Weltmeisterin aus Nidderau

Ostheimer Profi-Boxerin Sarah Bormann kämpft sich an die Spitze

  • schließen

Eine Weltmeisterin trägt sich nicht alle Tage in das Goldene Buch der Stadt Nidderau ein. Seit mehr als 20 Jahren lebt die Boxerin Sarah Bormann in Nidderau. Nach zehn äußerst erfolgreichen Jahren im Amateur-Sport ist sie inzwischen Profi und schaffte im Juni den ganz großen Erfolg: Weltmeisterin im Halbfliegengewicht. Das sie sich nun in das Goldene Buch der Stadt eintragen darf, ist Ehrensache.

Schon als Kind zeigte sich Sarah Bormann fasziniert vom Boxen. Gemeinsam mit ihrem Großvater und Vater sah sie sich im Fernsehen Boxkämpfe an. Mit 17 Jahren ist sie schließlich in den Verein TG Hanau eingetreten und steht seit 2007 selbst im Ring. 21 Stunden pro Woche wendet sie für das Training auf. Kontinuierlich verbessert sie Ausdauer, Kondition, Kraft und Technik und unterzieht sich diversen Sparring-Einheiten.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: In den Jahren 2010, 2013, 2016 und 2017 wurde sie deutsche Meisterin und ging auch bei internationalen Veranstaltungen für den Deutschen Boxsport-Verband (DBV) erfolgreich an den Start. Im Mai errang sie den Titel Interkontinentalmeisterin.

Bei internationalen Turnieren holte Bormann 16 Mal Gold und erhielt die Goldene Ehrennadel des DBV. Bisher hat Sarah Bormann 121 Amateurkämpfe hinter sich und siegte davon in 104 Kämpfen.Nach zehn Jahren als Amateurboxerin schaffte sie Ende vergangenen Jahres den Schritt zur Berufsboxerin. Und auch damit hatte das 1, 63 Meter große Energiebündel sofort Erfolg. Am 16. Juni krönte sie sich vor 4000 Zuschauern im Karlsruher Wildparkstadion zur Weltmeisterin im Halbfliegengewicht.

Wenn Trainer Benjamin Romero von den Erfolgen der 28-Jährigen spricht, dann tut er das mit Respekt und Hochachtung. „Die fünffache deutsche Meisterin in ihrer Gewichtsklasse bis 48,9 Kilogramm wurde vom DBV 2013 als beste Technikerin und 2014 als beste Kämpferin ausgezeichnet“, sagt Romero stolz . Die beiden Auszeichnungen sind Gewichtsklassen übergreifende Ehrungen.

Seit Bormanns erster Stunde im Ring, ist Romero ihr Trainer, er lobt dabei besonders ihren spektakulären Boxstil: „Ihr Angriffsboxen ist vom Feinsten. Sie bringt Härte und Ausdauer mit, ist konditionell sehr stark.“ Nicht ohne Grund trainiert sie gelegentlich gegen Männer.

Sarah Bormann, geboren 1990 in Bad Soden-Salmünster lebte mit ihrer Familie in Frankfurt und zog 1997 in den Nidderauer Stadtteil Ostheim. „Wir wollten raus aus der Stadt. Die Kinder sollten freier aufwachsen“, sagt Sarahs Vater Eberhardt Bormann und schließt damit Sarahs jüngeren Bruder ein. Die gelernte Chemisch-Technische Assistentin arbeitet in bei einem Bäcker.

Dort könne sie sich die Zeit für das Training einfach besser einteilen als in ihrem gelernten Beruf, erklärt sie. Ihre großen Vorbilder sind Regina Halmich, Óscar de la Hoya und Wassyl Lomatschenko. „Der Boxsport ist mein Leben. Ich werde diesem Sport immer verbunden bleiben“, sagt Bormann.

Dafür gibt sie alles, um mit großem Ehrgeiz an ihrer Karriere zu arbeiten. Seilspringen mag sie im Training am wenigsten, bevorzugt Konditionstraining und Sparring. In Kürze strebt Romero Titelvereinigungskämpfe an sowie einen Kampf Ende 2019 gegen die deutsche Profi-Boxerin Susi Kentikian. „Wir wünschen uns diesen Kampf. Das würde die Massen interessieren“, sagt Romero, der seit 2012 über die A-Lizenz als Übungsleiter verfügt und mit Sarah in der Main-Kinzig-Halle in Hanau trainiert.

Wer Lust hat, Sarah Bormann persönlich kennenzulernen, der hat dazu während der Sportlerehrung der Stadt Nidderau am 8.September um 15 Uhr im Bürgerhaus Ostheim Gelegenheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare