Welle der Solidarität

Opfer des Feuers in Erbstadt: Dankbar für Hilfe

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Am 23. Januar hat ein Großbrand in einer Erbstädter Werkstatt einen Schaden von 500 000 Euro verursacht. Zwei Menschen sind verletzt worden. 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Wohnungen in den angrenzenden Gebäuden sind bis auf weiteres nicht mehr bewohnbar. Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß. Spenden von Bürgern und Vereine sind nun an die Stadt Nidderau und die evangelische Kirchengemeinde zur Verteilung an die Geschädigten überreicht worden.

Dennise Jost, eine Bewohnerin des Gebäudes ist von dem verheerenden Brand noch immer sichtlich bewegt. „Mein Sohn Yannik rief mich an, als ich auf dem Rückweg von der Arbeit in der S-Bahn saß und teilte mir mit, dass das Haus brennt“, sagt Jost. Sie erzählt von Bildern in ihrem Kopf, erinnert sich, dass sie morgens noch ein geregeltes Leben hatte und abends vor dem Chaos stand. Als wunderbar empfindet sie die große Unterstützung, auch von Nachbarn, die in der Brandnacht heißen Tee und Decken brachten. Sie sagt, dass sie versichert ist, die Renovierung der Wohnung aber viel Geld kostet.

„Ich empfinde jeden Cent als Hilfe und habe gespürt, was Gemeinschaft bedeutet“, sagt Jost mit brüchiger Stimme und wischt sich die Tränen aus den Augen. Sie gibt ein „Danke“ an alle zurück, die sie unterstützt haben. Aktuell lebt sie in der Wohnung ihres Partners, bis ihre vorübergehende Wohnung die sie in Erbstadt gefunden hat, bezugsfertig ist. Ihr Sohn Yannik lebt bei einem Freund. Laut Jost haben sich Architekten das Gebäude angesehen. Die Scheune muss abgerissen werden. Drei Wohnungen sind bewohnbar, sechs Wohnungen komplett zerstört.

Ob sie in die Wohnung zurückkehren wird, lässt Jost offen. Sie schätzt, dass die Renovierung mindestens ein Jahr dauern wird. Fünf Jahre hat sie mit ihrem Sohn, einem Kater und Fischen im Erdgeschoss gelebt. Yannik erinnert sich mit Schrecken an die Nacht zurück. „Das Haus brannte. Die Flammen zogen sich vom hinteren Teil über den Dachstuhl. Ich stand im Hof und habe trotzdem keine Luft bekommen“, sagt er. Er rettete die Haustiere und wichtige Unterlagen. „Ich handelte intuitiv. Das war wie ein Kurzfilm. Ich habe geweint, viel geredet, Sport ist mein kleiner Ausweg“, sagt der 22-Jährige.

Klaus Heß, der seit 50 Jahren in Erbstadt lebt, gründete spontan eine Facebook-Gruppe und schrieb Vereine an. Der EC Bad Nauheim spendete 506 Euro. Die Eintracht Frankfurt hat ein Trikot gespendet, das von Markus Dillmann für 1111 Euro ersteigert wurde. „281 Gebote gingen insgesamt ein“, sagt Heß. Er stellte auch Spendendosen in Gaststätten und Geschäften auf.

Dillmann, früher selbst bei der Feuerwehr aktiv, betonte, dass er mit seinem Unternehmen dem Garten-und Landschaftsbau in der Region verwurzelt sei und viele Eintracht-Fans unter den Mitarbeitern hat. „Das Trikot bekommt einen Ehrenplatz in einem Rahmen. Es wird im Besprechungsraum des neuen Bürogebäudes in Ostheim einen Platz erhalten“, sagt Dillmann. Pfarrerin Stefanie Stracke hat die Kollekte des Faschingsgottesdienstes in Höhe von 800 Euro gespendet. „Wir haben die ursprünglich angedachte Spende von 300 auf 500 Euro erhöht“, erklärt Peter Schmitt, Vorsitzender der Nidderau Borussen. 300 Euro hat die Sonnen-Apotheke in Ostheim gespendet. Rita Maxheim von den Aascher Schnooke überreicht eine Spendendose und zusätzlich 111,11 Euro vom Verein. Der Lions-Club hat 1000 Euro gegeben. „Dass eine größere Zahl von Menschen von einem Brand betroffen und die Solidarität so groß ist, habe ich in Nidderau bisher noch nie erlebt“, sagt Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD). 4061 Euro seien bisher auf dem Treuhandkonto eingegangen.

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