Pechsträhne des Gastronoms

Einbrecher demolieren Lokal „Landhausküche“

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Die Pechsträhne des Nidderauer Gastronomen Christian Holle geht weiter. Nach baulichen Verzögerungen und gravierenden Baumängeln (wir berichteten) wurde sogar in sein Lokal „Landhausküche“ im Turm des Nidder-Forums eingebrochen. Der Gesamtschaden: rund 15 000 Euro. Und auch das Thema Baumängel ist noch lange nicht vom Tisch.

In der Nacht auf den 14. Februar verließ Christian Holles Personal die „Landhausküche“ um kurz nach Mitternacht. Wenige Minuten vor ein Uhr machten sich dann zwei maskierte Männer an der Tür zu schaffen: In Sekundenschnelle hebelten sie die ebenerdige Glastür des Lokals auf. Ihr Einbruch ist auf der Überwachungskamera dokumentiert. Zu erkennen sind die Täter jedoch nicht – sie trugen Handschuhe und schwarze Kleidung.

„Die Männer sind in aller Seelenruhe durch das Lokal spaziert und sofort in den Tresenbereich gegangen“, erzählt Inhaber Holle. Dort hebelten die Täter mit einem Brecheisen die Personalspinde auf. Die Beute: Eine Wechselgeldbörse mit Inhalt, knapp 3000 Euro Bargeld und ein I-Pad im Wert von 900 Euro. Der Verlust des I-Pads ist besonders ärgerlich, weil die komplette Steuerung von Licht und Musik darüber erfolgt.

Die Einbrecher verbrachten nur etwa zehn Minuten in der „Landhausküche“. Zuvor brachen die Männer noch in eine benachbarte Bäckerei ein. Das im Turm gelegene Restaurant „Bright Lounge“, der zweite Teil von Holles Gastronomiekonzept in Nidderau, ist vom Einbruch nicht betroffen.

Die Video-Dokumentation wird derzeit ausgewertet. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei Hanau hat laut Holle bisher aber keine Erkenntnisse gebracht. Die Einbrecher haben den Aluminiumrahmen der Tür ebenso beschädigt wie das Türschloss, das mittlerweile ausgetauscht ist. Auch ein Sideboard und die Spinde demolierten sie. „Der Einbruch wurde morgens um sechs Uhr von der Putzkraft entdeckt“, sagt Holle.

Besonders ärgerlich: Für ihn ist es der dritte Einbruch innerhalb von zwei Jahren. In der Silvesternacht 2015/16 verursachten Einbrecher in seinem Privathaus in Hanau einen Schaden im sechsstelligen Bereich. Mitte 2016 entwendeten Diebe bei einem Einbruch in seinem Gastronomiebetrieb „Holle’s am Schlossgarten“ in Hanau die Tageskasse und Elektronikgeräte.

Und auch sonst läuft nicht alles glatt. Holle erzählt von einem weiteren Ärgernis: Gäste, die Tische fest buchen, dann aber einfach nicht auftauchen. Gleich fünf Reservierungen für den 14. Februar, Valentinstag, wurden nicht wahrgenommen.

„Schon einige Zeit ist das deutschlandweit zum Trend geworden, dass Leute zu einem Fixtermin buchen, dann aber nicht kommen“, ärgert sich Holle. Dennoch ist er froh, dass das Tagesgeschäft nicht unter dem Einbruch gelitten hat.

Auch das Thema Bauschäden ist noch nicht vom Tisch. Laut Holle betreiben die Projektentwickler der Neuen Mitte, die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), „Flickschusterei“.

Nach wie vor seien der Boden und die Wände seines Lokals feucht. HBB habe einen Maler geschickt, um die von Wasserschäden feuchten Stellen zu überstreichen – „was aber gar nicht möglich ist“, meint Holle. Immerhin ist der behindertengerechte Aufzug, für dessen Bedienung es lange Zeit keine Stromzuführung gab, nun betriebsbereit. Eine Schalttafel für Blinde und Rollstuhlfahrer wurde ebenfalls eingebaut, doch das Display funktioniert noch immer nicht.

In der Dachfläche der Lounge in Richtung Stadtplatz sind nun zwar 30 Dämmkeile eingebaut worden. Im Dachbereich, der in Richtung Konrad-Adenauer-Allee gelegen ist, fehlen sie aber noch. „Es zieht nicht mehr im Gästebereich, aber im Personalbereich sehr wohl“, moniert Holle. Ein weiterer Mangel: Der Epoxitharzboden in der Küche zeigt Risse und bricht auf.

Holle kritisiert: „HBB legt kein Konzept vor und sitzt die Probleme aus.“ Er überlegt, Klage einzureichen. Heiner Hutmacher, Geschäftsführer des HBB-Centermanagements, bestätigt, dass die Aufzug-Anzeige noch nicht repariert ist. Weitere Mängel seien aber trotz fehlender Belege dafür, dass die Schäden nicht durch Holle selbst verursacht worden sind, „kulant abschließend bearbeitet“ worden.

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