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Die Stadt Nidderau will in den kommenden Wochen einen Waldkindergarten auf den Weg bringen.

Planungen werden konkret

Waldkindergarten in Nidderau soll im Frühjahr 2019 öffnen

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Im Matsch toben, mit Ästen Tipis bauen, Amsel und Fink unterscheiden lernen – das sollen bald auch kleine Nidderauer können. Die Stadt will einen Wald- und Naturkindergarten einrichten. In den nächsten Wochen starten erste Gespräche.

In vielen Städten in der Region gibt es sie schon, nun soll auch Nidderau einen bekommen: einen Wald- und Naturkindergarten. Nachdem das Rathaus in der vergangenen Woche noch klärte, wie groß das Interesse der Eltern ist, deutet sich nun bereits an: Schon 2019 könnte das neue Betreuungsangebot an den Start gehen.

Das gab nun der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) auf Anfrage bekannt. Demnach hätten bislang rund zwei Dutzend Eltern gesagt, sie könnten sich einen solchen Kita-Platz für ihren Nachwuchs vorstellen – genug, um das Projekt ernsthaft in Angriff zu nehmen. Ziel sei es nun, den Waldkindergarten im Frühjahr zu eröffnen.

Noch befindet sich die Stadt aber in einer frühen Phase der Planung. Sie sucht einen möglichen Standort für die Wald-Kita. Als erstes bräuchten Kinder, Eltern und Erzieher nämlich eine Anlaufstelle, zu der die Kleinen gebracht und von wo sie wieder abgeholt werden können, so Vogel.

Feste Räume, wie ein „normaler“ Kindergarten, hat ein Waldkindergarten nämlich nicht – die Gruppen sollen sich die meiste Zeit an der frischen Luft aufhalten. Derzeit klopfe die Stadt deshalb ab, ob man die Liegenschaften des Vogelschutzvereins am Wald mitnutzen könnte, erklärte Vogel.

Außerdem wolle man mit dem Hessenforst und dem Nidderauer Förster darüber sprechen, wo genau sich eine zukünftige Waldkindergarten-Gruppe überhaupt sinnvoll aufhalten könnte.

Ein gemeinnütziger Verein habe bereits angedeutet, den Betrieb der Kita übernehmen zu wollen, hatte die Stadt in der vergangen Woche mitgeteilt. Und die Kosten für Nidderau? Die seien nicht vergleichbar mit denen einer gewöhnlichen Einrichtung, erklärte Vogel. Neben den Personalkosten rechnet er damit, dass für die Anlaufstelle der Kita bis zu 40 000 Euro anfallen könnten, das hätten vergleichbare Projekte anderer Kommunen gezeigt.

„Ein Waldkindergarten ist eine super Sache“, sagte der Stadtrat. „Sie stärken das Immunsystem der Kinder und verbessern ihre Teamfähigkeit.“ Er sieht es als Vorteil, dass die Kitas keine begrenzten Räumlichkeiten mit vorgefertigten Spielzeug hätten, so dass sich die Kindern frei in der Natur entfalten könnten.

Die Initiative zur neuen Kita war einer Forderung der kommunalen Politik entsprungen. Eltern, die jetzt noch ihr Interesse an dem geplanten Waldkindergarten bekunden wollen, können diese beim Fachbereich Soziales unter (0 61 87) 29 91 05 oder per E-Mail an info@nidderau.de tun. Es handelt sich dabei nicht um eine verbindliche Anmeldung.

Aber was ist eigentlich ein Wald- und Naturkindergarten? In der Regel werden dort Kinder zwischen drei und sechs Jahren täglich für rund sechs Stunden betreut. Die Erzieher bieten einen klar strukturierten Tagesablauf mit viel Zeit für selbstorganisiertes Spiel in und mit der Natur – mit entsprechend gezielter Pädagogik.

Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland www-bvnw.de.

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