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Naturschwimmbad Hirzenhain: Langer Weg zur Wiedereröffnung

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2019 war das idyllisch gelegene Naturschwimmbad in Hirzenhain letztmals geöffnet. © Stefan Weil

Auch in diesem Jahr wird das Naturschwimmbad in Hirzenhain nicht geöffnet. Die Gemeinde wird 54 000 Euro investieren, um die asbesthaltigen Umkleidekabinen abreißen zu lassen.

Hirzenhain (sw). Die Gemeinde Hirzenhain wird knapp 54 000 Euro in das Naturschwimmbad investieren. Das beschlossen die Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Sitzung. Das Geld fließt in den Abbruch der Umkleidekabinen und die Erneuerung der Überdachung. Den Zuschlag für den Auftrag erhielt die Firma Zimmerei und Holzbau Franz (Nidda). Ein weiteres Angebot war teurer. Die Arbeiten können voraussichtlich Ende Oktober erledigt werden.

Die Umkleidekabinen sind laut Gemeindeverwaltung in einem schlechten Zustand. Sie sind teilweise gerissen, Farbe blättert ab. Zudem bestehen sie aus Asbestzement. Asbest ist ein krebserregender Stoff, der sich in feine Fasern zerteilen kann, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern sind ein hohes Gesundheitsrisiko, denn sie können lange in der Lunge bleiben und das Gewebe reizen. Dadurch kann Lungenkrebs beziehungsweise ein Tumor im Lungen- oder Bauchfell entstehen.

Keine Badesaison

in diesem Jahr

Eine Badesaison wird es auch in diesem Jahr in dem idyllisch und direkt am Vulkanradweg gelegenen Naturschwimmbad nicht geben. Das teilt die Gemeinde auf ihrer Internetseite mit. Letztmals war die Anlage 2019 geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie hätte die Gemeinde den hohen Aufwand, der nötig gewesen wäre, um die Auflagen für eine Öffnung zu erfüllen, nicht stemmen können, heißt es weiter. Der im August 2021 gegründete Arbeitskreis aus Vertretern der örtlichen Politik, der Verwaltung und des Fördervereins habe das Ziel, die Anlage im Sommer 2022 wieder zu eröffnen, nicht realisieren können. Grund seien erhebliche Mängel, die bei einer Begehung durch die Berufsgenossenschaft im vergangenen Jahr festgestellt worden seien.

Ein großes Problem ist der Hochwasserschutz. Das Naturschwimmbad ist in den vergangenen Jahren mehrfach überschwemmt worden. Der Förderverein habe in den zurückliegenden fünf Jahren deutlich mehr als 1000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden geleistet, um die Schäden zu beseitigen. Mehrere Maßnahmen seien geplant, um die Situation in den Griff zu bekommen. So sollen im Wald oberhalb des Bades Retentionsflächen angelegt werden, um dort das Wasser besser zurückzuhalten. Angedacht sei auch, an der Straße oberhalb des Bades eine dauerhafte Flutsperre zu errichten. Am angrenzenden Fußballplatz seien bereits Baumaßnahmen erledigt worden, um Hochwasserspitzen abzuleiten. Mit der Hilfe von Sandsäcken, die im Bereich des Schwimmbades gelagert würden, könne man im Ernstfall durch schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindern.

Zu den weiteren erforderlichen Maßnahmen gehören laut Gemeindeverwaltung unter anderem der jetzt in Auftrag gegebene Abriss der Umkleidekabinen und die Erneuerung des Daches der Umkleide. Dazukommen die Modernisierung der Sanitäranlagen, die Erneuerung des Steges im Bereich der Rutsche und ein Austausch von Brettern. Erschwerend hinzugekommen sei die »aktuell angespannte Lage« mit Preiserhöhungen, eingeholte Angebote müssten daher überarbeitet werden. Eine kurzfristige oder zeitnahe Ausführung einiger Gewerke sei nicht möglich gewesen.

Keine Ressourcen

in der Verwaltung

Gleichwohl habe die örtliche Politik erkannt, dass ein funktionierendes Schwimmbad wichtig für die Attraktivität der Gemeinde sei. Das gelte besonders im Hinblick auf die interkommunale Landesgartenschau 2027.

Vor einem Jahr hatte die Gemeindevertretung auf Antrag der UWG einstimmig beschlossen, dass für das gesamte Gelände um Schwimmbad und Sportplatz einschließlich des Vulkanradwegs ein tragfähiges und zukunftsweisendes Konzept erarbeitet werden soll. Damit hatten die Abgeordneten den Gemeindevorstand und die Verwaltung beauftragt. Dabei sollten auch Fördermöglichkeiten hinsichtlich der Landesgartenschau eruiert werden. Wie Bürgermeister Timo Tichai in der Gemeindevertretersitzung auf Nachfrage des stellvertretenden UWG-Fraktionsvorsitzenden Ralf Otremba mitteilte, habe ein Konzept mangels fehlender Ressourcen in der Gemeindeverwaltung bisher noch nicht erstellt werden können.

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