Ärger im Heldenbergener Ortsbeirat

Ein mehr als holpriger Start

Wenig harmonisch verlief die konstituierende Sitzung des Ortsbeirates Windecken am Donnerstagabend im Museum Hospital vor etwa zehn Gästen. Dabei standen eigentlich nur Wahlen auf der Tagesordnung.

Von JÜRGEN W. NIEHOFF

Bereits bei den Vorschlägen zur Wahl des Ortsvorstehers kommt es zu einer offensichtlich so nicht vorhergesehen Nominierung: Neben dem SPD-Kandidaten Gerd Bauscher wird von der CDU mit Rainer Vogel überraschend der Vertreter der Grünen zum Ortsvorsteher vorgeschlagen.

Bei zwei Kandidaten hätte geheim gewählt werden müssen, was offensichtlich nicht gewollt war, denn aus dem Publikum kommt sofort der „gut gemeinte Tipp“: „Fragt doch erst einmal, ob Rainer Vogel die Wahl überhaupt annehmen würde.“ Dessen Antwort darauf lautet sofort: „Nein, ich stehe für das Amt nicht zur Verfügung.“ Daraufhin wird der 72-jährige Gerd Bauscher (SPD), der noch sichtbar unter den Folgen einer schweren Operation leidet und deshalb auch ankündigt, die ersten Monate wegen seiner ärztlicher Behandlung kürzer treten zu müssen, einstimmig gewählt.

Zehn Jahre, nämlich in der Zeit von 2001 bis 2011, habe er dem Ortsbeirat bereits als aktives Mitglied angehört. Anschließend sei er in die Stadtverordnetenversammlung übergewechselt. Für die kommenden fünf Jahre habe er sich vorgenommen, vor allem stets ein offenes Ohr für die Bürger haben zu wollen. „Dabei darf das Parteibuch keine Rolle spielen, weil es sich bei unserer zukünftigen Arbeit stets nur das Wohl der Bürger dreht sollte“, verkündet Bauscher in seiner Antrittsrede.

Kritik an der SPD

Als dann aber die weiteren Posten vergeben werden sollen – der des stellvertretenden Ortsvorstehers, (Rainer Vogel, Grüne), der des Schriftführers (Heinz Homeyer, SPD) sowie des zweiten stellvertretenden Ortsvorstehers (auch hier wurde Homeyer vorgeschlagen) – ertönt Widerspruch aus den Zuschauerreihen. „Dann hätten wir ja gleich eine SPD-Mitgliederversammlung einberufen können“, erregt sich beispielsweise Magistratsmitglied Walter Bretthauer (FWG). Und auch Magistratsmitglied Otmar Wörner (CDU) schlägt in dieselbe Kerbe: „Ist das die soeben angekündigte neue parteiübergreifende Zusammenarbeit im Ortsbeirat?“

Woraufhin Bauscher, der vor fünf Jahren emotional sehr aufgebracht auf sein Amt im Ortsbeirat verzichtet hatte, weil die damalige CDU/FWG-Mehrheit ihn trotz der meisten Wählerstimmen nicht zum Ortsvorsteher gewählt hatte, hämisch lächelnd entgegnet: „Da seht ihr mal, wie das so ist, wenn man die Mehrheit hat.“ Kritisiert wird auch die Wahl des zweiten Stellvertreters für den Ortsvorsteher, weil dafür eigentlich vorab die Satzung der Stadt hätte geändert werden müssen – die in den Ortsbeiräten grundsätzlich nur einen Stellvertreter vorsieht. Da es sich in diesem Fall aber um eine Ausnahme infolge der Krankheit Bauschers handele, habe die Verwaltung diese Wahl vorab für zulässig erklärt, so Homeyer.

Verkehrschaos beseitigen

Nach diesem etwas holprigen Start standen dann Windecker Themen zur Diskussion. So beklagte sich eine Bürgerin, dass die Kanalstraße auf Wunsch der Anlieger zwar mit Pollern für den Verkehr gesperrt sei, dass nun aber auch weder Kinderwagen noch Menschen mit Rollstühlen oder mit Rollatoren die Straße passieren könnten. Und da auch die parallel verlaufende Friedrich-Ebert-Straße mit Fahrzeugen zugeparkt sei, könnten auch dort ältere Menschen mit Gehhilfen kaum gehen.

Um diese Angelegenheit will sich der Ortsbeirat nun genauso kümmern wie um das Verkehrschaos, das jedes Wochenende auf dem Marktplatz wegen einer zeitweisen Sperrung herrscht. Auch um die Erneuerung der Friedhofsmauer und den Rückbau der B 45 will sich der Ortsbeirat während einer seiner nächsten Sitzungen kümmern.

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