Friseurbedarf

Mit Haarprodukten die Salons erobert

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Seit 40 Jahren dreht sich für den Nidderauer Reiner Wehr, Geschäftsführer der Giselle GmbH, und seine Frau Gisela alles ums Thema Haare. Was 1978 mit Friseursalons begann, hat sich mittlerweile zu einem langjährig erfolgreichen Großhandelsunternehmen für Friseurbedarf etabliert.

„Sei immer ein bisschen anders als andere“, ist einer der Leitsätze, mit denen Reiner Wehr seit Jahren geschäftlich auf Erfolgskurs unterwegs ist. Mit den Ginseng-Haarprodukten erobert er die Friseursalons von Hessen bis Norddeutschland. Auf die Qualität seiner Produkte legt er größten Wert. Sie steht bei ihm klar vor dem schnellen Profit.

Darin unterscheidet sich der Nidderauer von anderen Unternehmern. „Natürlich würde das die Absatzmenge erhöhen, die Produkte einfach für jeden zugänglich im Internet anzubieten. Davon halte ich aber nichts“, betont der 70-Jährige. Eine professionelle Beratung gehöre immer dazu und die könne es nun mal nur von einem „Haar-Profi“, einem Friseur geben.

Wehr verkauft nur an bei ihm registrierte Fachkundschaft. Angebote von namenhaften Drogerieketten, seine Produkte zu übernehmen schlug Wehr, dessen Vater schon in der Friseurbranche gearbeitet hat, aus eben diesen Gründen aus.

Wehrs Lebensweg führte indes zunächst über den Autoverkauf. Doch die Einnahmen waren ihm zu instabil. Mal viel, mal wenig – in jedem Fall zu wenig finanzieller Verlass für einen jungen Mann mit Familie. Er bewarb sich bei der Firma Kleinol, lernte dort, was einen guten Haarproduktverkäufer ausmacht und dachte sich: „Was ich für die mache, kann ich auch selbst umsetzen.“ Zunächst einmal machte er mit seiner Selbstständigkeit 1978 seine Frau Gisela glücklich, deren Traum von einer Friseurlehre er ihr mit seinem ersten Friseursalon verwirklichte. Gisela Wehr lernte fortan im eigenen Salon bis hin zur Meisterprüfung. Schon 1984 führten die Wehrs sechs Salons von Nidderau bis Hanau.

1984 begann Reiner Wehr den Großhandel mit Haarprodukten. Es blieb nicht lange bei Shampoo und Co, denn die Kundschaft verlangte auch Servicematerial wie Föhne, Friseurstühle und mehr. Wehr folgte dem Wunsch der Kundschaft und erweiterte sein Sortiment. Auch heute ist die Produktpalette der Giselle GmbH umfangreich. Sie reicht von Haarpflege- und stylingprodukten, über Wimpernfarbe bis hin zu Hautpflege und Deos. Besonders wichtig ist Wehr das Umweltbewusstsein. „So viele natürliche Rohstoffe wie möglich, so wenig Chemie wie nötig“, lautet sein Credo. Produziert wird in Deutschland. Jedes Produkt, das auf den Markt geht, wird vorher von mindestens 20 Friseuren getestet.

Früher ist das Ehepaar arbeitsbedingt viel ins Ausland gereist. London, Marbella, Paris standen auf der Liste. Sie verreisen heute noch gern, indes nur innerhalb Deutschlands. Stolz sind die Wehrs auf eines ihrer Produkte, welches den ökologischen Fußabdruck der Friseure ebenso verkleinert wie ihre Wasserrechnung: Ein Abspülsystem für Dauerwellen, mit welchem die Dauerwelle statt mit 60 Litern nur noch mit einem Liter Wasser pro Kopf ausgespült werden kann. Dies sei gerade bei den umweltbewussteren Kunden ein boomendes Produkt, berichtet der 70-Jährige.

Die Wehrs – seit 40 Jahren gemeinsam geschäftlich erfolgreich und seit über 50 Jahren glücklich verheiratet. Zwischen ihnen stimmt die Chemie offensichtlich ebenso wie in ihren Haarprodukten. Das Paar hat eine Tochter und bereits zwei Enkelkinder. Die Hoffnung, dass der älteste Enkel vielleicht einmal den Betrieb übernimmt, hat sich leider nicht erfüllt, denn er widmet sich lieber der IT.

Noch ist das Unternehmerehepaar mit zwei Angestellten aktiv. „So lange es die Gesundheit zulässt, möchte ich weiter arbeiten“, sagt der 70-Jährige, der vier Bandscheibenvorfälle hinter sich hat. Früher spielte er gern Fußball und Tischtennis. Das geht nicht mehr. Dafür sind die beiden in der Schützengilde Erbstadt aktiv, wo Reiner Wehr 20 Jahre Vorsitzender war, bevor er zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Gisela Wehr liebt zudem das Gärtnern. Die Kunden im Rhein-Main-Gebiet werden von den Wehrs noch immer persönlich betreut. Dem Rest von Deutschland bieten sie eine Telefonbetreuung. Ihr Erfolgstipp für kleine Unternehmen: „Anders sein. Nicht vergleichbar sein. Es anders machen als die Großen.“ Umso schöner wäre es für die beiden, einen Nachfolger zu finden.

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