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Niddatal: Hunde-Verbot auf Friedhof noch zeitgemäß?

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Laut Friedhofssatzung ist es verboten, Hunde mitzunehmen. Doch ist diese Regelung noch zeitgemäß? Diese Fragen beschäftigen derzeit einige Niddataler. Das Thema steht auch bald politisch an.

Hunde auf dem Friedhof? In Niddatal wird zurzeit darüber diskutiert. Stein des Anstoßes sind offensichtlich die Hinweisschilder am Eingang der Niddataler Friedhöfe, die über die Nutzung der Liegenschaften Auskunft geben. Weil es sich bei Friedhöfen um Orte des Gedenkens und des Erinnerns handelt, sollen die Besucher ihr Verhalten entsprechend danach ausrichten. Dazu zählt nach der gültigen Friedhofsatzung (§ 7 Abs. 2 h) auch, dass Besucher keine Tiere mit auf den Friedhof bringen. Ausnahme sind Blindenhunde. Diese Friedhofsatzung gilt seit dem 1. April 2016 und somit auch das Verbot, Hunde mit auf den Friedhof zu nehmen.

Auf Facebook wurde in den vergangenen Tagen erneut die Frage von Bürgern aufgeworfen, ob dieses Verbot, denn noch zeitgemäß sei. »Ein Hinweisschild auf Leinenzwang, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, verbunden mit der Bitte um Rücksichtnahme sollte doch ausreichend sein. Für alle unwahrscheinlichen Fälle würde dann gegebenenfalls ein Beutelspender an der zentralen Wasserstelle Sinn machen«, schrieb beispielsweise der Ilbenstädter Hundehalter Andreas P. auf Facebook.

Niddatal: Verbotsregel bei Überarbeitung der Friedhofssatzung überdenken

Hinsichtlich des Mitführens ihrer Vierbeiner auf den Friedhof im Rahmen eines Traueranlasses sehen das auch andere Facebook-Nutzer ähnlich. Und auch Bürgermeister Michael Hahn (CDU) will da ein Auge zudrücken: »Das ist in der Vergangenheit ja auch weitgehend toleriert worden.« Deshalb soll im Zuge der anstehenden Überarbeitung der Friedhofsatzung auch diese Verbotsregelung noch einmal überdacht und möglicherweise etwas eingegrenzt werden. Das habe sich Hahn für das kommende Jahr vorgenommen.

Dann sollen auch im vorderen Bereich des Ilbenstädter Friedhofs zusätzliche Parkplätze entstehen, die das Regenwasser auf die angrenzende Wiese leiten und so dem Grundwasser zuführen. Auch soll der Weg, der an dem Friedhof vorbei führt, so ausgebaut und umgewidmet werden, dass Hundehalter »legal« in den angrenzenden Notbachbereich oder zum Fischteich kommen. »Was ich aber auf jeden Fall vermeiden möchte und was deshalb auch weiterhin untersagt bleibt, ist, dass Hunde zum Gassi-Gehen mit auf den Friedhof genommen werden und dann dort über die Gräber springen und womöglich auch dort noch ihre Geschäfte verrichten«. Mit dieser Meinung ist Hahn übrigens nicht allein. So schreibt beispielsweise Peter W. auf Facebook: »Auch ich habe in der Vergangenheit mehr als einmal Hundehalter darauf aufmerksam gemacht dass es einen Unterschied gibt zwischen ›mit dem Hund auf dem Weg durch den Friedhof zu gehen‹ und ›den Hund über die Gräber rennen zu lassen‹. Nach meiner Einschätzung ist es deshalb also eher die Frage, wie man Leute, denen es offensichtlich schwer fällt, auf ihren gesunden Verstand zugreifen zu wollen, zur Einsicht bringt«.

Niddatal: »Keinem Trauernden zumutbar«

Deshalb lehnt Hahn auch den vorgeschlagenen Hundekot-Beutelspender auf dem Friedhofsgelände und dann auch noch direkt neben der Trauerhalle rundweg ab. »Das ist eine Frage der Pietät und keinem Trauernden zumutbar«, sagt Hahn.

Ähnlich sieht das auch Silvia G. in ihrem Facebook-Kommentar. Sie nimmt ihre Hündin mit zum Grab der Mutter, weil sie noch lebte, als die Hündin ein Welpe war. Und auch von ihrer Freundin weiß sie zu berichten, dass sie nach dem Tode des Ehemanns mit dem Hund ans Grab ging. »So fühlt sie sich nicht so alleine, weil der Hund sie tröstet. Warum also nicht ein Zulassen von Hunden im Rahmen von Trauergeschehen?«. Die Schreiberin schiebt sofort nach, dass dies alles nur unter der Voraussetzung stattfinden dürfe, dass die Hundebesitzer ihre Tiere an der Leine führen und diese daran hindern, ihre Geschäfte dort zu verrichten.

Niddatal: Hunde-Verbot ins Stadtparlament verwiesen

Ob das strikte Verbot laut Friedhofsatzung, Hunde mit auf den Friedhof mitführen zu dürfen, demnächst gelockert wird, damit muss sich nun das Stadtparlament befassen.

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