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Rainer Döring ist Ehrenvorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Nidderau. Am Donnerstag feiert er seinen 60. Geburtstag.

DLRG Nidderau

Dieser Mann hat halb Nidderau das Schwimmen beigebracht

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Engagement gehört zum Leben von Rainer Döring. Wasser ist sein Element. Mit knapp 60 Jahren ist er bereits Ehrenvorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Nidderau. Im Verein gibt es immer wieder neue Aufgaben für ihn: Schwimmkurse für Menschen mit Handicap, Kurse für Kinder und auch für Geflüchtete.

Alte Kaffeemühlen und nostalgische Fotos in dunklen Rahmen haben in der Wohnküche der Dörings im Nidderauer Stadtteil Heldenbergen ihren Platz gefunden. Eine Katze schnurrt leise unter dem Tisch. Rainer Döring und seine Frau Bettina Jost-Döring setzen auf Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden. Diese sind Rückzugsort, fernab der vielen Ehrenämter in Vereinen, die beide inne haben, und diesen sozialen Auftrag auch an ihre Tochter und die beiden Söhne weitergegeben haben. Rainer Döring ist Ehrenvorsitzender der DLRG Ortsgruppe Nidderau. Darauf ist er stolz – mit Recht.

Rainer Döring und seine Katze

18 Jahre Vorstandsarbeit hat der Rettungsschwimmer hinter sich. "Es waren tolle Jahre, die mir Spaß machten", sagt Döring. Die DLRG-Ortsgruppe ist seine zweite Familie geworden. Doch schon als Kind und Jugendlicher wurde er Mitglied in der DLRG seiner Geburtsstadt Bitburg in der Eifel.

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In Bitburg wurde er am 24. Januar 1959 geboren. 1975 zog er nach Frankfurt und begann dort seine Ausbildung zum staatlich geprüften Technischen Assistenten für naturkundliche Museen und Forschungsinstitute, kurz: T.A. im Senckenberg-Museum. Ab Februar 1978 erhielt er im Museum eine Anstellung. Döring ist in der Botanik für Blütenpflanzen zuständig, betreut die Sammlung gepresster Pflanzen mit 1,5 Millionen Exemplaren. Doch er ist nicht nur für europäische Pflanzen zuständig, sondern auch für Pflanzen aus Westafrika, Süd- und Mittelamerika und der Antarktis mit Feuerland. Auch Nachlässe von Hobbysammlern zählen dazu sowie historische Sammlungen aus den letzten beiden Jahrhunderten mit 300 bis 400 000 Exemplaren.

Zwei Jahre nach Umzug schon Trainer bei der DLRG

Schon zwei Jahre nach seinem Umzug beginnt Döring 1997 als Trainer das wöchentlich stattfindende Training der DLRG-Ortsgruppe zu unterstützen. Er engagiert sich beim Anfängerschwimmen für Kinder und das Schwimmen für Kinder mit Behinderung. "Von 1997 bis heute habe ich etwa 300 Kindern und Erwachsenen das Schwimmen beigebracht", sagt er. Bei den Kinderkursen gab es zwei bis drei Jahre Wartezeit. Inzwischen werden die Termine im Internet veröffentlicht und sind innerhalb von fünf Minuten ausgebucht.

Im Moment liegt Dörings Fokus auf Schwimmunterricht mit Geflüchteten. Doch deren Anzahl sinkt. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit war er aktiv, wirkte drei Jahre als stellvertretender Vorsitzender und von 2004 bis 2016 als Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe. Er organisierte Vereinsausflüge, Helferfeste und Strandpartys.

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Fürs Schwimmen mit Beeinträchtigung absolvierte der Rettungsschwimmer eine Fortbildung im DLRG-Trainingszentrum in Bad Nenndorf bei Hannover. Das Behindertenschwimmen initiierte er 2012 und trainiert dies bis heute.

"Nach der Sanierung des Nidderbades brachte die DLRG Anregungen zur Barrierefreiheit im Schwimmbad ein. Zusammen mit einer Nidderauer Firma wurde ein Hebelift angeschafft", erklärt Döring. Außerdem ist er Hüttenwart im DLRG-Vereinsheim und kümmert sich um die Verpflegung der etwa 30 Trainer.

Fotografie und Gartenarbeit sind seine Hobbies

In seiner Freizeit stellt Rainer Döring Gelees und Liköre her.

Der DLRG-Ortsgruppe gehören 400 Mitglieder an. 150 Kinder und Jugendliche kommen wöchentlich zur Ausbildung. Engagiert zeigte er sich auch bei den Wachdiensten im Nidderbad, im Strandbad Großkrotzenburg und am Kinzigsee bei Langenselbold. Diese Tätigkeit führt er heute nicht mehr aus. In seiner Freizeit fotografiert er gerne, erstellt Fotoalben und liebt die Gartenarbeit in seinem naturnahen Garten. Er pflegt zwei Hochbeete mit Radieschen, Salat, Möhren, Kartoffeln, Tomaten und Kohl.

Wasser, wenn auch in kleinem Ausmaß, umgibt ihn auch privat. Im Garten befindet sich ein Teich, über den sich eine kleine Brücke spannt.

Doch Döring hat noch ein interessantes Hobby, das im Keller sichtbar wird. Dort lagern in Regalen Schlehen- und Brombeerliköre oder Quitten- und Kiwi-Gelees. Die dafür nötigen Flaschen und Gefäße besorgt er sich teils auf Flohmärkten. Bald feiert er seinen 60. Geburtstag.

In naher Zukunft möchte er noch einige Reisen unternehmen. Eine Ostseekreuzfahrt nach Sankt Petersburg und Reiseziele wie Schottland und Rumänien stehen auf seiner Wunschliste weit oben. Die Reisen plant er mit Ehefrau Bettina, die Vorsitzende der Chorgemeinschaft Heldenbergen ist. Eines haben die beiden gemeinsam: Langeweile ist für sie ein Fremdwort.

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