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Naturschützer Manfred Vogt aus Rommelhausen erhält Bundesverdienstkreuz

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Landrat Jan Weckler (links) überreicht Manfred Vogt das Bundesverdienstkreuz am Bande, Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig (rechts) gratuliert mit einer Glückwunschurkunde. Blumen gibt es für Vogts Ehefrau Karin. © Andrea Schinzel

Er hat sein Leben dem Naturschutz gewidmet: Für sein unermüdliches und vielseitiges Wirken erhält Manfred Vogt aus Rommelhausen das Bundesverdienstkreuz.

Rommelhausen (asl). Dass sie ihr ganzes Leben dem Naturschutz gewidmet haben - nicht viele Menschen können das von sich behaupten. Das stellte auch Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Manfred Vogt fest.

Der Rommelhäuser erhielt diese hohe Auszeichnung zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag für sein unermüdliches und vielseitiges Wirken im Naturschutz. Im Beisein von Familie, Freunden und Weggefährten, die an der Würdigung Vogts unter Beachtung der Corona-Regeln im Barbarossasaal in Rommelhausen teilnahmen, überreichte Landrat Jan Weckler (CDU) Orden und Urkunde.

Bereits als Jugendlicher aktiv

Er ging in seiner Ansprache auf das umtriebige Wirken des Geehrten in Sachen Naturschutz ein. Bereits als Jugendlicher sei er in der Naturschutzgruppe Rommelhausen aktiv gewesen, später habe er dann auch kreisweit agiert sowie die Menschen mit seinen Naturfotografien und Vorträgen begeistert.

»Wenn ich Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten addiere, komme ich auf 143 Jahre Ehrenamt. Das sucht wahrhaftig seinesgleichen«, sagte Weckler. Er könne in seiner Rede nur in Stichpunkten auf die zahlreichen Aktivitäten eingehen, räumte der Landrat ein. »Aber was hinter jedem einzelnen Punkt steckt, lässt auch viel Arbeit vermuten«, betonte er. Und was das Engagement Vogts für dessen Frau Karin bedeute, danach wolle er sich persönlich im Anschluss an die Ehrung erkundigen.

Auf jeden Fall bringe sie ihrem Mann viel Verständnis entgegen, sie liebe ebenfalls die Natur und halte diese Eindrücke in Gemälden fest, während der Gatte für die schönsten Fotomotive aus der Vogelwelt und der Natur auf der Lauer liege. Dafür erhielt Karin Vogt von Weckler und Ludwig jeweils einen Blumenstrauß. Ludwig überreichte Manfred Vogt neben einem Präsentkorb eine Glückwunschurkunde der Gemeinde Limeshain. Der Bürgermeister, der Vogt seit 50 Jahren kennt, erzählte, dass der Geehrte eigentlich Förster werden wollte: »Jeden Tag im Wald, an der frischen Luft, Tiere beobachten, den Wald erhalten, den Wald gestalten«.

Vogt wurde Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik und Maschinenbau, lebte zeitweilig in Wesel, Duisburg und Nürnberg. Doch die Liebe zur Natur und zum Naturschutz, ließ ihn nie los. Der Bürgermeister nannte Heinrich Wenzel, Heinz Heber, aber auch Karl Winter und Alfred Leiß, die selbst ihr Leben in den Dienst der Natur gestellt haben und Vogt fachlich und freundschaftlich begleiteten.

Ludwig ging zudem auf Vogts Passion der Naturfotografie ein, die auch als Instrument für die Naturschutzarbeit nützlich sei. Mit der Aussagekraft der Bilder könnten Menschen fasziniert und verzaubert werden. In Vorträgen und Berichten habe Vogt immer eindrucksvoll dargestellt, dass diese Schönheit nur erhalten bleibe, wenn die Lebensräume geschützt würden. »Du kannst stolz auf Deine Lebensleistung sein, und wir alle hier sind stolz auf Dich«, sagte Ludwig und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass Vogt, obwohl er nun etwas kürzertreten wolle, der Gemeinde als Natur- und Vogelschutzbeauftragter erhalten bleibe.

Weckler erwähnte in seiner Rede die einzelnen Stationen Vogts, der bereits in seiner Jugendzeit Nistmöglichkeiten schuf sowie für die Vogelfütterung oder Feldgehölze sorgte. 1992 übernahm er den Vorsitz der Natur- und Vogelschutzgruppe Rommelhausen. Von 1989 bis 1994 war er Vorsitzender des Wetterauer NABU-Kreisverbands und brachte viele Vogelschutzgruppen dazu, den NABU-Ortsgruppen beizutreten, sodass sie die Vorteile des bundesweit agierenden Verbandes nutzen konnten.

Später war er noch einmal zwei Jahre lang als Beisitzer im NABU-Kreisverband aktiv. Außerdem war Vogt von 1990 bis 1999 und von 2013 bis 2021 Vorsitzender der NABU-Gruppe Limeshain. Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich der Rommelhäuser als Gebietsbetreuer der Naturschutzgebiete Buschwiesen, die 24 Hektar von Höchst bis Himbach umfassen. Er kartiert seine Beobachtungen und arbeitet mit dem Leiter des Forstamtes Nidda als zuständiger Behörde zusammen.

Zudem ist der Geehrte seit 35 Jahren Ortsbeauftragter für Vogelschutz und als ehrenamtlicher Mitarbeiter der staatlichen Vogelschutzwarte Frankfurt für die Gemeinde Limeshain, zwischenzeitlich auch als Kreisbeauftragter, zuständig. Sein Rat ist gefragt bei der Erhaltung und Gestaltung der Natur und Landschaft, wenn der Vogelschutz tangiert ist.

Für die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) war er von 1994 bis 1998 Arbeitskreisleiter, in dieser Funktion erstellte er Gutachten für die Ausweisung von Naturschutzgebieten, unter anderem für die Buschwiesen. Als Sachverständiger im Naturschutzbeirat des Wetteraukreises brachte er seine Fachkenntnis von 1986 bis 1994 ein.

Seit den 1970er Jahren nimmt die Naturfotografie einen großen Platz im Leben Vogts ein. Als Vorsitzender des Naturfototeams Limes schart er seit 2003 Gleichgesinnte um sich und organisiert in Erlensee seit dieser Zeit das Naturfototreffen. Derzeit hängen Naturfotografien von Vogt im Friedberger Kreishaus aus. »Für viele eine Motivation, selbst die Kamera zu schnappen und auf Motivsuche zu gehen«, sagte Weckler.

Für sein ehrenamtliches Wirken hat Vogt bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Er war einer der Ersten, der mit dem Umweltschutzpreis des Wetteraukreises gewürdigt wurde. Zudem erhielt er die goldene Ehrennadel des NABU Hessen.

Manfred Vogt, der kein Freund großer Worte ist, bedankte sich sichtlich gerührt von dieser hohen Auszeichnung. Er blickte kurz zurück an erste Aktionen und erwähnte unter anderem Heinz Heber, mit dem er als Zehnjähriger Nistkästen in seinem Heimatort aufhängte.

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