Der Spieletreff für Erwachsene bringt Menschen zusammen. An diesem Montag haben sich Brunhild Kirchberger und Wilma van Gember zusammengefunden, um zu "scrabbeln".

Gesellige Runden

So cool ist der Nidderauer Spieletreff im Familienzentrum

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Die Zutaten für eine gesellige Runde sind mitunter einfach: Gesellschaftsspiele und Menschen, die am Spielen ihren Spaß haben. Vor drei Jahren hat Elfi Kunkel den Spieletreff für Erwachsene im Nidderauer Familienzentrum gegründet. Seither wird gezockt, gerätselt und vor allem gelacht.

Nidderau - "Hab mein Wage vollgelade", lautet die erste Strophe eines bekannten holländischen Liedes aus dem 17. Jahrhundert. Elfi Kunkel lädt seit drei Jahren zweimal im Monat einen Wagen voll. Allerdings nicht wie im Lied "mit alten Weibsen", sondern Gesellschaftsspielen. Da türmen sich auf den beiden Ablageflächen Klassiker wie "Monopoly", "Sudoku" und "Bingo" und Kartenspiele wie "Memory", "Skat", "Canasta" und "Rommé" neben modernen Gedächtnis- und Familienspielen.

Elfi Kunkel begrüßt zum "Spieletreff für Erwachsene" jeden ersten und dritten Montag im Monat bis zu 22 Teilnehmer. Alle sind im "Unruhestand", 65 Jahre und älter. Sie sind begeistert von dem Treffen in geselliger Runde. "Wir freuen uns immer über neue Teilnehmer. Für sie entstehen keine Kosten, ich bitte nur um vorherige Anmeldung", sagt die gebürtige Aachenerin Kunkel. Die gelernte Anwaltsgehilfin, die bei einer Versicherung beschäftigt war, zog 1975 mit ihrem Mann und den beiden inzwischen erwachsenen Söhnen nach Nidderau. Heute wohnt sie in Heldenbergen wie viele der Spieletreffteilnehmer. Gleich nach ihrem Umzug hat sich die 68-Jährige ehrenamtlich engagiert.

"Anfangs habe ich fünf Jahre lang Tanzkurse für Leute mit Handicap in der evangelischen Kirche Heldenbergen, dann auch für Senioren im Altersheim in Büdesheim organisiert. Nebenbei habe ich Kurse zum Spielen auf dem Keyboard gegeben und vor drei Jahren den "Spieletreff für Erwachsene" gegründet." Unterstützt und begleitet wird sie wie alle Ehrenamtlichen im Familienzentrum von Christiane Marx, Fachdienstleiterin des Fachbereichs Soziales der Stadt Nidderau. Sie kümmert sich um Senioren, Netzwerke und das Ehrenamt.

Duell um Wörter

"Ich habe von diesem Angebot durch den Seniorenbrief der Stadt erfahren", erzählt Wilma van Gember. Sie lebt seit drei Jahrzehnten in Nidderau, wohnt seit einem halben Jahr in Heldenbergen. Sie feiert an diesem Montagnachmittag ihre Premiere beim Spieletreff. "Ich liebe Scrabble." Und hat mit Brunhild Kirchberger, die seit zweieinhalb Jahren in Heldenbergen wohnt und seit zwei Jahren zum Spieletreff kommt, eine Gleichgesinnte getroffen.

Elfi Kunkel (links) hat einen Wagen voller Spiele für den Treff vorbereitet. Dagmar Schröder ist eine passionierte Kartenspielerin.

Jetzt kämpfen beide mit Wortbildungen, Buchstaben anlegen, Wörter untereinander verbinden und geschicktem Ausnutzen der Prämienfelder darum, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Gleich nebenan hat eine fröhliche Runde das Kartenspiel "Schikane", das mit Rommékarten gespielt wird, für sich entdeckt. Bei diesem Spiel, das auch als "Asse raus" bekannt ist, sind List und Tücke gefragt. "Man muss aufpassen, welche Karten auf dem Tisch liegen und welche Karten die Mitspieler in ihrem Stapel haben", berichten die fünf Spieler. Sie kommen aus verschiedenen Stadtteilen. "Mit gefällt vor allem am Angebot, dass ich hier mit Erwachsenen spielen kann und Gleichgesinnte treffe", sagt Christel Jung. "Wir harmonieren alle sehr gut miteinander, sind eine schöne Gruppe", betätigen die Mitspieler Ursula Untucht, Harald und Dagmar Schröder. Und schon ist die volle Konzentration aller wieder auf die Karten gerichtet. Zu denen, die von Anfang an dabei sind, gehören die sieben Spieler am dritten Tisch.

Bei ihrem Spiel "Concept" sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Das innovative Spielkonzept kombiniert Partyspiel mit App-Icons, erklärt Renate Bauer. Die beiden Spieler, die mit dem Erklären von Personen, Gegenständen oder auch Zitaten aus einer der Rubriken an der Reihe sind, legen kleine Klötzchen aufpassende Piktogramme des Spielbretts. Damit umschreiben sie ohne Worte, den gesuchten Begriff oder die Redewendung. In diesem Fall ist die Rubrik "Geschenke" und der gesuchte Begriff "Der Weihnachtsbaum".

Raten und interpretieren

Die Mitspieler raten und interpretieren munter drauf los. Sie lassen sich spontan auf Gedankensprünge der Mitspieler ein, verlassen dabei oft konventionelle Denkmuster. Und fördern spielerisch ihren Umgang mit Symbolen und deren sprachliche Definitionen.

"Das macht richtig Spaß, ist spannend, regt die Fantasie an, fördert die Konzentration und das Gedächtnis", bilanziert die Runde. An allen Tischen wird eifrig gespielt und gerätselt, dabei oft vergessen, die Punkte zu notieren. "Ich komme hier gern her, weil ich die Geselligkeit schätze und neue Spiele erlerne", sagt eine Seniorin.

Am Ende ist der Spieletreff für Erwachsenen wieder wie im Flug vergangen. Elfi Kunkel macht die Mitspieler und Mitspielerinnen auf ihre Vernissage am 1. März um 19 Uhr im Rathaus aufmerksam. In ihrer Ausstellung mit dem Arbeitstitel "Farbe, Farbe und von allem etwas" zeigt sie Acryl- und Pastellkreidegemälde.

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