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Eltern fragen: Wann wird die Kita gebaut?

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Bürgermeister Michael Hahn mit seiner Mitarbeiterin Eileen Handke vor der Grube in Ilbenstadt, wo bis vor Kurzem noch das alte Brunnenhaus stand. © Jürgen W. Niehoff

Niddatal-Ilbenstadt (jwn). Am 1. März erfolgte der symbolische Spatenstich für die neue Kita in Ilbenstadt. Bis auf den Abriss des Brunnenhauses und der Verschließung der Quelle scheint sich auf der Baustelle seither nichts mehr zu tun.

Was ist los mit der neuen Kita »Kleine Weltendecker« an der Burg-Gräfenröder Straße, fragen sich deshalb vor allem besorgte Eltern, die auf einen Betreuungsplatz im Ort warten. Ist das Projekt geplatzt? Bürgermeister Michael Hahn beruhigt: »Es ist alles in Ordnung. Aber wir leben nun mal in Deutschland, und da braucht wegen der ganzen Bürokratie alles seine Zeit.«

Dabei sei im Vorhinein alles recht reibungslos gelaufen. Planung und Baugenehmigung hätten wenig Sorgen gemacht. Lediglich beim Abriss des Brunnenhauses und bei der Neuverlegung der unterirdischen Wasserleitung habe es vorübergehend einige Probleme gegeben. Gravierender: Bei der Ausschreibung für das Hauptgebäude hielten sich viele Baufirmen wegen der Energiekrise und den rasant steigenden Materialkosten merklich zurück. Nur vier Firmen hätten Angebote eingereicht. Deshalb konnte laut Hahn auch erst Mitte Juni die Vergabe der Rohbauarbeiten an eine Sulzbacher Firma über rund 1,6 Millionen Euro erfolgen. »Dabei sind wir 280 000 Euro unter dem veranschlagten Preis geblieben«, zeigt sich Hahn zufrieden.

Laut Hahn hat sein Vorgänger im Amt es versäumt, rechtzeitig Fördermittel für die Kita zu beantragen. »Wir müssen das dadurch entstandene Loch - immerhin 2,3 Millionen Euro - jetzt mit Mitteln der Hessenkasse auffüllen. Dabei hätten wir dieses Geld für andere Dinge wie Infrastrukturmaßnahmen wirklich dringend brauchen können«, ärgert sich Hahn. Der Vorwurf ist nicht neu. Hahns Vorgänger Dr. Bernhard Hertel verteidigte sich 2021 dahingehend, dass ein Förderantrag nur dann gestellt werden könne, wenn eine baugenehmigungsreife Planung vorliege - was nicht der Fall gewesen sei. Bei einem Standortwechsel sei der Antrag ohnehin hinfällig.

Weihnachten 2023 in neuen Räumen?

Ursprünglich war die Kita im Klostergarten geplant gewesen. Erst im September 2020 wurde mit nur einer Stimme Mehrheit der Standortwechsel hin zur Burg-Gräfenröder Straße durch das Stadtparlament festgelegt. Dort soll nun eine Kita mit vier Gruppen für unter dreijährige Kinder und drei Gruppen für über Dreijährige entstehen. Hahn geht davon aus, dass nun »spätestens Mitte August« mit dem Bau begonnen wird und die Kinder im Dezember 2023 bereits ihr erstes Weihnachten in den neuen Räumen feiern können.

Zurzeit werden die Kita-Kinder in vier Gruppen provisorische in Containern in Kaichen betreut. Erst mit dem Umzug wird die Kita um drei weitere auf sieben Gruppen erweitert.

Doch die Rohbauvergabe ist nicht das einzige, was seit dem Spatenstich erfolgt ist. So wurde beispielsweise auch der Auftrag für eine Blitzschutzanlage im Wert von rund 32 000 Euro vergeben. Und während die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs momentan das 1600 Quadratmeter große Grundstück räumen, alte Zaunpfähle und Baumstümpfe entfernen, arbeiten die Frankfurter Planer 1100 Architekten bereits an der nächsten Ausschreibung, und zwar für die Gewerke Holzbau, Dach und Fenster.

Rund fünf Millionen Euro wird die Kita am Ende kosten. Bürgermeister Hahn denkt bereits weiter in die Zukunft. Weil in Niddatal zurzeit in den vier städtischen und zwei konfessionellen Einrichtungen 470 Kinder betreut werden, der Bedarf aber weiter steigt, steht jetzt schon fest, dass auch nach Fertigstellung der neuen Kita Raumbedarf für mindestens drei weitere Gruppen bestehen wird. »Wir können also gleich weiterplanen«, sagt Hahn.

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