Turbulent und mitreißend feiern Nidderaus Karnevalisten

Prunksitzung in Nidderau: Meisterhaft, diese Freudensprünge

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Der Karnevalsverein Aascher Schnooke hat am Samstagabend eine der turbulentesten Sitzungen in der Region mit detailfreudiger Choreografie und teils artistischen Auftritten geboten. Die über 250 Zuschauer, darunter viele Ehrengäste und befreundete Vereine aus Nidderau, Klein-Auheim, Dörnigheim, Hochstadt und Hanau, feierten im Stadtteil Eichen bis weit nach Mitternacht eine Party der Extraklasse.

Es ist eine Sitzung mit Erlebnischarakter: Von langweiligen Büttenreden, Technikpannen und lustlosen Gardetänzen keine Spur. Stattdessen sind der gelebte Spaß und Teamgeist bei den Auftritten der Showgruppen, die Perfektion beim Playback und die unbändige Lust am Tanz schon zu Beginn der Sitzung der Aascher Schnooke zu spüren.

Vorsitzende und Sitzungspräsidentin Rita Maxheim führt mit Verstärkung des Elferrates durch das fünfstündige Programm. Sie fühlt sich nicht nur der Kinder- und Jugendarbeit verpflichtet, den Solos, Duos, Gesangstalenten und Büttenrednern, sondern steht seit vielen Jahren dafür ein, dass das karnevalistische Kulturgut für nachfolgende Generationen erhalten bleibt. „Musik vom Feinsten nur, von scheppe Töne keine Spur“, ruft Maxheim dem Publikum zu und skizziert damit nur einen Bruchteil des Programms. Die 47. Sitzung macht getreu ihrem diesjährigen Motto „Lust auf Zukunft“.

Im Saalbau Schmid begegnen sich alle auf Augenhöhe: das Aascher Prinzenpaar Daniel II. und Prinzessin Janina I., der Gelnhäuser Bürgermeister und Landratskandidat Thorsten Stolz (SPD), Nidderaus Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne), Ex-MKK-Landrat Karl Eyerkaufer (SPD) und Karl Oertl, bekannt als Sitzungspräsident im Karneval „Hessen lacht zur Fassenacht“.

Gemeinsam legen sie den Faschingseid ab, applaudieren den Gardetänzerinnen „Moskitos“ für ihren Tanz, lauschen den Worten des „Mannes vom Protokoll“ Thomas Maxheim, der „noch nicht weiß, wo die Schnooke ihre Gäste in zwei Jahren empfangen werden, wenn es den Saalbau Schmid nicht mehr gibt“ und unterstützen das „Aascher Goldie“ Bettina Rudolph-Boguth in ihrer Rolle als Schlagersängerin.

Nachwuchsrednerin Fabienne Fornauf sucht indes einen „Traumboy“: „Mit Puppe und Barbie spiel ich schon längst net mehr, es muss sofort en Traumboy her“, beschließt die 13-Jährige keck. Die Tanzgruppe „Flotte Hüpper“ präsentieren sich mit einem Fußballbegeisterten, vier Teufeln und drei Engeln.

Zum zweiten Mal als Tanzpaar treten Madeleine Vincon und Christian Mitrakas auf. 2016 haben sie sich den ersten Platz bei der Hessenmeisterschaft und den fünften Platz bei der Europameisterschaft in Holland geholt.

„Wir machen Sie fit!“, versprechen Suse Lind und Susanne Betz. Das Duo berichtet von teils skurrilen Wellness- und Fitnessmethoden, wie dem „Bass-acht-Training“ oder der Hot-Stone-Massage mit Pflastersteinen. Die Showtanzgruppe „New Generation“ begeistert mit waghalsigen Hebungen, Frohsinn und Perfektion.

Margit Störkel und Anja Bednarek mimen als „Kättche unn Bettche“ zwei überzeugende Originale, die sich nicht nur „als helle Köpfe erweisen, wenn die Sonne druff scheint“. Sie erhalten begeisterte Pfiffe vom Publikum. Viel Applaus gibt es für die Solotänzerinnen Sonja Meisel und Hannah Päutz.

Programmpunkte wie „Schneewitchen und die sieben Zwerge“ und Hits wie „Johnny Däpp“ mal anders dienen als Stimmungsmacher. Die Showtanzgruppe „Ad astram“ gibt einen „eiskalten“ Tanz zum Besten. Die seit 2010 bestehende Gruppe unter der Leitung von Laura Erdmann überrascht ihr Publikum jährlich mit einer originellen Musik-, Tanzstil- und Kostümauswahl. „So lang die Nase eines Mannes, so lang ist sein Johannes!“, stellt Kathy Thom alias Uschi aus Sachsen fest. Sie mimt eine Frau auf Männersuche.

Im Finale richtig krachen lassen es die Showtanzgruppen „Toxic“, „Big Fun“ und das Männerballett „Die Schnookebouwwe“. Lust auf Zukunft fängt bei den Aascher Schnooke eben schon in der Gegenwart an.

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