Ab Herbst kann getobt werden

Spatenstich für riesiges Freizeitareal in Nidderauer Baugebiet

Mit tatkräftiger Hilfe von Anwohnern aus dem Nidderauer Baugebiet Allee-Süd IV rammen Bürgermeister Gerhard Schultheiß, Planer Harald Kirschenlohr und Unternehmer Markus Dillmann beim Startschuss für das neue Freizeitgelände ihre Spaten in den Boden. Damit ist der Startschuss für das große Projekt gefallen.

Das Gelände zwischen der Umgehungsstraße B 45/521, der Einmündung in das Baugebiet, der Wohnbebauung und der Bahnstrecke der Niddertalbahn hat eine Größe von rund 35 000 Quadratmetern. Dort soll bis zum Herbst ein neues Freizeitareal für Jung und Alt entstehen: Ein Bolzplatz, ein Basketballfeld, ein Federballfeld, eine Bocciabahn, eine Tischtennisplatte und Spielbereiche für Kleinkinder mit Nestschaukel, Wipptieren, Spielhaus und Spielsand sehen die Pläne des Landschaftsarchitekten vor.

Auch an Spielgeräte für ältere Kinder wie eine Doppelschaukel, einen Seilparcours, ein Dreh-Seilkarussell und – auf Anregung von Anwohnern – ein interaktives Rollstuhlkarussell, das auch Behinderten benutzen können, ist gedacht worden. „Damit Kinder oder Jugendliche nicht auf die Idee kommen, sich leichtfertig in Gefahr zu bringen, wird das Areal zur Bahnlinie und zur Umgehungsstraße hin eingezäunt“, fügt Steffen Schomburg, Leiter des Fachbereits Stadtentwicklung und Bauwesen, hinzu. Die Baukosten belaufen sich laut Bürgermeister Schultheiß (SPD) inklusive der Ausgaben für archäologische Untersuchungen, die mit 40 000 Euro veranschlagt sind, auf rund 900 000 Euro.

„Diese Summe ist komplett über den Verkauf von Grundstücken im Gebiet Allee-Süd IV und durch die Veräußerung von sechs Baugrundstücken finanziert, die wir an den Markt bringen können, weil der jetzige Bolzplatz aus dem Wohngebiet in das Freizeitareal verlegt wird. Hier planen wir einen Erlös von etwa 700 000 Euro ein“, sagt Schultheiß. Der Rathauschef fügt hinzu, dass das Freizeitareal sei „keineswegs ein Prestigeprojekt ist, wie bereits mehrfach kolportiert“, sondern die Attraktivität der Neuen Mitte erhöhe.

„Bereits vor über einem Jahr wurden die Anwohner des vierten Bauabschnitts Allee-Süd über die Entwürfe des Planungsbüros informiert“, rekapituliert er. „Anschließend wurden die Pläne öffentlich auf der Internetseite der Stadt vorgestellt, alle Bürger konnten Gestaltungsideen einbringen und Wünsche zur Ausstattung mit Geräten äußern, die teilweise in den endgültigen Plan übernommen worden sind“, betont Schultheiß.

Im vergangenen Jahr waren im Herbst Archäologen unter der Leitung von Heike Lasch vom Nidderauer Verein für Vor- und Frühgeschichte auf dem Gelände zugange. Spektakulär war dabei der Fund einer gepflasterten Wegekreuzung, die auf das 18. Jahrhundert datiert wird. Hinter diesem „Straßenbauwerk“ vermuten Historiker die ehemalige Wegeverbindung von Hanau über Windecken und Heldenbergen nach Friedberg.

Dieser historische Fund wird entsprechend eingefasst und bleibt sicht- und begehbar. Aber auch die weitere Ausbeute konnte sich sehen lassen: Elf Funde wurden sichergestellt, darunter ein eisenzeitliches Grab, das zwei Schalen, diverse Töpfe, drei Kegelhalsgefäße und einen Erdblock, in dem vermutlich ein Schwert steckt, enthielt.

Im Oktober 2016 hat die Stadtverordnetenversammlung per beschränkter Ausschreibung die in Ostheim ansässige Firma Dillmann mit der Ausführung beauftragt. Firmenchef Markus Dillmann kündigt beim Spatenstich an, dass die Anlage im Herbst fertig werden soll.

Neben einigen Anwohnern ist auch Familie Dahl, die ehemaligen Eigentümer des Areals, gekommen. Der ebenfalls anwesende Windecker Ortsbeirat Heinz Homeyer (SPD) erklärt: „Gemeinsames Spielen beeinflusst das soziale Verhalten positiv. Deshalb hat der Ortsbeirat Windecken dem Projekt einstimmig grünes Licht gegeben.“

(fnp)

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