39 Aussteller

So war es auf der Buchmesse Main-Kinzig

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39 Aussteller, darunter Verlage, Einzelautoren, Vereine und ein Comiczeichner präsentierten sich am Wochenende bei der 19. Buchmesse Main-Kinzig in der Willi-Salzmann-Halle. Die Besucher waren dieses Jahr ein Verlagen mit Nischenfunktion und Krimiautoren interessiert.

Hedwig Candia ist es wichtig, regionale Autoren kennenzulernen. Krimis interessieren die Besucherin besonders. „Ich habe viele Lieblingsautoren und brauche Bücher zum Anfassen, keine E-Books“, sagt sie, während ihr Blick über die Titel der Buchrücken eines benachbarten Standes schweift.

Roswitha Bruggaier und Diez Eichler schlendern gemeinsam über die Messe. „Aus Lokalpatriotismus“, sagt Eichler und lacht. Er selbst bereitet ein Buch über die Geschichte des alten Pfarrhauses in Windecken vor. Eichler ist seit April Mitglied des Arbeitskreises Stadtgeschichte. Der Arbeitskreis stellt Sonderveröffentlichungen vor. „Es werden viele Krimis, aber auch Fantasy-Literatur und Ratgeber vorgehalten“, sagt Eichler, der selbst gerne Fachbücher über Musik des 18. Jahrhunderts und über Theologie liest. Bruggaier dagegen hat ein Faible für Kochbücher.

Eine Lautsprecherdurchsage zerschneidet das Gespräch. Krimiautorin Ingrid Reidel liest im Leseraum aus ihrer Geschichte „Liebstöckel“. Die Veranstaltung der gelernten Erzieherin ist eine Mischung aus Lesung und Comedy. Die Autorin erzählt von abgetrennten Puppenköpfen und einer Urne, die sie im Schlafzimmerschrank ihrer verstorbenen Großmutter findet.

Die deutsche „Agatha Christie“, wie Ingrid Reidel genannt wird, liebt die Verkleidung. In ihrer Kostümierung lebt sie in Kurzkrimis ihren Hang zum schwarzen Humor aus. 2017 gewann Reidel den ersten Preis beim Tatort Eifel Kurzkrimi-Wettbewerb. Die Siegergeschichte „Die schöne Aussicht“ hält sie ihrem Publikum nicht vor. Sie bindet sich einen Schal um, setzt eine Mütze auf und malt sich einen Schnurrbart, bevor sie dem Publikum ihren Krimi zum Besten gibt.

In der Halle lobt Marianne Crepaldi aus Nidderau den Aufbau der Messe. Sie interessiert sich für Geschichte und Kultur. Regionale Kultur präsentieren Marcel Dax und Mathias Müller vom Charles Verlag in Frankfurt am Main. In ihrem Programm befindet sich Gerd Knebels Erstlingswerk „Wörld of Drecksäck“ sowie Krimis oder Kurzgeschichten, vereint in „Ein Viertelstündchen Frankfurt“. „Der Verlag existiert seit eineinhalb Jahren“, sagt Müller.

Mit ähnlich kleinen Verlagen hat Horst Schaub aus Nidderau gute Erfahrungen gemacht. Er hält nach welchen Ausschau, die nicht den Mainstream bedienen. „Ich lese gerne Geschichten aus dem zwischenmenschlichen Bereich, auch Krimis“, sagt Schaub. Einen Lieblingsautor hat er nicht. Fast schüchtern, sagt er, dass fast alle Karl May-Bände zu seiner Büchersammlung gehören. Schaub schätzt die angenehme Atmosphäre der Buchmesse.

Zu den kleineren Verlagen zählt der Lotte Verlag. Frauke Ahlers gründete den Verlag vor vier Jahren, verlegt Bücher für Körper, Geist und Seele. Sie spricht den Organisatoren ein Lob für die Vorbereitung aus. Verlagskauffrau Daniela Kayser, Philologin Katharina Musial-Buske und Grafiker Mirko Seeling verstehen sich als Dienstleister für Autoren und bieten diesen ihre kompetente Unterstützung in jeder Phase der Buchentstehung an.

Marion Henneberger aus der Nähe von Würzburg freut sich auf spannende Lesestunden des dritten Teils der Kinzigtal-Trilogie von Tanja Bruske. Sie schätzt die Krimis von Peter Ripper. Ihr Lieblingsautor ist Gernot Griksch. Sie empfiehlt seinen Roman „Die Kirschkernspucker“. „Ich finde es total schön, Autoren persönlich kennenzulernen“, sagt sie. Gibt es auch Kritik? „Der Leseraum könnte schöner sein. Er erinnert mich an einen Bahnhofswartesaal. Das Licht blendet so, dass der Autor oft nicht richtig zu sehen ist“, sagt Henneberger.

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