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Von Leidenschaft und Idealismus

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Von: Georgia Lori

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124 Züchter und Sportler wurden während der Sportler- und Züchterehrung der Stadt Nidderau am Samstag von Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) geehrt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, vom Kreismeister bis zum Weltmeister, wurden für außergewöhnliche Leistungen mit Silber und Gold ausgezeichnet. FFH-Moderatorin Andrea Weber führte durch das Programm.

Das Turnen bereitet Sarah Werner großen Spaß – eigentlich mehr als alles andere. In Gesellschaft von Trainerin Jasmin Morick und weiteren Mädchen ihrer Turnergruppe wartet sie aufgeregt, bis sie für ihre Ehrung auf die Bühne gerufen wird.

Bei der Sportler- und Züchterehrung begegnen sich verschiedene Hobbywelten, die eines eint: Die Begeisterung für ihre Leidenschaft, die Überzeugung, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Und die Freude über den Erfolg, wenn etwas besonders gut gelingt.

Die neunjährige Turnerin Sarah kennt das Gefühl gut, sie ist Gaumannschaftsmeisterin. „Seit 2012 turnt sie beim TV Windecken, war zuvor in der SG Bruchköbel als Turnerin aktiv“, berichtet ihre Trainerin. Vom Kleinkinderturnen über das Mutter-Kind-Turnen bis hin zum Leistungsturnen – Sarah hat schon viele Stationen erlebt und immer Disziplin bewiesen.

Das Mädchen beherrscht die Rolle vorwärts, Flic Flac, Spagat und Überschläge. Trotz Anstrengung zeigt es lächelnd einen Spagat auf dem Hallenboden. Turnen ist Sarahs Lieblingsdisziplin, doch sie hat noch weitere Vorlieben. „Ich lerne Klarinette, schwimme gern, fahre Einrad und übe Ballett“, sagt sie. Im Moment hat sie dafür wenig Zeit, sie bereitet sich auf die Mannschaftsmeisterschaften im Turnen in der Bertha-von-Suttner-Schule am 13. und 14. Juni vor.

Hans Schuck ist weit über diese sportlichen Hürden hinaus. Der 74-Jährige ist ein Ausnahmesportler. Er trainiert im 1970 gegründeten Leichtathletikzentrum (LAZ) Bruchköbel.

Schuck wurde Weltmeister mit der deutschen Nationalstaffel bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Budapest über vier mal 200 Meter und erzielte den Weltmeister-Rekord über 1:56,34 Minuten.

Briefträger lief immer gern

„Ich bin mit 39 Jahren in den Seniorensport eingestiegen, mit 50 Jahren international bei der Weltmeisterschaft am Start gewesen“, sagt Schuck. Bei der Bundeswehr kam er bis in die Heeresmeisterschaft, wurde 1962 Vierter im Finale. „Das Schönste ist, dass man in meinem Alter noch Sport machen kann“, sagt Schuck. Gelaufen sei er schon immer gern. Als Postbeamter sei er immer im Außendienst gewesen, habe als Briefträger Stockwerke im Trippelschritt genommen.

Die Hessenmeister Bernd Brand (400 Meter Flossenschwimmen und vier mal 50 Meter Flossenschwimmen) sowie Lothar Pöschening (vier mal 50 Meter Flossenschwimmen) vom HLTC Landtauchclub Nidderau freuen sich über Silber.

Dazu singt der Kinderchor „Bunte Töne“ der Sängervereinigung Nidderau-Windecken, die Rasselbande und die Rainbow Dancers vom Karnevalverein „Die Schlüsselrappler“ zeigen einen Showtanz.

Eine völlig andere Art, seine Freizeit zu gestalten, hat Erwin Reul aus Windecken für sich entdeckt. Der Züchter, der den Kaninchenzuchtverein Vorwärts 1932 – H443 Nidderau/Windecken vertritt, züchtet seit 1957 Kaninchen. Begonnen hat er mit der Zucht von Englischen Schecken. Geehrt wurde er als Kreismeister für züchterische Erfolge der Rasse Kleinsilber gelb.

Die Liebe zum Tier

„Es ist die Liebe zum Tier, die mir bei diesem Hobby so großen Spaß macht“, sagt Reul. Mit der Kaninchenzucht kam er schon als Kind in Berührung, denn Vater Peter war Vorsitzender des Windecker Kaninchenzuchtvereins. Erwin Reul ist seit dem Jahr 1976 bis heute Vorsitzender, er wurde mit der Kurzhaarrasse Rex weiß Landessieger.

Ehrungen gibt es auch für Günter Schuffert, Europameister und Deutscher Meister mit Modeneser Schietti schwarz vom Rassegeflügelzuchtverein Ostheim 1921. Einmal Silber und zwei Mal Gold kann der Vogelschutz- und Zuchtverein Niederdorfelden mit nach Hause nehmen. Sechs Mal Silber erringt das Jugendrotkreuz des Nidderauer Roten Kreuzes.

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