Kampagne Klimaschutz

Silke Vogel gibt der Umwelt eine Stimme

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Silke Vogel und Angelika Gunkel sind im Rahmen der Kampagne „Klimaschutz beginnt hier – Mit mir.“ als Botschafterinnen des Landes Hessen ausgewählt worden. Für Vogel ist das ein Zeichen, dass Klimaschutz in der Politik ernst genommen wird. Beide werben für klimaschonendes Verhalten im Alltag und tragen mit kleinen Schritten dazu bei, dass die Umwelt entlastet und das Klima geschützt wird.

Silke Vogel sitzt in einer schattigen Ecke des Hofes Buchwald, wo sie mit ihrer Familie seit 1990 lebt. Wenn sie von dort aus in die Ferne blickt, sieht sie rundum Anlagen sämtlicher Möglichkeiten Energie zu erzeugen, außer Atomkraft. Seit langem ist ihr bewusst, dass Klimaschutz auch eine lokale Dimension hat. In vielen Bereichen möchte Vogel thematisch und mit praktischem Beispiel auf den Klimaschutz einwirken.

So fand am 21. November die erste hessische Klimaschutzfortbildung für Landwirte in Mittelhessen auf Hof Buchwald statt. Mit Beginn des neuen Schuljahres hat Vogel zudem einen Vormittag zum Thema Klimaschutz für zwei Klassen des achten Schuljahres der Bertha-von-Suttner Schule konzipiert. Auslöser für den Temperaturanstieg in der Atmosphäre, die Umwandlung von Grünland zu Ackerland und die Abholzung von Regenwäldern sind darin wichtige Themen.

Sie selbst lebt im Alltag Umweltbewusstsein vor und liefert beispielsweise mit dem E-Lastenrad Eier von ihrem Hof aus. „Maßnahmen zum Klimaschutz fördern parallel die Biodiversität. Wer CO2 spart, der spart auch Geld“, sagt Vogel. Denn die vielen kleinen Schritte, wie Radfahren statt Autofahren, würden zusammengenommen den Geldbeutel entlasten.

Die gelernte Erzieherin und Religionspädagogin, Landwirtin und Agrarbürofachfrau hat darüberhinaus einen weiteren Tipp: Sie findet es sinnvoll, regionale Produkte zu verwenden. Lebensmittel müssten nicht tausende von Kilometern in den Supermarkt geliefert werden, wenn heimische Landwirtschaft und regionale Erzeuger regionale und saisonale Produkte um die Ecke anbieten. Die Unterstützung dieser Betriebe sei im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz sehr wichtig.

Auf dem Hof hat Vogel schon viele Projekte ins Leben gerufen. 2004 startete der Bauernhofkindergarten, wo Kinder von klein auf mit der Bewahrung der Schöpfung vertraut gemacht werden. Auch das beliebte Kunstmais-Projekt startete im Jahr 2000, das Maislabyrinth 2001. Als Mitglied in der Vereinigung ökologischer Landbau (VÖL) erhielt Vogel auch eine Einladung zum informativen hessischen Klimaempfang im Schloss Biebrich in Wiesbaden.

Als Vertreterin der VÖL ist sie auf zahlreichen Konferenzen dieser Art unterwegs, wie etwa der Ressourcenschutzkonferenz in Wiesbaden. Auch den integrierten Klimaschutzplan Hessen nimmt sie dabei ernst. Urbaner Gartenbau, Selbsternteprojekte und die Begrenzung der Verkehrsströme sind ihr ebenso wichtige Anliegen. Auch innerhalb der Kommunen könne man vieles tun, sagt Vogel. Sie empfiehlt beim Einkaufen Tupperschüsseln statt Plastiktüten zu verwenden und so Plastikverpackungen zu sparen.

Auch regionales und saisonales Obst zu essen und im Haushalt auf den Wasserverbrauch zu achten, empfiehlt sie. Kinder sollten zur Schule laufen und nicht mit dem Auto gefahren werden. „Ich arbeite daran, dass Hof Buchwald demnächst zertifizierter Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung wird“, sagt Vogel. In Zusammenarbeit mit der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD) entwickelt sie Ideen zum Klimaschutz im Kreis. Auch Kommunen profitieren davon, mit dem Anpflanzen von Blühwiesen und Blühstreifen.

„Wir brauchen viele tragfähige Netzwerke in punkto Klimaschutz“, sagt Vogel. Mit dem Hof Buchwald als Pilotbetrieb für gewässerschonenden Landbau und für Sojaanbau in Hessen, nimmt sie auch Stellung zu standortgerechten Pflanzen. „Die Menschheit importiert immense Mengen an gentechnisch verändertem Sojafuttermittel. Wir sollten stattdessen standortgerechte Pflanzen anbauen.“ Daher bestehe eine Zusammenarbeit mit dem biologisch geführten Dottenfelderhof in Bad Vilbel.

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