Musikschule

Eine Spende, die gut klingt

  • schließen

Da freuen sich die jungen Musiker der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden: Dank ihres Fördervereins konnte kürzlich ein Kinder-Fagott angeschafft werden. Es ist das erste Projekt des noch recht jungen Vereins.

Am 24. September 2014 wurde der Förderverein Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden gegründet. Nach einem Jahr stellt der Verein nun das erste von ihm realisierte Projekt vor. Dem Verein ist es gelungen, die Musikschule mit der Finanzierung eines dringend benötigten Kinder-Fagotts zu unterstützen. Doch nicht nur diese seltene Variante des Fagotts wurde kürzlich vorgestellt, sondern auch der Förderverein zeigte Flagge und übergab symbolisch den Scheck.

Eine beeindruckende Vorstellung des Kinder-Fagotts bot der elfjährige Jonas Reuter gemeinsam mit seinem Lehrer Symeon Rizopoulos in den Räumen der Musikschule in Windecken. 3150 Euro kostete die Anschaffung des 1,8 Kilogramm schweren Holzblasinstrumentes. „2000 Euro für das Instrument sind aus Spenden zusammengekommen, der Rest wurde durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Die Bürgerstiftung gab 300 Euro dazu“, sagte Horst Körzinger, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins.

Als Sponsoren nannte er die Firma Control Mechatronics, das Autohaus Staaf, die Bürgerstiftung und Optik Leibold. Der Förderverein erhielt von der Stadt eine Anschubfinanzierung in Höhe von 500 Euro. Der 30 Mitglieder starke Förderverein steht unter Vorsitz von Burkhard Jungcurt. Rizopoulos erklärte, dass das Fagott ein Holzblasinstrument in der Tenor- und Basslage mit Doppelrohrblatt ist.

Inzwischen seien die Quint-, Quart- und Oktavfagotte wieder auferstanden. Sie würden aufgrund der geringeren Größe und des Gewichts als Einstiegsinstrumente für Kinder genutzt. Wolfgang Amadeus Mozart habe ein Konzert für das Fagott komponiert. Antonio Vivaldi schrieb 39 Solokonzerte für das Barockfagott. Eines der ersten großen für Fagott konzipierten Werke ist die Sonate in f-Moll von Georg Philipp Telemann, einem Komponisten des Barock.

Jonas Reuter, Neffe des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Reuter, spielt seit vier Jahren Fagott. „Ich übe vier bis fünf Mal pro Woche zwischen 15 und 30 Minuten“, sagt Jonas. Er spielt auch in der Big Band der Otto-Hahn-Schule in Hanau, die er besucht. Im Mai belegte Jonas im Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ den zweiten Platz und auf Regionalebene den ersten Platz. „Ich bin froh, dass wir junge Leute für das Instrument begeistern können und das Fagott eine Renaissance erfährt“, sagt Rizopoulus.

Wie Musikschul-Leiter Michael Winterling erklärte, zählt die Musikschule mit 1800 Schülern und 62 Lehrkräften zu den zehn größten Musikschulen in Hessen. 65 Musikschulen sind insgesamt gelistet. „Der Deckungsgrad von 1800 Schülern bei 35 000 Einwohnern im Gebiet der Musikschule ist bundesweit einmalig“, sagt Winterling. Er sei über die Existenz des Fördervereins sehr froh, da es viele förderungsbedürftige Projekte und Kooperationen gebe.

Ihr Bildungsauftrag geht weit über den reinen Instrumentalunterricht hinaus und umfasst Sozialprojekte, außergewöhnliche Kulturprojekte und studienvorbereitende Ausbildung. Zu den Sozialprojekten mit Beteiligung des Landes Hessen zählt er zwei Projekte mit Kindern von Asylbewerbern in Kilianstädten und Windecken, ein Sozialprojekt mit der Jugendpflege und Grundschule in Niederdorfelden oder der Grundschule in Büdesheim.

Förderungsbedürftig sei auch die musikalische Früherziehung für alle Kinder in der Kindertagesstätte Sonnenwelle in Büdesheim oder die „Jedem Kind ein Instrument“-Projekte an der Struwwelpeter-Schule Niederdorfelden und der Sterntalerschule Büdesheim. Kooperationen bestünden unter anderem zur Bertha-von-Suttner-Schule oder Streicherklassen in drei Nidderauer Grundschulen. Ein weiteres Projekt besteht an der Förderschule Ostheim. „Zuschussbedarf gibt es bei allen Projekten“, sagt Schulleiter Winterling.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare