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Musikalisches Leuchten im Advent in der Ortenberger Marienkirche

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Von: Manuela Baumann

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Stimmungsvolle Adventsmusik aus dem alpenländischen Raum ist das Markenzeichen der »Büdinger Stubnmusi« mit Doris Hackl-Weber und Dr. Christoph Kober . © Manuela Baumann

Traditionelle Weihnachtsmusik mit Alphorn-, Zither-, Harfen- und Bläserklängen sowie Gesang ertönte in Ortenbergs Marienkiche; und das für einen guten Zweck.

Ortenberg (mba). Ein Adventskonzert abseits klingender Glöckchen, rotnasiger Rentiere oder leise rieselnder Schneeflocken, dafür mit wunderschöner Musik zum Innehalten und Genießen erlebte das Publikum in der voll besetzten Ortenberger Marienkirche auf Einladung des Kulturkreis »Altes Rathaus«. Zweimal war die Veranstaltung jeweils kurzfristig Corona zum Opfer gefallen, wie Vorsitzende Manuela Baumann zur Begrüßung bedauerte. Im dritten Anlauf fand das Benefizkonzert zugunsten des Hilfsprojekts »Guarayos« der Büdinger Kinderärztin Dr. Ute Glock nun endlich statt.

Neben der »Büdinger Stubnmusi« als Mit-Initiatorin wirkten der Ortenberger Gesangverein 1840/1954, das Büdinger Alphorntrio »Alpdudler« und das Blechbläserquartett Niedergründau im Programm mit. Unter der Leitung Gerald Reutzels eröffneten die Sängerinnen und Sänger des gemischten Chors den Abend mit dem Lied »Advent ist ein Leuchten« - eine wunderbare Einstimmung auf das, was folgen sollte, denn die beteiligten Gruppen brachten in der Tat adventliches Leuchten auf musikalische Weise in die Kirche.

Wohltuende Entschleunigung

Warmes und wärmendes Leuchten, echt und stimmungsvoll wie die sanft flackernden Flammen der Altarkerzen und nicht wie die allzu bunten LED-Lichter, die heute in manchen Fenstern seelenlos eher an Discobeleuchtung erinnern und so gar nichts Adventliches an sich haben. Wer die Augen schloss und den Klängen der Alphörner, der Zither und Harfe lauschte, empfand wohltuende Entschleunigung. Das war Musik, die nach zur Ruhe kommen klang, nach durch Holzfeuer im Kamin wohlig warme Stuben in verschneiter Berglandschaft, wo es keine Handys gibt, keine Hektik und keine Termine. Wo man im Advent vielleicht wirklich einmal Zeit hat, um zu sich selbst zu finden.

Mit »Alphornruf« und »Wägchrüez« nahmen die »Alpdudler«, zu denen neben Helga Schenk und Gerd Millers auch der Ortenberger Hans Schwab gehört, ihr Publikum mit in jene zauberhafte Welt stiller Berge und abgeschiedener Täler, und die »Büdinger Stubnmusi« mit Doris Hackl-Weber (Harfe) und Dr. Christoph Kober (Konzertzither) setzte die traute Atmosphäre mit »Alte Rosenheimer Weise« und »Kastelruther Weise« stimmungsvoll fort. Mit »Hör in den Klang der Stille« hatten die Ortenberger Sänger die perfekt passende Chorliteratur parat, nachdem das Niedergründauer Bläserquartett (Ralf Schmitt und Lorenz Schmitt - Waldhörner, Bernd Schwarzkopf - Tenorhorn und Karl-Heinz Roth - Tuba) mit »Trumpet Tune and March« ebenfalls ins Konzert eingestiegen war.

In bayerischer Mundart las Doris Hackl-Weber eine schöne Weihnachtsgeschichte vor, die davon erzählte, wie ausgerechnet der kleinste Stern zu Weihnachten zum großen Wegweiser wurde. »Bänklialp« und »Dank« waren die nächsten Stücke der »Alpdudler« überschrieben, bevor die »Stubnmusi« mit zwei Menuetten verzauberte, einem aus Ettal und einem aus Waldkirchen. »Hört ihr Hirten wos I sog« spielte danach das Bläserquartett. Und in der ebenso herzerwärmenden wie nachdenklich stimmenden Erzählung, die Christoph Kober vorlas, stellte sich die klassische Weihnachtsgeschichte auf den Kopf, weil der kleine Roberto, der im Krippenspiel den bösen Herbergsvater spielen sollte, ein zu gutes Herz hatte und Maria und Josef gerne Kost und Logis gewährte.

Zahlreiche Spenden

Doris Hackl-Weber setzte das Konzert nach zwei weiteren Beiträgen der Niedergründauer Blechbläser mit einem bezaubernden Harfensolo fort. Mit dem »Bozner Hirtenlied« und »A bsunda Zeit« läutete das Bläserquartett dann die festliche Schlussphase des Konzerts ein. Die »Stubnmusi« übernahm mit den Weisen »Grafenmenuett« und »Altöttinger Advent«.

Im Anschluss stellte Ute Glock das von ihr vor bald 20 Jahren ins Leben gerufene Hilfsprojekt »Guarayos« zugunsten kranker und behinderter Kinder im bolivianischen Hinterland vor. Über die große Spendenbereitschaft der Konzertbesucher war die frühere Kinderärztin überglücklich. »Mehr als 1800 Euro kamen zusammen, das ist ein Vermögen«, freute sie sich. Mit »Da Weihnachtsfrieden« verabschiedete das Niedergründauer Blechbläserquartett die Gäste schließlich beseelt in den adventlichen Abend.

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Der Gesangverein Ortenberg sorgt unter der Leitung von Gerald Reutzel dafür, dass in der Marienkirche auch der Chorgesang nicht zu kurz kommt. © Manuela Baumann

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