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»Mobilitätskonzepte fehlen«

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Von: red Redaktion

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Bad Salzhausen (red). Seit einigen Wochen wird in der Öffentlichkeit viel über diverse größere Bauvorhaben in Bad Salzhausen diskutiert. Zum einen ist es das Gelände um das Haus am Landgrafenteich, das die Firma Lupp entwickeln möchte und zum anderen ist es der Bereich am westlichen Ende von Bad Salzhausen und das bereits gebaute Projekt in der Liebigstraße mit 28 Wohneinheiten.

Jetzt meldet sich der Verkehrsclub Deutschland in einer Pressemitteilung dazu zu Wort.

»Es wird gerungen um die Geschossanzahl, über Nahverdichtung und um das Gesamterscheinungsbild. Am Rande taucht auch das Thema Verkehr auf«, schreibt Christoph Winterberg vom VCD. Diesem wichtigen Thema Verkehr, mit den einhergehenden Emissionsbelastungen, wird aus Sicht des Verkehrsclub Deutschland (VCD) viel zu wenig Beachtung geschenkt. »Wie soll der zusätzliche Verkehr von mindestens 500 Autofahrten täglich bewältigt werden?«, Wobei die 500 Autofahrten noch günstig gerechnet seien, je Wohneinheit ein Auto, zwei Fahrten am Tag. Winterberg sagt, dass Bad Salzhausen ohne jegliche Infrastruktur dastehe. »Bad Salzhausen lebt davon, dass es nicht von einer Durchfahrtsstraße durchzogen ist, davon dass die Emissionen, wie Abgase und Lärm, durch Verkehrsbeschränkungen begrenzt bleiben. Wie will die Stadt in der Zukunft garantieren, dass diese Verkehrsbeschränkungen eingehalten werden? Wie sehen verkehrslenkende Maßnahmen aus? Wo soll der gesamte ruhende Verkehr hin? Ein Stellplatz umfasse 18 Quadratmeter. »Bei mindestens 250 Autos sind das 4500 Quadratmeter versiegelter Boden, um ein Auto abzustellen. Wohnen erzeugt auch Verkehr, jeder möchte ruhig wohnen, aber auch jeder möchte mobil sein, dieses Dilemma lässt sich in der jetzigen Form des Verkehrs nicht lösen.« Das Prädikat Kurort für Bad Salzhausen sei akut gefährdet. Andere Mobilitätskonzepte seien gefordert, so der VCD, zum Beispiel Bike- und Carsharing. Denkbar sei auch eine Verdichtung der Buslinie FB 83 im Bereich Bad Salzhausen-Nidda. Die Kosten müssten zum Teil von dem Bauträger übernommen werden. Der Besitz und die Nutzung des Autos müssen durch attraktive Angebote überflüssig gemacht werden. »Auf jeden Fall ist hier neues, anderes Denken gefordert, wenn die angedachte und teilweise schon realisierte Bebauung umgesetzt werden soll.«

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