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Fahrdienstleiter Kevin Wolf (vorn) prüft die Software im künftigen Stadtbus, der Prokurist der Firma Stroh-Bus, Rolf Heuser, schaut ihm dabei über die Schulter.

Linien-Verkehr

Alles bereit für zweiten Stadtbus-Start

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In gut zwei Wochen startet der neue Betreiber auf den Nidderauer Stadtbuslinien. Wie laufen die Vorbereitungen? Eines ist schon jetzt klar: Selbst wenn der Start ruhig verläuft, wird es für die Fahrgäste schon bald wieder unruhig.

"Haben wir’s schon drin?" Prokurist Rolf Heuser von der Altenstädter Busfirma Stroh ist selbst gespannt. "Programmiert haben wir es schon", erklärt Fahrdienstleiter Kevin Wolf. Im Steuergerät für die Außenanzeige des künftigen Nidderauer Stadtbusses sind die neuen Zielanzeigen noch nicht hinterlegt. "Das wird dieser Tage noch gemacht", sagt Wolf.

Busse von Stroh sind ab 4. Februar auf den drei Linien 45.1, 45.2 und 45.3 im Nidderauer Stadtverkehr unterwegs. Mit diesem Tag tritt endlich der neue, acht Jahre lang laufende Auftrag für das Linienbündel in Kraft. Um die Vergabe hatte es im vergangenen Jahr enormen Ärger gegeben.

Erst seit Ende November ist klar, dass das Familienunternehmen aus der Nachbarstadt übernimmt. Nun, knapp zwei Wochen vor Betriebsstart, die Vorbereitungen fast abgeschlossen. "Das ist ja ein eher kleinerer Auftrag", räumt Inhaber

Friedel Stroh ein. Allerdings einer, an dem sein Herz hänge. Schließlich fuhr Stroh auch bis Dezember 2017 schon den Nidderauer Stadtbus.

Vom ersten Tag an "läuft der Betrieb", verspricht Stroh, räumt aber ein: "Noch nicht mit den richtigen Fahrzeugen." Anfangs fahren Zwölf-Meter-Standardbusse. Die gewünschten kleineren Busse muss Stroh noch kaufen. Dafür liefen

derzeit Abstimmungen mit der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) und der Stadt Nidderau. Der scheidende Betreiber BRH

Viabus setzt aktuell ältere Busse im Midi-Format ein, die bis Dezember 2017 als Vilbus in Bad Vilbel verkehrten. Sie nervten dort immer wieder durch Pannen. Auch in Nidderau fährt heute beileibe nicht immer einer der gelben Kleinen vor.

Fahrer mit Ortskenntnis

Personal ist bei Stroh ebenfalls genug da. "Wir haben zusätzlich eingestellt", erklärt Prokurist Heuser. Und die Firma habe "Personal auf Vorrat gehalten", da die Vergabe ja "nur" auf Eis lag. Einige Fahrer, die schon früher in Nidderau unterwegs gewesen seien, kämen wieder zum Einsatz. Deren Ortskenntnis sei natürlich gut. "Die Fahrer freuen sich darauf", weiß Rolf Heuser. Um sicher zu gehen, hat Stroh längst die Linienwege mit dem großen Bus abgefahren.

Weitgehend klappe das problemlos, sagt der Prokurist. Ausnahme: Die Straßen in der "Neuen Stadtmitte", durch die die Linie 45.1 rollt, besonders Heinrich-Heine- und Hermann-Hesse-Straße. Dort parkten vor den Baustellen viele Handwerksbetriebe und Lieferdienste, "als ob ihnen die Straße gehört", seufzt Rolf Heuser. Dadurch sei die Durchfahrt oft sehr eng. "Das betrifft nicht nur die großen Busse, sondern auch schon die kleinen."

Immerhin: Die Fahrpläne seien so gestrickt, dass kurze Verzögerungen von ein, zwei Minuten wieder herausgeholt werden könnten.

Jedoch dürfen sich die Fahrgäste nur auf eine kurze Zeit normalen Verkehrs freuen: Von Anfang März an muss die Heldenberger Bahnhofstraße wegen Kanalbauarbeiten für ein Jahr voll gesperrt werden, erinnert Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne). Termin und Dauer seien zwar "unglücklich, aber wir kriegen es irgendwie hin".

Fahrpläne ändern sich

Für das Jahr sind komplett neue Fahrtrouten und -pläne für die

Linie 45.1 und 45.3 nötig. "Sehr tief greifende Änderungen", weiß Rolf Heuser. Denn der Bahnhof Heldenbergen ist nur noch von Windecker Seite her erreichbar. Er wartet nun auf die Baustellenfahrpläne von der KVG. "Wir haben

unsere Hilfe angeboten."

"Ah, da!" Kevin Wolf nickt zufrieden. Zumindest einen Hinweis auf Nidderau hat er dem Steuergerät doch entlocken können. "Stadtbus Nidderau" wird nun angezeigt. Rolf Heuser schmunzelt. "Das sind noch die alten Anzeigen." Die werden die Fahrgäste natürlich nicht mehr zu Gesicht bekommen.

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