1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Niddatal

Mitten in die Herzen der Zuschauer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Edelgard Halaczinsky

Kommentare

koe_Fantasy1_120722_4c_1
Der erste Zaubergegenstand, die Kuh (l.), ist gefunden. Das Bäckerpaar und die Bäume des Musicals »Verhext« der Theatergruppe Assenheim freuen sich mit. © Edelgard Halaczinsky

Niddatal-Assenheim (sky). »Ab in den Märchenwald, das wird ein Riesenspaß«, sang der Chor aus fast 50 Kindern und Jugendlichen der Theatergruppe Assenheim (KiJu der TGAss) zu Beginn ihrer Vorstellung des Musicals »Verhext« auf der Bühne des Bürgerhauses Assenheim. Seit Januar dieses Jahres hatten sie das musikalische Märchen für die ganze Familie einstudiert, nun standen sie unter den aufmerksamen Blicken des Publikums und ihres Allround-Managers und Regisseurs Norbert Deforth auf der Bühne und gaben wieder einmal ihr Bestes, damit große und kleine Musical-Liebhaber zweieinhalb Stunden lang einen vergnüglichen Ausflug in einen geheimnisvollen und überaus lebendigen Märchenwald machen konnten.

Dort begegnete man Aschenputtel und Rotkäppchen, der betagten Kuh Milchweis oder dem lieblichen Rapunzel mit ihrer beneidenswert langen Haarpracht sowie vielen anderen Figuren, die einem sonst in den Märchen der Brüder Grimm begegnen. Den roten Faden suchte und fand man bei der einst strahlend schönen Hexe, die durch die Macht des bösen Zauberers Gachnar, dem größten Zauberer im Märchenland, in eine alte, hässliche Hexe verwandelt worden war. Sie war die Einzige, die ihre Magie nicht dem bösen Zauberer überlassen hatte, wurde dafür aber mit einem Fluch belegt, dem sie nur durch das Auffinden von vier Zaubergegenständen entgehen konnte. Um ihre alte Schönheit und die gute Magie wiederzuerlangen und den Zauberer zu entmachten, darf sie diese Gegenstände allerdings nicht berühren.

Das kinderlose Bäcker-Ehepaar, das sich sehnsüchtig ein Kind wünscht, wird ihr zu Helfeshelfern und begibt sich dabei auf den Weg durch den erstaunlich lebendigen Märchenwald. Viel Zeit haben sie allerdings nicht: ihnen bleiben nur drei spannende Tage, um den Fluch zu brechen und danach ihren eigenen Wunsch erfüllt zu bekommen.

Mit viel Humor und spaßigen Einfällen entspann sich vor den Augen des Publikums eine geheimnisvolle Geschichte, die allerlei Bekanntes mit verblüffenden neuen Elementen versah und so manche Überraschung bereithielt. Die Akteure spielten und sangen sich mühelos in die Herzen ihrer Zuhörer und ließen es keinen Moment an Überzeugung fehlen. War es der grantig brummende Wolf, der gerade die Großmutter verschluckt hatte, oder das Rudel von Wolfskindern, die fröhlich durch den Zauberwald tollten und sich bereits auf ihr Lieblingsgericht (Rotkäppchen mit Tomatensoße) freuten - hier wurde jede Rolle für beide Seiten zum Genuss und rief hier wie dort auch alte Erinnerungen an beliebte Märchen wach. Das wieder einmal beeindruckende Bühnenbild mit seinen liebevollen Details ließ zudem keinen Zweifel daran, dass hier Profis zu Werkzeug und Pinsel gegriffen hatten, um dem Publikum einen höchst märchenhaften Genuss zu bereiten.

Spielerische Leichtigkeit

Mit spielerischer Leichtigkeit huschten die Akteure durch das Publikum, entwendeten mit diebischer Geschicklichkeit auch mal einen Turnschuh (den sie natürlich wieder zurückgaben) oder stellten Fragen nach dem Weg in den Zauberwald, den man schließlich nach der Melodie des Helene-Fischers-Songs »Atemlos« und unter dem Applaus der Zuhörer durchquerte. Nicht selten mündete das rhythmische Klatschen zu einer beliebten Melodie in einen Zwischenapplaus, und der Weg zum Happy End, der mit so vielen spannenden Abenteuern gepflastert war, erwies sich als bunt bestückt. Die vielen Kinder, die aufgeregt auf ihren Plätzen hin- und herrutschten, waren der beste Beweis dafür, dass die TGAss mit ihrem neuerlichen Stück ihr Ziel erreicht hatte, ihr Publikum zu begeistern. Es bleibt zu hoffen, das auf diese wieder einmal gelungene Inszenierung noch viele weitere folgen werden.

koe_Fantasy2_120722_4c
Aschenputtel möchte auf den Ball des Prinzen gehen. © Edelgard Halaczinsky
koe_Fanatsy3_120722_4c
Reineke Fuchs (l) und der gestiefelte Kater (r.) wollen der Hexe helfen. © Edelgard Halaczinsky
koe_Fantasy4_120722_4c
Das Rotkäppchen macht eine Pause im Märchenwald, der Wolf schleicht sich an. © Edelgard Halaczinsky

Auch interessant

Kommentare