Legionellen nachgewiesen

In dieses Wasser darf niemand eintauchen

Seit einigen Tagen stehen Wasserratten vor geschlossenen Türen im Nidderbad: Nachdem im Wasser des Schwimmerbeckens Legionellen „in geringer Konzentration“ festgestellt worden sind, hat die Stadt den gesamten Schwimmbereich geschlossen. Der Sauna-Trakt steht also nach wie vor offen.

„Das ist in den 23 Jahren, seit ich hier im Nidderbad arbeite, noch nie passiert, dass wir wegen verunreinigtem Wasser schließen mussten“, ist der stellvertretende Betriebsleiter Robert Weniger ratlos.

Bei Routineuntersuchungen des Wassers im Nidderauer Schwimmerbecken hatte das beauftragte Fresenius-Institut einen erhöhten Legionellenwert festgestellt, die Schwimmhalle wurde daraufhin nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt sofort gesperrt. Der Saunabetrieb geht indes weiter.

„Mit Ende der Sommersaison wird das Nidderbad jedes Jahr für zwei Wochen geschlossen und es werden umfangreiche Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt. Teilweise vom Personal, teilweise von Fachfirmen, die zum Beispiel die Filteranlage warten und die Aktivkohle austauschen“, berichtet Weniger. Dabei werden auch an die 500 Kubikmeter Wasser in den Becken komplett erneuert und die Schwimmhalle grundgereinigt und desinfiziert. Auch die Reservetanks werden geleert und neu befüllt, ebenso das Spülwasser erneuert. Bei der Revision der technischen Anlagen wird auch die Lüftung des Bades einer genauen Kontrolle unterzogen.

„Deshalb ist es um so unverständlicher, dass wir jetzt diese Probleme haben, bislang waren die Werte immer in Ordnung, wir hatten noch nie Beanstandungen“, so Weniger. Das Personal prüft mit seinen Möglichkeiten täglich die Wasserqualität, in unregelmäßigen Abständen – meiste alle ein bis zwei Monate – kommen die Tester des Freseniusinstituts unangemeldet und ziehen sogenannte Schöpf-Proben. In einer dieser Proben, die nur im Labor genau untersucht und ausgewertet werden können, wurden nun Legionellen „in geringer Konzentration“, so Weniger, festgestellt. Diese können vor allem Kleinkindern und älteren sowie kranken Menschen gefährlich werden.

Inzwischen waren die Mitarbeiter des Freseniusinstituts erneut da und haben eine Nachprobe vorgenommen, die erneut mikrobiologisch untersucht wird. „Das dauert allerdings acht bis zehn Tage, weil Kulturen angelegt werden müssen. Vor dem achten Januar werden wir voraussichtlich keine Rückmeldung bekommen“, berichtet Weniger. Die Mitarbeiter haben nach Bekanntwerden der Werte als erstes eine sogenannte Stoß-Chlorung des Wassers vorgenommen, allerdings bleibt das Bad geschlossen.

Die Möglichkeit, nur das Schwimmerbecken zu sperren und den Nichtschwimmer und Kinderbereich offen zu halten, habe man aus organisatorischen Gründen verworfen, sagt Weniger. „Die Schließung des Schwimmbadbereichs wird uns spürbare Ausfälle bringen, denn gerade im Dezember und im Januar haben wir gute Besucherzahlen“, bedauert er. „Aber die Gesundheit der Besucher geht vor, da gehen wir kein Risiko ein.“

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