Ehrenbrief für den Heldenbergener Robert Bastian

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27 Jahre leitete der heute 78-jährige Heldenberger Robert Bastian den Geschichtsverein Heldenbergen. Es war praktisch sein Baby, das er 1989 aus der Taufe hob und zu einem Verein mit 300 Mitgliedern machte.

27 Jahre leitete der heute 78-jährige Heldenberger Robert Bastian den Geschichtsverein Heldenbergen. Es war praktisch sein Baby, das er 1989 aus der Taufe hob und zu einem Verein mit 300 Mitgliedern machte.

Erst in diesem April legte der geschichtsbegeisterte Robert Bastian aus Altersgründen sein Amt als Vorsitzender des Heldenberger Geschichtsvereins nieder. Der Schritt ist ihm nicht leicht gefallen, denn er liebt seine Heimat und deren Geschichte. „Aber das Gehen fällt mir schwer, da muss man Platz für Jüngere machen“, räumt er bei der Preisverleihung bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ein.

Die kleine Feier zu Beginn der Sitzung gilt alleine ihm. Bürgermeister Gerhard Schultheiß hatte ihn für den Ehrenbrief des Landes Hessens vorgeschlagen. Bei Bastian lagen nach Auffassung des Bürgermeisters nicht nur die üblichen Voraussetzungen für diese Auszeichnung vor, wie eine mindestens 12-jährige aktive ehrenamtliche Tätigkeit in kommunalen Einrichtungen oder in einem kulturellen Verein, sondern Bastian war auch in den vergangenen Jahrzehnten mit all seinem Engagement für den Geschichtsverein ein Teil Heldenbergens.

1938 in Raunheim am Main geboren, zog er 1942 mit seiner Mutter nach Heldenbergen mit seiner überwiegend landwirtschaftlichen Struktur. Deshalb musste er für seine Ausbildung als Maschinenschlosser nach Frankfurt. Später bildete er sich zum Stahlbaukonstrukteur weiter und arbeitete bis 1995 in Frankfurt. Schon früh entwickelte Bastian ein positives Verhältnis zur Landwirtschaft und zu Tieren. Bei den Landwirten holte er frische Milch und erlebte Hausschlachtungen. Heldenbergen, das war und ist für Robert Bastian ein großes Stück Erinnerung an seine Kindheit. Seine eigenen Bildbände “ Unser Heldenbergen“ und „Heldenbergen – eint uns jetzt“ beschäftigen sich deshalb auch mit der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis heute. Es sind Erinnerungen an den Wandel im Ortszentrum, den Abbruch des Alten Schulhauses, das Hauptgebäude der ehemaligen Mittelburg, die Häuser des ehemaligen Pächters und des Schuldieners.

Kreisbeigeordnete Matthias Zach (Grüne), der die Preisverleihung vornahm, lobte das ehrenamtliche Engagement Bastians. Er habe die lokalgeschichtliche Forschung und Heimatpflege für Heldenbergen geprägt. „Sein Wirken biete jungen Menschen pädagogisch sinnvolle Orientierung, weil er ein Stück verloren geglaubter Identität und Geborgenheit zurückgibt“, lobte ihn Zach. Vom Bürgermeister erhielt er eine zusätzliche Auszeichnung für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.

( jwn)

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