Garagenflohmärkte

Feld- und Kleinbahnverein lädt zum "Flohmarkt total" nach Windecken

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Der Feld- und Kleinbahnverein Nidderau veranstaltet zum zweiten Mal mit seiner Initiative der privaten Garagenflohmärkte einen „Flohmarkt total“ im Nidderauer Stadtteil Windecken. Das Spannende: Die Standorte der beiden Anbieter weichen voneinander ab, sind aber logistisch miteinander verknüpft. Die Standorte der von der Flohmarktinitiative betreuten Stände sind auf einem Stadtplan in der Willi-Salzmann-Halle verzeichnet.

Den Spaß am Trödeln scheint Bertil Böhler von seiner Mutter Marlies geerbt zu haben. In jüngeren Jahren hat die heute 81-Jährige gerne das Auktionshaus Arnold in Frankfurt besucht oder war bei Versteigerungen im Pfandleihhaus Wenz in Darmstadt präsent. „Gegen Ende der Veranstaltungen habe ich immer die schönsten Sachen gefunden“, sagt sie und zeigt einen kleinen handbemalten Teller, mit dem Konterfei von Goethe.

Auch Schmuck hat sie damals ersteigert. Gebraucht hat sie die Dinge nicht, doch es hat ihr Spaß gemacht, sie zu erwerben. Mit der Zeit hat sie ihren Blick geschärft, Kurioses und Raritäten entdeckt. Für den Flohmarkt am Sonntag haben sie und Sohn Bertil noch viel Arbeit. In der Wohnung haben sich viele Dinge angesammelt, die in die Garage geräumt werden müssen.

Auf einem Tisch stapeln sich unzählige CDs. In der Garage selbst lagern auf Regalen Porzellan, Zinngeschirr, Krüge und Bücher. Von letzteren gibt es eine breite Auswahl, die von Bildbänden über Sachbücher bis zu Kriminalromanen reicht. „Modeschmuck kommt noch dazu“, sagt Marlies Böhler. Gegenstände vom Dachboden sollen nicht berücksichtigt werden. Es blieb keine Zeit zum Aussortieren und der Sommer mit den hohen Temperaturen schreckte Marlies Böhler ab, den Dachboden zu betreten.

Die Idee für die private Flohmarktinitiative hatte Bertils Bruder Boris, der in Brühl in Nordrhein-Westfalen lebt. „Dort werden oft Flohmärkte in Garagen und Carports angeboten“, sagt Bertil Böhler. Die Vorteile lägen auf der Hand. Für die Anbieter fallen keine Transportkosten an, die sozialen Kontakte in der Nachbarschaft werden gefördert und Müll wird durch die Weitergabe von nicht mehr benötigten Dingen vermieden. „Auch der Spaßfaktor ist hoch“, sagt Bertil Böhler. Etwa 50 private Anbieter nahmen im vergangenen Jahr teil. Wie viele es 2018 sein werden, können Mutter und Sohn nicht einschätzen. Es gibt zu viele Unsicherheitsfaktoren in der Nachbarschaft, wie Schichtdienst und gesundheitliche Probleme.

Vorab hat Böhler fast 6000 Flyer im Main-Kinzig-Kreis und auf Flohmärkten in Hanau und Offenbach verteilt. Werbung erfolgte auch über Plakate in Nidderauer Geschäften und in den sozialen Medien. Immer wieder ist Bertil Böhler vom Trödeln fasziniert. Er mag kuriose Dinge, wie er sagt, und holt eine Spieluhr in Form eines Klavieres. Als er die Spieluhr aufzieht, erklingt die Schiwago-Melodie. Die Spieluhr hat er für fünf Euro auf einem Flohmarkt ersteigert. Auch in seiner Garage darf ein bisschen gefeilscht werden.

2015 hat Bertil Böhler zusammen mit Hannelore Rehrauer begonnen, private Flohmärkte zu organisieren. Ab 2017 erfolgte die Organisation gemeinsam mit Michael Franz, Vorsitzender des Feld-und Kleinbahnvereins in Nidderau. Der Verein organisiert nicht nur Flohmärkte, sondern richtet auch Modellbahn-und Spielzeugbörsen. In den ersten beiden Jahren hatte Böhler Pech. Starkregen vergraulte die Besucher. Im dritten Jahr bekam er Konkurrenz von einer Großveranstaltung in Hanau mit drei Flohmärkten, zudem erfolgte eine Absperrung an der Brücke unweit der Willi-Salzmann-Halle.

In das vierte Jahr blickt er mit Zuversicht. „Mittlerweile denken auch die Erbstädter über eine Flohmarktinitiative nach“, sagt er. Das Ganze habe Wellen geschlagen. Privaten Flohmarktanbietern rät er, zu zweit am Stand zu stehen und die Türen zum Wohnhaus zu verschließen. Im Anschluss an die Veranstaltung lädt Böhler Freunde zu einem privaten Umtrunk in sein Haus ein.

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