Bürgerstiftung Nidderau

Die Lust am Lesen wecken

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Leselust wecken, verpackt als gesellschaftliche Aufgabe – das möchte der Verein Mentor-Leselernhelfer erreichen. 14 000 ehrenamtliche Leselernhelfer gibt es inzwischen bundesweit. Im Main-Kinzig- und Wetteraukreis sind die Städte Karben und Nidderau bisher involviert.

Angeregt durch die bundesweite Initiative startet die Bürgerstiftung Nidderau zusammen mit dem Verein „Mentor – Die Leselernhelfer Hessen“ und der Kurt-Schumacher-Schule in Windecken das Bildungsprojekt „Lesen, schreiben, verstehen“. „Das Projekt beginnt nach den Herbstferien“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Horst Körzinger, der das Projektmit Vorstandsmitglied Renate Bürgin koordiniert.

Notwendig sei diese Art von Unterstützung, da immer mehr Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 16 Jahren Lese- und Schreibschwierigkeiten hätten. „Das gilt auch für Schüler an Nidderauer Schulen“, betont Körzinger, der mehrfach Gespräche mit Tanja Dickhardt, Rektorin der Kurt-Schumacher-Schule, führte. Das Projekt stellte er während des vergangenen Schulfestes auf dem Schulhof der Öffentlichkeit vor (die FNP berichtete). Die Lücken der Grundschüler in der Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz sollen mit Hilfe von Mentoren behoben werden. Dazu wurden für die Schule zwölf freiwillige und ehrenamtliche Lesehelfer gesucht.

„Sie üben einmal wöchentlich für ein oder zwei Schulstunden mit einem Kind gemeinsam in der Schule Lesen, Sprechen und das verständliche Erarbeiten von Texten“, sagt Körzinger. Die Effizienz liege in der individuellen Betreuung. Das Projekt vereine auch viele soziale Aspekte: Das Kind erfahre, dass jemand da sei, der ihm helfe und es ernst nehme. Es stehe immer im Mittelpunkt.

Die Mentoren verpflichten sich mindestens für ein halbes Schuljahr, außer in den Ferien. Betreut und unterstützt würden sie von dem Verein Mentor Hessen und der Bürgerstiftung. Laut Körzinger arbeiten bundesweit 8500 Mentoren mit etwa 10 000 Schülern an 1050 Schulen, vor allem Haupt- und Grundschulen, zusammen. Auch die Nidderauer Schüler sollen nun für die Zukunft fit gemacht werden. Nach ersten Erfahrungen verbessern sich die Leistungen der Mädchen und Jungen im Fach Deutsch um eine Note und das Kind wird aufgeschlossener und selbstsicherer.

Für das Projekt hat die Bürgerstiftung auch Grundschulen, den Förderverein der Stadtbücherei, den Landfrauenverein Windecken und den Fachbereich Soziales der Stadt Nidderau mit dessen Ehrenamtslotsen mit ins Boot geholt. Das Projekt soll bereits im kommenden Jahr möglichst auf alle Nidderauer Grundschulen ausgeweitet werden.

„Wir wollen uns auch stärker mit Karben vernetzen. Und wir wollen die Bürgerstiftungen in Hanau, Maintal, Bad Vilbel und Frankfurt in das Mentor-Projekt einbinden“, sagt Körzinger.

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