bogen gemacht hatten, waren bei ihrem Rundgang über die räumliche Ausdehnung des knapp 600 Einwohner großen Dorfes überrascht. Auch dass es - bedingt durch die halbrundförmige Hanglage - viele kräftige Anstiege gibt.

Ob es nach der gelungenen Premiere eine Neuauflage gibt, darauf wollte sich Laura Merz noch nicht festlegen. Im kommenden Jahr soll erst einmal Pause sein. »Vielleicht alle zwei Jahre«, so ihr Blick in die Zukunft.

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Ortslandwirtin Judith Jepards bot Unterhaltung für die jüngsten Dorfflohmarkt-Besucher. © Stefan Weil
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Laura Merz © Stefan Weil

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