+
Hier steht niemand gerne.

Bushaltestelle

Stadtverordnete kritisieren die Lage der neuen Busstation am Bahnhof in Ostheim

  • schließen

Erst seit Kurzem besteht die Bushaltestelle am Bahnhof im Nidderauer Stadtteil Ostheim. Unterhalb des Bahnhofsgeländes, in einer schmalen Straße und an einer schiefen alten Treppe liegt sie. Nun hat das Stadtparlament beschlossen, den Standort zu überprüfen.

Manch einer ärgert sich über die Lage der Bushaltestelle am Bahnhof in Nidderau-Ostheim. Wie Jan Jakobi (SPD) im Stadtparlament dazu jetzt ausführte, wollen seine Fraktion und die Grünen erreichen, dass dieser Standort in der Ringstraße überprüft wird. Dafür sollen etwaige erforderliche Verhandlungen mit der Bahn geführt werden.

„Bis die Haltestelle am Bahnhof realisiert werden kann, sind wir der Auffassung, dass ein besserer Standort als die Ringstraße gefunden werden soll“, erklärte Jakobi. Dafür müsse die Stadt die Linienbetreiberin, die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG), einbeziehen. Die Ringstraße sei die engste Straße, die in Bahnhofsnähe liegt, fuhr der Sozialdemokrat fort. Durch Anwohner sei bekannt, dass die Busse beim Passieren der Straße Probleme hätten, denn die Fahrbahn knicke an einer Stelle um 90 Grad ab. Dies führe dazu, dass die langen Busse in der engen Kurve teilweise den Bürgersteig überfahren müssten.

Wie die Anwohner geschildert hätten, empfänden sie die Belastung als massiv. „Insgesamt scheinen die Busfahrer Probleme zu haben, den Linienverlauf einzuhalten, weil immer mal wieder festgestellt wurde, dass sie davon abwichen.“

Die Bushaltestelle liegt unmittelbar an einer Treppe, die hoch zum Bahnhofsgelände führt. „Die Verwaltung hat mitgeteilt, dass die Treppe nicht als offizieller Weg diene, da sie im Besitz der Bahn und marode ist.“ Daher könne die Stadt nicht sanieren. Und zudem gewähre die Treppe keinen direkten Zugang zum Bahnhof.

Der offizielle Weg erfolge, indem der Fahrgast die Ringstraße zurückläuft, die Eisenbahnstraße hochgeht und dann zum Bahnhof gelangt. „Es könnte in fußläufiger Distanz zum Bahnhof geeignetere Plätze geben“, unterstrich Jakobi. Als langfristiges Ziel bezeichnete er es, die Bushaltestelle direkt auf dem Bahnhofsgelände zu platzieren.

Hans-Günter Frech (CDU) lobte den Antrag. Dieser zeige die gesamte Problematik der Stadt während der vergangenen Jahre und Monate in punkto Nahverkehrskonzept und dessen Ausbau. „Bereits seit einigen Jahren spricht sich der Ortsbeirat Ostheim für eine vernünftige Busanbindung aus. Dabei wurde auch immer wieder auf das mangelnde Angebot einer Parkmöglichkeit am Bahnhof hingewiesen.“

Auch ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen sei ein Thema. Von einer Lösung sei die Stadt allerdings noch weit entfernt, erklärte Frech. Zu den jetzigen Problemen mit der neuen Bushaltestelle stellten sich viele Fragen, fuhr er fort. Dabei bezog sich Frech auf die Vorgeschichte, deren Ablauf er scharf kritisierte.

Im April habe der Ortsbeirat ausgiebig über die Haltestelle diskutiert und eine gemeinsame Begehung mit der Verwaltung vor Beginn der Bauarbeiten beantragt. Darauf sei keine Antwort erfolgt. Im Juni habe der Ortsbeirat dann erfahren, dass es einen Ortstermin mit KVG, Verkehrsplanungsbüro und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gegeben habe. „Es hieß, man solle die Testphase erst einmal abwarten.“

In der Sitzung des Ortsbeirats vom August nun hätten zahlreiche Anwohner ihre Bedenken vorgetragen. Die städtische Fachbereichsleiterin Katja Adams habe dabei erklärt, dass die Anbindung des Ostheimer Bahnhofs Bestandteil des Verkehrssicherungskonzeptes der Stadt sei. „Und dass der gewählte Standort wegen einer fünfminütigen Taktung der Busse alternativlos sei“, schilderte Frech.

Nach einer langen Debatte habe Ortsvorsteher Klaus Mehrling (SPD) gleichwohl über folgenden Antrag abstimmen lassen: „Einrichtung der Haltestelle direkt am Bahnhof, sowie eine Überprüfung von drei Varianten für die Übergangszeit.“ Schriftliche Antworten lägen allerdings immer noch nicht vor, wie Frech bemängelte. Er forderte, dass endlich gehandelt und auch geklärt wird, wer die Bauaktivitäten in Auftrag gegeben habe.

„Wie hoch waren die kompletten Kosten für diese Anlage? Hat es eine Kostenteilung gegeben? Oder muss die Stadt es alleine tragen?“ Ferner verlangte er, Schilder mit der Aufschrift „Achtung Gefahr“ und „Bahngelände, Benutzung auf eigene Gefahr“ aufzustellen. Und zwar an der Treppe und dem nicht zugelassenen Holzsteg der Bahn.

Wie Anette Abel (FWG) betonte, unterstütze ihre Fraktion den Antrag aus voller Überzeugung. Sie kritisierte, dass die Vorschläge des Ortsbeirates weder berücksichtigt worden seien, noch das Parlament über das Prozedere informiert wurde. Die FWG bitte daher, die Ortsbeiräte bei allen Belangen, die sie betreffen, künftig zu beteiligen. Einstimmig beschloss das Stadtparlament den Antrag.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare