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Musikalisch nach Sternen greifen

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Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr ist mit seinem spielerischen Niveau eine feste Größe des Kulturlebens der Region. © Oliver Potengowski

Büdingen (ten). Mit einem breit gefächerten Repertoire und großem spielerischem Können begeisterten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und das Orchester des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums (WEG) bei ihrem gemeinsamen Konzert am Freitag. Zum Abschluss des Abends vereinten sich die beiden Orchester unter dem Applaus des Publikums zu einem großen Ensemble von rund 80 Musikern.

Der Musikzug der Feuerwehr hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Region mit seinen Konzerten einen hervorragenden Ruf erspielt. Viele Musiker gehören dem Ensemble schon seit Jahrzehnten an. Eine Konstanz, die eine immer größere musikalische Perfektionierung ermöglicht.

Die Ensembles des WEG müssen sich dagegen unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen finden. Ihre Zusammensetzung wird durch die Rahmenbedingungen der Schule geprägt. Höchstens neun Jahre, meistens deutlich kürzer, können die Schülerinnen und Schüler Teil des Orchesters sein. Deshalb ist das Niveau, auf dem die rund 50 Musiker des Orchesters des WEG inzwischen spielen, umso beeindruckender.

Orchester mit Berührungspunkten

Jürgen Voigt, der das Schulorchester leitet, erläuterte, dass ein solches Konzert schon lange geplant gewesen, aber bisher noch nicht umgesetzt worden sei. Schließlich gibt es einige Berührungs- und Überschneidungspunkte zwischen den Ensembles von Feuerwehr und WEG. Manche Musiker spielen in beiden Orchestern mit oder haben nach Jahren im Schulorchester den Weg zum Musikzug gefunden.

Am deutlichsten wurde diese Verbindung in der Ersten Stadträtin Katja Euler, die den Auftritt des Orchesters moderierte. Bis zum 31. März, als sie ihr Amt als hauptamtliche Stadträtin antrat, leitete sie das Orchester des WEG. »Meine letzte Aktion in der Schule war die letzte Probe mit dem Orchester«, berichtete sie im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger. Dazu sei aber auch der Musikzug, in dem sie Trompete spielte, ihre musikalische Heimat. »Ich musste mich heute Abend zwischen zwei Veranstaltungen entscheiden, der Weihnachtsfeier des Magistrats und diesem Konzert«, begrüßte Euler das Publikum freudestrahlend. »Es war klar, wie ich mich entscheide.«

Mit interessanten Erläuterungen stellte sie anschließend die sieben Stücke des Repertoires des WEG-Orchesters vor. Diese waren ebenso abwechslungsreich wie ungewöhnlich gewählt. Dass die modernen Kompositionen wie »Don’t stop me now« nach einem Titel von Queen in einem Engagement von Paul Murtha die jugendlichen Musiker begeistern konnte, merkte man an ihrer Spielfreude.

Monumentale Klänge waren bei den Filmmusiken zu »Transformers« und »The Mandalorian« zu hören. Eine Weihnachtskomposition »Carol of the Bells« bildete schließlich den vorläufigen Abschluss des Auftritts des WEG-Orchesters. Wenig bekannt ist, dass das Stück, das vor allem in USA und Großbritannien populär ist, von dem ukrainischen Komponisten Mykola Leontovych geschrieben wurde.

Repertoire nicht nur vorweihnachtlich

»Musik kennt keine Ländergrenzen, sie ist ein tiefes menschliches Bedürfnis«, stellte Dieter Jentzsch zu Beginn der zweiten Hälfte des Konzerts fest. Auch der Musikzug verließ mit seinem Repertoire die ausgetretenen Pfade der Kompositionen, die in der Adventszeit häufig zu hören sind. Zwar bildeten Christmas Swings in einem Arrangement von Johnnie Vinson den Auftakt. Doch stand hier mehr der Swing - wie auch bei einem Duke-Ellington-Medley - im Vordergrund. Klassische Stücke wie ein Arrangement aus Melodien der Oper »Carmen« und eines Walzers von Schostakowitsch wechselten sich mit Filmkompositionen (»Frozen«, »Drachen zähmen leicht gemacht«) ab.

Dass auch die Titel der Neuen Deutschen Welle der 80er Jahre orchestertauglich sind, zeigte das Arrangement von Thiemo Kraas aus Stücken der Spider Murphy Gang, Münchner Freiheit, Klaus Lage und Hubert Kah. Dessen Titel »Sternenhimmel« griff einmal mehr das Motto des Abends auf: »nach den Sternen greifen«.

Den Höhepunkt des Konzertabends bildete schließlich die Vereinigung der beiden Orchester für zwei Stücke zu einem großen Ensemble. »Welch ein Bild«, freute sich Euler, die das erste Arrangement nach der Filmmusik von »The Greatest Showman« ankündigte. Den Abschluss vor der Zugabe bildete »Angels We Have Heard on High«. Sichtlich bewegt erklärte Euler, sie habe nicht zu viel versprochen. »Ich muss auch erst mal meinen Kloß im Hals herunter schlucken.« Sie forderte die beiden Orchester auf: »Ihr solltet viel öfter Konzerte zusammen geben.«

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Beeindruckende Spielfreude zeigt das Orchester des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums beim gemeinsamen Konzert mit dem Musikzug der Feuerwehr. © Oliver Potengowski
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Jürgen Voigt und Jaroslav Zakoucky leiten die beiden Orchester und am Schluss abwechselnd das gemeinsame Ensemble. © Oliver Potengowski

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