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Nach der Sperrng in Düdelsheim: Eckartshausen kämpft gegen Raser

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Die Kreuzung in Eckartshausen ist eine Stelle, an der jede Menge Autos zügig durchfahren. Viele Bürger wünschen sich eine Verkehrsberuhigung. © Petra Ihm-Fahle

Der Büdinger Stadtteil Eckartshausen ist durch den Straßenverkehr stark belastet - besonders jetzt, da die Ortsdurchfahrt Düdelsheim monatelang gesperrt ist.

Die Verkehrsbelastung ist teilweise enorm. Zügig passieren die Autos die Ortseinfahrt von Eckartshausen sowie gleich im Anschluss die schwer einsehbare Kreuzung und sausen durchs Dorf hindurch. Das Thema Verkehrsberuhigung bewegte die Gäste der Bürgerversammlung denn auch, zu der die Stadt Büdingen jüngst ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte.

Ortsbeiratsmitglied Stefanie Schlösser (SPD) brachte den Stein ins Rollen: »Wir haben im Ortsbeirat besprochen, ob wir wegen der Straßensperrung in Düdelsheim eine Verkehrsberuhigung in Eckartshausen bekommen können.«

Reaktion von Hessen Mobil

Wie Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) berichtete, ist die Umleitung so ausgeschildert, dass die Fahrzeuge über Enzheim und Stockheim geführt werden. Allerdings würden Autofahrer schnell herausbekommen, welches die attraktivste Umleitung ist. Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil hat laut Harris dennoch keine verkehrsberuhigenden Schritte für Eckartshausen, Calbach und Orleshausen genehmigt, beispielsweise eine Ampel oder Geschwindigkeitsbegrenzung. Wie der stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher Thomas Appel (CDU) erklärte, ist es schwierig, von Hessen Mobil eine Zusage für sinnvolle Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu bekommen: »Es ist nicht so einfach, wie wir das gerne hätten.«

Ein Großvater merkte an, den Schulweg für gefährlich zu halten. Bringt er morgens seinen Enkel zur Bushaltestelle, ist er besorgt um die Sicherheit der Kinder, wie er erzählte. »Da muss doch irgendetwas machbar sein«, forderte er. Eine Frau erkundigte sich, ob es nicht möglich wäre, auf eigene Faust einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn zu malen. Dem widersprach der Bürgermeister - so etwas sei strafbar. »Sie machen dann quasi Selbstjustiz«, fügte Appel hinzu.

Abwaschbare Zebrastreifen

Eine weitere Bürgerin brachte Oma-, Opa- oder Schüler-Lotsen ins Spiel, aber Appel äußerte rechtliche Bedenken. Fährt durch falsches Winken ein Auto einem anderen hinten drauf, kann das nach Ansicht des Christdemokraten schwierig mit der Haftung werden. Er stellte aber in Aussicht, dass diese Frage geklärt und schriftlich beantwortet wird. Ein Mann schlug ständige Aktionen vor, um auf den Missstand der Raserei aufmerksam zu machen. Als Idee nannte er das öffentlichkeitswirksame Aufmalen eines abwaschbaren Zebrastreifens. »Manchmal muss man dicke Bretter bohren«, appellierte er. Der Bürgermeister gab den Bürgerinnen und Bürgern recht, die ein großes Problem in dem zunehmend starken Straßenverkehr sehen.

Ein Mann fragte nach Radarfallen, da die Autos seinen Aussagen nach mit hohem Tempo über die Kreuzung fahren. Harris stellte in Aussicht, die Geschwindigkeiten mehr zu kontrollieren. Eine Frau wollte wissen, wie es im Stadtteil Orleshausen gelungen sei, Zebrastreifen zu bekommen: »Es muss doch machbar sein, dass es bei uns auch geht.« Wie ihr Appel erklärte, sei es früher einfacher gewesen, eine Verkehrsberuhigung durchzusetzen. Eine Frau hakte wegen eines Kreisels im geplanten Neubaugebiet nach. Sie fragte, ob es eine diesbezügliche Planung gibt, denn auch das diene der Verkehrsberuhigung. Wie sich herausstellte, ist das Vorhaben durch Hessen Mobil offenbar abgelehnt worden, aber der Magistrat will das nicht widerspruchslos hinnehmen.

Ortsvorsteher Reiner Müller erinnerte an ein Versprechen des ehemaligen Bürgermeisters Erich Spamer (FWG), eine Verkehrszählung durchzuführen. Was die Verkehrsbelastung wegen der Sperrung in Düdelsheim angeht, dachte er laut über eine »kreative Lösung« nach: entlang der Marienborner Straße wechselseitig Fahrzeuge zu parken, um die Durchfahrt unattraktiv zu gestalten. Harris erklärte, symbolische Aktionen wie einen Zebrastreifen mit abwaschbarer Kreide zu unterstützen. »Es muss aber als Demo angemeldet werden und wird nicht mit einem Mal getan sein.«

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