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36 500 Tonnen Bioabfälle verwertet

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Von: red Redaktion

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Niddatal-Ilbenstadt (pm). Der Rasen wird gestutzt, die Blumen umgetopft und die Hecke geschnitten. Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer kennen das. In privaten Haushalten sowie bei Städten und Gemeinden fallen bei Gartenarbeiten jährlich mehrere Tonnen an Bio- und Grünabfällen an. Die Abfälle können heutzutage vielfach verwertet und genutzt werden.

Im Wetteraukreis wird daraus Gas und Strom gemacht. Gerade in Anbetracht der aktuellen Diskussionen um die Energieversorgung sei dies ein Vorzeigeprojekt, heißt es in einer Pressemitteilung. Das nahm die Wetterauer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik (SPD) zum Anlass und besuchte im Rahmen ihrer Sommertour »Genial. Regional. Wetterau - Unterwegs mit Natalie Pawlik« gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern das Humus- und Erdenwerk in Ilbenstadt. Über das Gelände führten der Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebes, Dr. Jürgen Roth, und der für den Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises zuständige Dezernent Matthias Walther (CDU).

Obwohl das Werk in Ilbenstadt schon 1993 errichtet wurde, sei den wenigsten Wetterauern bewusst, was dort genau passiert. Entscheidend für die heutige Nutzung des Werkes sei die Erweiterung im Jahr 2007 gewesen. Denn mit der Installation einer Vergärungsanlage und eines Blockheizkraftwerks konnte erstmals der Energiegehalt des Bioabfalls genutzt werden. Aus Gas, das in der Vergärungsanlage gewonnen werden kann, wird im Blockheizkraftwerk Strom erzeugt. 2014 wurde die Anlage dann nochmal um einen Gasspeicher und ein weiteres Blockheizkraftwerk erweitert. Heute sorgen acht Beschäftigte dafür, dass jährlich knapp 36 500 Tonnen an Bioabfällen, aus fast allen Städten und Gemeinden des Wetteraukreises, in der Anlage verwertet werden. Mit dem gewonnenen Strom können bis zu 1700 Haushalte versorgt werden.

Erneuerbare Energien als Thema

Insbesondere wegen der aktuellen Debatte um die Energieversorgung in Deutschland gewinne das Thema erneuerbare Energien an Bedeutung. Als Biogasanlage zählt auch das Humus- und Erdenwerk zu den erneuerbaren Energiebetrieben. »Hier wird deutlich, dass es neben Windkraft und Fotovoltaikanlagen auch noch weitere Möglichkeiten zur Energiegewinnung vor Ort gibt. Wir brauchen im Wetteraukreis und in ganz Deutschland einen Mix aus nachhaltigen und sicheren Energieträgern, damit die Energiewende gelingt. Dazu leistet das Werk in Ilbenstadt seinen Beitrag«, sagte die Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik.

Denn vor Ort gelten hohe Standards, nach denen alles verwertet wird, auch ein großer Teil der während des Prozesses entstehenden Wärme. »Die Abwärme nutzen wir im Vergärungsprozess für die Zersetzung des Bioabfalls, aus dem dann Humus wird, der wieder für die Düngung in der Landwirtschaft oder im Hausgarten eingesetzt wird. Bei uns wird letztlich der Kreislauf der organischen Abfälle geschlossen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klima - und Ressourcenschutz in der Wetterau«, erklärt Dr. Jürgen Roth.

Die Anlage arbeite außerdem sehr flexibel. Sowohl bei einem hohen als auch bei einem niedrigen Stromverbrauch kann die Leistung reduziert oder gesteigert werden. Auch hier gehe nichts verloren.

»Im Humus- und Erdenwerk wird sehr deutlich, was regionale Wertschöpfung in der Praxis bedeutet. Regional wird aus einem Produkt etwas gewonnen, das am Ende wieder verwertet und genutzt werden kann. Mittlerweile wird das hier vor Ort schon flächendeckend praktiziert. Das zeichnet unsere Wetterau aus«, sagt Pawlik abschließend.

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