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Brücken zum Advent: Singend zur Ruhe kommen

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Von: Georgia Lori

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2015 haben Leonore Kleff und die Michaele Scherenberg erstmalig zu einem gemeinsamen Benefizkonzert in Nidderau eingeladen. Damals war das Publikum in der vollbesetzten Brückenkirche in Heldenbergen begeistert von den Erzählungen der TV-Moderatorin und den musikalischen Darbietungen der Musical-Familie. Mit „Brücken zum Advent“ wird es am Freitag erneut ein außergewöhnliches Konzert unter der musikalischen Leitung von Kleff geben.

Märchen, nachdenkliche Texte, Gedichte und Lieder stehen im Mittelpunkt des Konzertes „Brücken zum Advent“, das am Freitag (2. Dezember) stattfindet. Doch eigentlich, sagt Märchenerzählerin Michaele Scherenberg, gehe es darum, in der Gemeinschaft etwas zu erschaffen, „das dem Advent im Herzen Ausdruck gibt“.

Die Adventszeit sei etwas besonderes, „eine Zeit, in der der Himmel nur noch mit einem Pergament, einer sehr dünnen, durchlässigen Schicht von den Menschen getrennt ist.“ Eine Zeit, die zum Nachdenken verführe – ein Nachdenken über Erkenntnisse und Begegnungen, auch über solche, die nicht fruchtbar gewesen seien.

„Brücken zum Advent“ sei das besinnliche Pendant zu Trubel, Stress und Kommerz auf den Weihnachtsmärkten. „Es ist eine Möglichkeit, dass Besucher des Konzertes zur Ruhe kommen können und auch mitsingen dürfen“, sagt Scherenberg. Mit Klavierbegleitung von Kleff ist die Gemeinde aufgefordert, die Volksweise „Süßer die Glocken“ zu singen. Die Menschen kämen kaum noch zum Singen, sagt Scherenberg: Deshalb werde es gemeinsam mit dem Publikum eine besondere Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit geben. Solo- und Instrumentaleinlagen auf hohem Niveau wechselten sich ab.

Populäre Komponisten

Zu den Solisten zählen die Sopranistinnen Conny Meister, Brigitte Schumann und Romina Jungk sowie Altistin Dorothea Gerdes, die Tenöre Wolfgang Hldebrand und Mykolas Nicholajas und Bariton Manfred Herrmann. Michaele Scherenberg, bekannt aus dem HR-Fernsehen, wird Märchen, Geschichten und Gedichte wie „Die Weihnachtsbrücke“, „Wann fängt Weihnachten an“ oder das nordische Märchen „Der Paradiesgarten“ erzählen. Der Chor der Musical-Familie ist mit weihnachtlichen Weisen zu hören. Alle Mitwirkenden sind Teil des Ensembles von Kleff, das momentan intensiv für die Inszenierung der Operette „Die Csárdásfürstin“ probt, die im Frühjahr ihre Premiere in Nidderau feiert.

Kleff übernimmt auch die Einstimmung zum Konzert mit einem Orgelsolo und begleitet am Klavier, wie beim „Kalenderlied“ von Franz Grothe. Er zählte zu den populärsten deutschen Komponisten und Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Auf dem Programm stehen bekannte Stücke wie „Caro mio ben“ oder „Panis Angelicus“ von César Franck. „Panis angelicus“ ist der Anfang der vorletzten Strophe des Hymnus Sacris solemniis: Er wurde 1264 aus Anlass der Einführung des Hochfestes Fronleichnam durch Papst Urban IV. von Thomas von Aquin verfasst. 1872 komponierte Franck eine Fassung für Tenor, Harfe, Cello und Orgel. Sie gehört heute zum Standardrepertoire vieler Tenöre und Sopranistinnen.

Französische Melodien

Die bekannte Vertonung des Gedichtes „Caro mio ben“ wurde lange Zeit dem älteren Bruder Tommaso Giordani zugeschrieben: Sie ist nach neueren Erkenntnissen möglicherweise von Giuseppe Giordani. Auch „Air“ von Johann Sebastian Bach wird zu hören sein. Im zweiten Satz schweigen die Trompeten, Oboen und Pauken, Streicher und Basso continuo entwickeln einen liedhaften Satz im Viervierteltakt.

In der Brückenkirche in Heldenbergen wird „Air“ von Matthias Wischer (Akkordeon) und Manfred Wischer (Kontrabass) gespielt. Die alte französische Weihnachtsmelodie „Noel“ wird von Sopranistin Romina Jungk vorgetragen.

In der Pause können die Besucher miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Pausenbewirtung mit Glühwein und Punsch übernimmt die Essensbank Heldenbergen. Sie hat Kunden aus allen Nidderauer Stadtteilen, auch in Erbstadt ist eine Ausgabestelle eröffnet worden. Der Eintritt für das Konzert ist frei, jedoch sollen die Spenden der Besucher der Essensbank und der Produktion „Die Czárdasfürstin“ zugute kommen.

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