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Die Berufsschülergruppe, die im Ahrtal Opfer der Flutkatastrophe mit handwerklichem Geschick unterstützt.

Handwerkliche Unterstützung

  • Vonred Redaktion
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Nidda (pm). Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Beruflichen Schule Oberhessen haben sich kürzlich von Nidda auf den Weg ins Ahrtal gemacht, um dort Opfern der Flutkatastrophe zu helfen. »Es war ein langer und anstrengender Tag. Aber alle waren sich einig: Es hat sich gelohnt«, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung.

Früh morgens um 6 Uhr ging es mit dem Bus los. Nach der Ankunft bekamen die 31 Teilnehmer eine Stärkung, erhielten ihre Aufträge für den Tag, deckten sich mit den erforderlichen Werkzeugen ein und wurden dann an die Einsatzorte gebracht.

»Die handwerklichen Fähigkeiten kamen gut zum Einsatz. So wurden durch Kleingruppen in mehreren Orten und verschiedenen Häusern zum Beispiel Maurer- und Installationsarbeiten ausgeführt, Schlitze verfüllt, und am Ende galt es natürlich, die Baustelle ordentlich zu hinterlassen.«

Die Bewohner freuten sich nicht nur über die ihnen zuteilgewordene Hilfe, sondern berichteten auch äußerst eindrücklich von den Geschehnissen bei der Flut und von ihrem Schicksal.

Abends ließ man beim gemeinsamen Essen noch mal den Tag Revue passieren und tauschte sich über das Erlebte aus. Die Organisatoren von »Helfer Shuttle« erwähnten zum Abschluss im Helferzelt nochmals die Gruppe der Beruflichen Schule Oberhessen und unterstrichen das hohe Maß an abgearbeiteten Aufträgen. »Eine tolle Anerkennung für die Schülerinnen und Schüler. Ein langer Tag endete um halb zehn - zurück an der Berufsschule in Nidda«, heißt es in dem Bericht weiter.

Ausmaß erst vor Ort deutlich geworden

Wie kam es zu diesem Einsatz? Studiendirektor Roland Olfe beteiligte sich kürzlich über die Initiative »Butzbach hilft« an einer Helferfahrt ins Ahrtal. Dabei entstand die Idee, auch mit Schülerinnen und Schülern der Berufsschule dort zu helfen. »Ich habe gesehen, wie viel Hilfe dort vor Ort noch gebraucht wird. Man kannte aus den Nachrichten die Bilder der Katastrophe. Aber vor Ort ist mir erst richtig deutlich geworden, in welchem großen Ausmaß dort Hilfe benötigt wird«, so Olfe. »Und da wir an unserer Schule Auszubildende aus dem Handwerk haben und vor Ort Handwerker benötigt werden, war es naheliegend, hier beides zusammenzubringen. Ich bin beeindruckt, dass sich so viele junge Menschen freiwillig für diesen Helfertag angemeldet haben.«

»Butzbach hilft« stand bei der Organisation unterstützend zur Seite. Ein Dank geht dafür an die Initiatorin Stephanie Rau-Hellmig. »Butzbach hilft« plant, im neuen Jahr wieder eine Helferfahrt anzubieten. Weitere Infos unter www.butzbach-hilft.de. Ein Dank der Helfergruppe geht auch an den Förderverein der Beruflichen Schule Oberhessen am Standort Nidda, der die Busfahrt finanziert hat.

Vor Ort wurde die Hilfe über »Helfer Shuttle« vermittelt und organisiert. Dort melden sich Betroffene mit ihrem Bedarf an und bekommen entsprechend Helfer vermittelt. Die Freiwilligen werden per Bus in die Orte gefahren und abends wieder abgeholt. Die Versorgung mit Essen und Trinken ist ebenfalls organisiert.

»Die Flut im Ahrtal liegt schon ein paar Monate zurück und in den Nachrichten ist hiervon kaum noch zu hören. Die Folgen der Katastrophe sind aber noch in großem Ausmaß vorhanden. Hilfe wird hier also noch lange benötigt«, heißt es abschließend.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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