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An Klangfarben reiches Instrument

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Von: Udo Dickenberger

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dab_orgel3_100522_4c © Udo Dickenberger

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Nach ihrer aufwendigen Restaurierung hat Bischof Dr. Peter Kohlgraf in einem Pontifikalhochamt in der Basilika von Ilbenstadt die Onymus-Orgel von 1735 geweiht. Die Weihe war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Jörg-Alfons Hutter und Rainer Walter spielten die Orgel und das E-Piano, es sang die Frauenschola.

Die Orgel selbst erklang erst vom Segen nach dem Gloria an.

Pfarrer Bernd Richardt begrüßte die Gäste. Gratuliert wurde Hutter zu seinem 50-jährigen Orgeljubiläum. Das Evangelium aus Johannes galt den Schafen, die nicht verlorengehen.

Frohe Botschaft zum Klingen bringen

Bischof Kohlgraf hob die Orgel als ein Instrument hervor, um Gott zu danken und die Gefühlslage der Menschen zum Ausdruck zu bringen. Kohlgraf blickte auf die Geschichte der Orgelrestaurierung zurück. Die frohe Botschaft müsse immer neu zum Klingen gebracht und die Gemeinschaft erneuert werden. Der Bischof kritisierte die Sehnsucht nach vermeintlich besseren früheren Zeiten. Erneuerung müsse auf die Zukunft bauen. Jeder Mensch sei ein Element im Gebäude der Kirche.

Im Zelt spielte der Musikverein Ober-Wöllstadt. Christof Westerfeld erläuterte das Programm. Grußworte von Stadtverordnetenvorsteher Florian Porth, Bürgermeister Michael Hahn und Pfarrer Michael Himmelreich folgten. Porth blickte auf die Aktivitäten des Orgelvereins zurück. Himmelreich erklärte, die Basilika sei ihm seit jeher vom Radeln durch die Wetterau bekannt. Der Orgelbaumeister und Inhaber der Firma Förster und Nicolaus, Martin Müller, erläuterte in der Hauskapelle die Restaurierung. Zuerst habe es gegolten, herauszufinden, was der Orgelbauer gewollt habe. Ein Vorbild sei die Orgel in Weingarten gewesen. Die Parallelen würden immer deutlicher. Bei der Restaurierung habe sich die lange Vorlaufzeit als vorteilhaft erwiesen. Die Windversorgung der Onymus-Orgel sei eine große Herausforderung. Historische Holzpfeifen seien nicht erhalten. Der Tremulant sorge für ein Vibrato. Das Glockenspiel des Zimbelsterns sei auf das Geläut der Kirche abgestimmt.

Besonderheiten zur Geltung gebracht

Der Orgelsachverständige Thomas Wilhelm und der Orgelbauer Rainer Bingel führten akustisch durch das Instrument, das an Klangfarben reich sei, und würdigten die tiefsten und die höchsten Töne. Alle Prospektpfeifen seien original erhalten.

Zahlreiche sogenannte Streicherstimmen und Flöten seien vorhanden. Erläutert wurden auch die vier Zungenregister. Zum Ausklang der Veranstaltung lud Wilhelm zu einem Orgelkonzert ein, das die Besonderheiten des restaurierten Instruments zur Geltung kommen ließ.

Der Orgelförderverein hat 220 000 Euro zusammengebracht. Das Bundesamt für Denkmalschutz zahlte 150 000 Euro, das Landesamt für Denkmalpflege steuerte 50 000 Euro bei, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 45 000 Euro, das Bistum Mainz beteiligte sich mit 65 120 Euro. Der Betrag von 27 500 Euro bleibt noch offen.

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dab_udo_orgel1_100522_4c © Udo Dickenberger
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dab_udo_orgel2_100522_4c © Udo Dickenberger

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