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Vorschlag: Feuerwehrwachen zusammenlegen

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Bürgermeister Michael Hahn (hinten l.) dankt Stadtbrandinspektor Alexander Merkelbach für die Zusammenarbeit beim Erstellen des Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Wehr. © Jürgen W. Niehoff

Niddatal (jwn). Mit dem neu erstellten Bedarfs- und Entwicklungsplan der Freiwilligen Feuerwehr Niddatal kommen einschneidende Maßnahmen auf die Stadt zu - beispielsweise die Zusammenlegung von Feuerwehrwachen.

Nach dem Gesetz muss jede Kommune für ihre Feuerwehr alle zehn Jahre einen sogenannten Bedarfs- und Entwicklungsplan aufstellen, in dem auf Schwachstellen hingewiesen wird und der jeweiligen Feuerwehr Vorgaben für die kommenden Jahre gemacht werden. Seit Ende 2021 haben Bürgermeister Michael Hahn (CDU) und Stadtbrandinspektor Alexander Merkelbach über dem bisherigen Bedarfs- und Entwicklungsplan aus dem Jahr 2017 gebrütet, haben die Ausrüstung überprüft und auch die vier Wachen in Assenheim, Ilbenstadt, Bönstadt und Kaichen inspiziert.

Herausgekommen ist ein 141 Seiten umfassender Wegweiser. Darin wird nicht nur eine neue Planstelle für eine/n Sachbearbeiter/in Feuerwehr gefordert, sondern fast noch einschneidender die Zusammenlegung der Feuerwehrwachen Ilbenstadt und Assenheim vorgeschlagen. Während die Wachen in Kaichen und Bönstadt entweder erst neu gebaut oder aber vor Kurzem saniert und modernisiert wurden, besteht bei den Wachen in Assenheim und Ilbenstadt dringender Handlungsbedarf. Beide Gebäude weisen erhebliche Mängel auf, wie unzureichende Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten, zu geringe Gebäudehöhe, keine Geschlechtertrennung im Umkleidebereich oder fehlende Raumlüftungen.

Die Mängel wurden bereits von der Aufsichtsbehörde 2012 und 2017 beanstandet, aber geschehen ist seither nichts. Beide Wachen stammen aus den 1970er Jahren. Das Gebäude in Assenheim wurde sogar 1976 gebraucht gekauft und nachträglich zur Wache umgebaut. Um nicht zwei neue Feuerwehrwachen an zwei Standorten errichten zu müssen, wird im Bedarfs- und Entwicklungsplan vorgeschlagen, beide Wachen zusammenzulegen und ein neues Gebäude für beide Wehren zwischen den beiden Ortsteilen zu errichten. Als Standort kommt das Gelände am Ausgang von Ilbenstadt direkt hinter der Nidda infrage.

12 190 Euro für St. Gottfried im Monat

Der neue Plan wurde vergangene Woche im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt und dort einstimmig angenommen. Auch in der Stadtverordnetenversammlung am Montag gab es nur Lob und einmütige Zustimmung. »Die Stadt muss jetzt schnellstens Gedanken machen, wie sie das neue Gebäude und die neuen Fahrzeuge finanzieren soll«, meinte SPD-Sprecher Fischer.

Nicht ganz so einstimmig verlief die Abstimmung über die Vorlage der Verwaltung zur Anmietung des Hauses Sankt Gottfried im Kloster Ilbenstadt. Das leerstehende Gebäude des Bistums Mainz soll zur Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen dienen. Die ehemalige Bildungsstätte des Bistums steht seit einiger Zeit leer und bietet für die Unterbringung entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten. Das Gebäude hat eine nutzbare Fläche von rund 4200 m² und das Pilgerhaus von rund 800 Quadratmetern. Das Pachtverhältnis soll am 1. Juli 2022 beginnen und ist zunächst befristet auf zwölf Monate, kann jedoch verlängert werden. Der Pachtpreis beträgt 12 190 Euro je Monat einschließlich der Nebenkosten.

Die ersten Flüchtlinge sollen bereits Ende des Monats einziehen. Die Finanzierung erfolgt durch Erträge aus Zuweisungen vom Wetteraukreis (anteilige Unterbringungskosten) und die Aufgabe weiterer zurzeit angemieteter Objekte. Weil die SPD rügte, keinen Einblick in die Pachtunterlagen und auch nur unzureichende Auskünfte von der Verwaltung erhalten zu haben, enthielt sie sich bei der Abstimmung. Mit 17 Ja- und einer Nein-Stimme bei sechs Enthaltungen wurde dem Pachtverhältnis zugestimmt. FOTO: JWN

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