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Neue Polizei-App verspricht Hilfe

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Das Polizeipräsidium Südosthessen hat eine App zur Prävention entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Anwendung soll als Ergänzung zu den bereits bestehenden Online-Aktivitäten gelten. Damit ist das Präsidium bundesweit Vorreiter. Wenn sich die App bewährt, soll das Angebot ausgeweitet werden.

Man betrete mit der App Neuland, sagte Polizeipräsident Roland Ullmann. Daher sind die Beamten des Präsidiums Südosthessens gespannt darauf, wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Im Internet ist die Polizei bereits auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter vertreten.

Markus Wortmann, bei der Polizei als Fachberater für Cybercrime und Internetprävention aktiv, hatte die Idee für die Präventions-App, die über den Apple- oder Google-Playstore heruntergeladen werden kann. Rund zwei Jahre hat der Entwicklungsprozess gedauert, in den Tobias Heinrich von der Firma Opwoco und Gerald Lembke von der Dualen Hochschule Baden Württemberg eingebunden waren. Lembke wird das Projekt mit seinen Studenten weiter wissenschaftlich begleiten. Die Kosten für die App lagen bei rund 15 000 Euro.

Die Polizei verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren steigende Zugriffe auf ihre Internetseite. So lagen 2012 die Zahlen bei knapp 12 000 Zugriffen, 2017 waren es dagegen schon 80 000, wie Ullmann berichtete. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, vielen Bürgern einen Service zu bieten. Das Polizeipräsidium musste zudem den gesellschaftlichen, technischen Entwicklungen auch Rechnung tragen“, sagte der Polizeipräsident.

Wer nun hofft, in der App Blitzer- oder Unfallmeldungen zu bekommen, wird indes enttäuscht. Die App beschränkt sich ausschließlich auf das Thema Prävention. „Es gibt noch eine Anwendung der Bundespolizei, das haben wir bewusst ausgeklammert“, erklärte Jürgen Schmatz, Projektleiter Stabsbereich Prävention. Der Nutzer erhält beispielsweise Kontaktdaten zu polizeilichen Fachberatern, professionellen Hilfeeinrichtungen, kann über die Online-Wache unter anderem Diebstähle melden. Außerdem kann der Nutzer Tipps rund um die Sicherheit zu den Themen Wohnen, Internet, Straßenverkehr sowie Kinder und Jugendliche abrufen. Teilweise leitet die App auf die Homepage weiter, wo noch mehr Informationen stehen.

Push-Nachrichten

informieren die Nutzer etwa über aktuelle Betrugsvorfälle wie Enkeltricks oder gerade aktuell falsche Polizeibeamte. Daher haben die Entwickler einen Muster-Dienstausweis eingestellt, damit die Bürger klar erkennen können, wer tatsächlich zur Polizei gehört. „Unsere Zielgruppe sind nicht nur die jungen, sondern auch ältere Bürger, die inzwischen technisch sehr versiert sind“, sagte Polizeipräsident Ullmann. „Natürlich sind es Nachrichten, die Offenbach und den Main-Kinzig-Kreis betreffen, wobei Prävention keine Ortsgrenzen hat“, betonte Wortmann.

Bislang hat die App keine Zugriffe auf Daten der Nutzer. „Sollte die App künftig in anderen Teilen Hessens nutzbar sein, müsste dafür gegebenenfalls das GPS für die gezielte Standortsuche freigegeben werden“, sagte Schmatz. Doch das liegt noch in der Zukunft. In das Zuständigkeitgebiet des Polizeipräsidiums Südosthessen mit Sitz in Offenbach fallen knapp 900 000 Bürger aus 43 Kommunen.

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