Ausbau

Kreisstraße K246 zwischen Groß-Karben und Heldenbergen für Verkehr frei

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Freie Fahrt zwischen Karben und Nidderau: Seit Freitagmittag ist die direkte Strecke zwischen den Nachbarstädten wieder offen. 15 Monate lang wurde sie saniert und ausgebaut. Die neue Kreisstraße dürfte ein echter Geheimtipp sein – als äußerst bequeme Nordumgehung für Frankfurt.

Die Zeiten weiter Wege sind vorbei. „Endlich“, seufzt Burg-Gräfenrodes Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach (CDU). „Hoffentlich wird der Verkehr nun weniger.“ Da nickt Hans-Jürgen Kuhl (SPD), der vorige Groß-Karbener Ortsvorsteher. „Und hoffentlich auch bei uns in Groß-Karben und in Klein-Karben.“

15 Monate lang haben die Autofahrer in den östlichen Karbener Stadtteilen spürbar mehr Verkehr erlebt. Denn so lange war die Kreisstraße K 246 zwischen Karben und Nidderau gesperrt – und der Verkehr wurde umgeleitet. Seit kurz vor 13 Uhr am Freitag ist das vorbei: Die 5,2 Kilometer Strecke ist fertig ausgebaut und wieder offen.

Auf 2002 datiere der erste Vermerk, bei dem man die Notwendigkeit zur Sanierung der holprigen, engen und gefährlichen K 246 besprochen habe, erinnert sich Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD). Er und mehrere Dutzend weitere Offizielle sind am Freitagmittag auf den Parkplatz am Trimm-Dich-Pfad mitten im Groß-Karbener Wald gekommen. Mit ein paar Ansprachen, einer kleine Feier und dem Durchschneiden eines überaus symbolischen Baustellenabsperrbandes wird hier die Freigabe der neuen Straße begangen.

Bürgermeister Guido Rahn (CDU) aus Karben stimmt in die Kritik mit ein: „16 Jahre für Planung und Bau einer Straßensanierung sind zu lange.“ Man solle wohl besser „nicht so intensiv“ auf den Zeitraum schauen, findet Wetterau-Landrat Jan Weckler (CDU).

Dabei trifft sein Kreishaus noch die wenigste Schuld. Geplant war der Ausbau der Straße schon länger, war aber zurückgestellt worden, damit er sinnigerweise zusammen mit dem Bau der Karbener Nordumgehung erledigt werden könnte. Denn die Umgehung ist das westliche Ende der Ausbaustrecke. Als die Umgehung dank der Karbener Vorfinanzierung dann doch verhältnismäßig plötzlich Realität wurde, zeigt sich, dass nur eines der beiden Kreishäuser zur schnellen Reaktion Willens war.

Und zwar das in Friedberg: Dort wurden andere Projekte verschoben, damit der K246-Ausbau schnell kommen konnte. Fürs MKK-Kreishaus aber war die Strecke fern im Westen zu unbedeutend: Hier erhielten andere Projekte Vorrang. So konnten die Bauarbeiten an Karbens Nordumgehung und der Kreisstraße doch nicht zeitgleich laufen. Sondern die nagelneue Umgehung führte 15 Monate lang in eine Sackgasse. „Das war ärgerlich“, findet Guido Rahn.

Noch neu im Amt und unbelastet von den seinerzeitigen Entscheidungen fokussiert MKK-Landrat Thorsten Stolz (SPD) lieber den Blick auf die Verbesserungen. „Es gibt ein deutliches Mehr an Verkehrssicherheit, das ist ein Sprung nach vorne.“ Von 5,50 auf 6,50 Meter wurde die Fahrbahn verbreitert, Kurvenbereich, Kuppen und Senken entschärft. Zudem wurde parallel ein 2,50 Meter breiter Weg für Radler und Fußgänger angebaut.

Allerdings führt dieser nur bis in die Mitte des Karbener Waldes. Dort informiert ein Schild „Ende“. Ein Fehler der Planer? Ekkehart Böing, im Karbener Rathaus zuständig für die Verkehrsplanung, widerspricht. „Von dort aus führt der Radweg durch den Wald direkt nach Groß-Karben.“ Im Wald sei der Weg aus Umweltschutzgründen nur als wassergebundene Decke ausgeführt. Außerhalb des Waldes gehe er dann als Asphaltweg weiter und münde in den Waldhohlweg, der direkt in den Ort führt.

Noch während die Offiziellen feiern, schwingt sich Karl Pfeil vom Fahrradclub ADFC aus Karben wieder auf seinen Drahtesel. „Ich muss noch etwas erledigen in Heldenbergen.“ Dafür nutzt er den neuen Weg. Auch wenn nicht jeder Radweg in Karben eine gute Lösung sei: Dieser hier sei wirklich topp.

Die Extra-Piste für die Zweiräder ist aber auch dringend nötig. Denn mit der ausgebauten K 246 und den neuen Umgehungen in Nidderau und Karben ist nicht weniger als eine Nordumfahrung für Frankfurt entstanden. Statt sich durch die Staus im Norden der Stadt und in Bad Vilbel zu quälen, gibt es nun eine sehr bequeme Alternative.

Von der A66 am Anschluss Hanau-Nord führt die Strecke ohne eine einzige Ortsdurchfahrt an Nidderau und Karben vorbei. Dann geht es entweder via B3 zur A661 am Preungesheimer Dreieck oder über weitere Umgehungsstraßen sogar direkt bis Bad Homburg und zur A661 und zur A5. Allzu lang dürfte diese Verbindung daher wohl kein Geheimtipp bleiben.

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