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Naturjuwel erhalten

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Von: red Redaktion

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Alfred Leiß wirbt um breite Unterstützung für die geplante Ausweisung des Steinbachtals als Naturschutzgebiet. FOTO: LEISS © pv

Wolferborn/Bindsachsen (red). Auffällig war es schon, was sich am Sonntag im Steinbachtal zwischen Wolferborn und Bindsachsen beobachten ließ. Mitten in der noch ungemähten Wiesenlandschaft standen Zeltgarnituren, große Schirme als Sonnenschutz und ein Würstchengrill.

Der Grund war eine Sternwanderung, zu der die um das Steinbachtal beheimateten Naturschutzgruppen von Bindsachsen, Kefenrod, Wolferborn und Michelau eingeladen hatten. Nach und nach trafen die Wandergruppen aus allen vier Himmelsrichtungen ein, die sich zunächst mit kühlen Getränken und dann mit leckeren Bratwürstchen versorgten.

Einmalige Naturlandschaft

Alfred Leiß, Vorsitzender der NABU-Gruppe Bindsachsen, bedankte sich gemeinsam mit Gerhard Seidel, dem Vorsitzenden der Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn, sowie Martin Heerd und Udo Schindler, den Vorsitzenden der Vogelschutzgruppen Kefenrod und Michelau, für das Interesse der Wanderer. Sinn der Veranstaltung, so Leiß, sei es, möglichst vielen Menschen diese einmalige Naturlandschaft zu zeigen, die sich von rundum intensiv bewirtschafteten Äckern und vor allem Wiesen deutlich abhebe.

In einem kurzen Vortrag warb Leiß um breite Unterstützung für die geplante Ausweisung als Naturschutzgebiet, um dieses Naturjuwel auf Dauer zu erhalten. »Das geht nur im Einklang mit der Landwirtschaft«, stellte Leiß fest. Niemand müsse Angst vor Einkommensverlusten haben. Alle ertragsmindernden Auflagen würden entschädigt.

Leiß: »Der dramatische Verlust an Arten, der mittlerweile vor allem die Insekten betrifft, aber auch alle Arten, die sich von ihnen ernähren, erfordert zwingend Erfolg versprechende Gegenmaßnahmen. Auch auf ihre gewaltigen Bestäuberleistungen können wir nicht verzichten.« Beim Naturschutz-Großprojekt im Vogelsbergkreis sei inzwischen hinreichend bewiesen worden, dass der Schutz der Bergmähwiesen und deren Pflege durch die Landwirte bestens funktionierten. Auch für die wertvollen Flachland-Mähwiesen im Steinbachtal könne das ein gutes Vorbild sein.

»Was wir Naturschützer bereits vor 40 Jahren schon einmal in Angriff genommen hatten, sollten wir jetzt endlich erfolgreich abschließen«, wünschte sich Leiß. »Und wenn nicht nur geredet, sondern auch gehandelt wird, kann das auch gelingen, zum Vorteil von uns allen.«

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