Erster Spatenstich im September 2009.
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Erster Spatenstich im September 2009.

Nidderauer Umgehungsstraße

Das Ende einer unendlichen Geschichte

Es war ein Mammutprojekt, das Nidderau jahrzehntelang beschäftigt hat. Nun neigt sich die unendliche Geschichte rund um die Umgehungsstraße dem Ende zu. Bis Oktober werden noch letzte Feinheiten erledigt, schon ab Montag darf die Straße durchgehend befahren werden.

Von Jürgen W. Niehoff

Man kann das kollektive Aufatmen fast hören – nicht nur bei den Bürgern, die über 40 Jahre auf die Entlastung der engen Ortsdurchfahrten durch Heldenbergen und Windecken gewartet haben, sondern auch bei Helmut Köhler, dem für das Projekt verantwortlichen Mitarbeiter der hessischen Straßenbaubehörde. „Seit mehr als fünf Jahren kümmere ich mich ausschließlich um diese Baumaßnahme. Und für die Nachbearbeitung, also die Überprüfung und Abzeichnung aller Rechnungen, werden noch weitere Monate ins Land gehen“, sagt er.

Trotzdem ist der 53-jährige Baufachmann zufrieden. „Bei einem 40-Millionen-Euro-Projekt eine Punktlandung hinzubekommen und den Kostenrahmen auch über die Zeit im Lot zu halten, das klappt nicht bei jedem Bau so“, freut sich Köhler.

Ein Leichtverletzter

Zusammen mit Bauleiter Markus Pinker hat er die Fäden in den vergangenen Monaten und Jahren an der Baustelle in der Hand gehalten und dafür gesorgt, dass es keine bösen Überraschungen gab. „Wir hatten glücklicherweise nur einen Arbeitsunfall mit einem Leichtverletzten“, so Pinker. Dafür hatte er umso mehr Ärger mit Vandalismus (die FNP berichtete). „So schlimm habe ich es noch nie erlebt“, beklagt sich der Bauleiter aus Franken. Auch Köhler räumt ein, dass die Schäden durch Vandalismus in diesem Fall außergewöhnlich groß gewesen seien. „Deshalb haben wir auch Gas gegeben und sind jetzt sogar noch vor der geplanten Zeit fertig geworden“, sagt Pinker. Eigentlich waren die Fertigstellung und Übergabe erst für September vorgesehen. Verantwortlich für den Zeitgewinn und auch für das Einhalten des Kostenrahmens sei aber auch das milde Wetter ohne größere Winterpausen und keine sonstigen Überraschungen während der Bauphase gewesen.

„Auch wenn wir üblicherweise die Baumaßnahmen akribisch vorbereiten, so kann immer mal wieder eine Leitung auftauchen, beispielsweise ein Nato-Kabel, das in keinem Plan verzeichnet ist. Oder ein Bombenfund, der die Arbeiten für Tage unterbrechen kann, zählt Köhler mögliche unvorhersehbare Störungen auf. Dieses Mal blieb ihm all das erspart.

7,26 Kilometer Entlastung

Im September 2009 war der erste Spatenstich durch den damaligen hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und den Verkehrsstaatssekretär Ulrich Kasparick (CDU) erfolgt. Die Fertigstellung rutschte vom damals verkündeten Datum 2013 schnell auf 2015. Schuld waren 2011 die Konsolidierungsbemühungen des Bundes und Überprüfungen der Planung.

Am Montag wird Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) das rot-weiße Absperrband durchschneiden und die 7,26 Kilometer lange Umgehungsstraße mit 13 Brücken für den Verkehr freigeben. Statt 17 000 Autos am Tag soll sich das Verkehrsaufkommen in den Stadtteilen dann auf nur noch 4000 Autos reduzieren.

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