Hof Buchwald

Wenn das Gemüse selbst gezüchtet wird

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Familie Jüngling aus Eichen pflegt bereits im zweiten Jahr einen Saisongarten auf Hof Buchwald. Wir begleiten die Familie von der Aussaat bis zur Ernte. Sie pflegt gerade eine 80 Quadratmeter große Parzelle: War Ende April zur Übergabe der Saisongärten noch kaum eine Pflanze zu sehen, können nun schon erste Kulturen geerntet werden. Doch auch das Unkraut wächst.

Die Kulturen, die sie dieses Jahr in ihrem Saisongarten auf Hof Buchwald ernten möchte, zählt Clarissa Jüngling auf, ohne Luft zu holen. Sie freut sich auf die Zubereitung von Süßmais, Buschbohnen, Erbsen, Roter Bete, Mangold, Tomaten, Rosenkohl und Kartoffeln. Doch das sind noch längst nicht alle. „Radieschen haben wir bereits geerntet und im Salat verarbeitet, Kohlrabi schon aus der Hand gegessen“, sagt Mama Clarissa, die mit ihrem vierjährigen Sohn Clemens die Reihen inspiziert.

Auch Erbsensalat stand schon auf dem Tisch. Und gemeinsam mit Freunden erntete die Familie Buschbohnen und Kartoffeln. Zwei- bis drei Mal pro Woche, bevorzugt am Wochenende, sucht Clarissa Jüngling ihren Saisongarten auf, um Unkraut zu jäten. Am Wochenende ist sie manchmal schon um 7.15 Uhr auf der Parzelle, um nach dem Rechten zu sehen.

Unterstützt wird sie auch von ihrem Ehemann Bernd, der zusammen mit Clemens die Kartoffelkäfer von den Pflanzen liest. Die kommen in diesem Jahr besonders zahlreich vor. Dazu fällt Clarissa eine weniger schöne Begebenheit mit den Knollen ein. „Eine Reihe Kartoffeln wurde aus einem fremden Beet geklaut“, sagt sie. Sie achte jetzt mehr darauf, wer sich in den Saisongärten aufhält.

Eigentlich sagt sie, wäre es gut, jeden zweiten Tag im Garten zu sein: „Unkräuter wie Vogelmiere und Hirse wachsen schnell. Wenn die Pflanzen noch nicht so hoch sind, kann man sie ausreißen, später benötigt man eine Hacke und viel Kraft“, weiß die Gärtnerin. Doch es gibt auch entspannende Momente: Etwa dann, wenn mit Freunden aus Bad Vilbel beim ersten Kaffee am Feld frisches Gemüse geerntet wird.

Als Hauptgrund, warum Clarissa Gemüse für ihre fünfköpfige Familie nicht im Supermarkt kauft, sondern selbst anbaut und erntet, nennt sie das Wissen um die Herkunft des Saatgutes. „Die Saisongärten tragen zur Vielfältigkeit bei und man weiß, wo das Gemüse herkommt.“ Oft fährt sie mit dem Fahrrad zum Hof und wertet die Mühe und Arbeit als Familienzeit.

Sie selbst isst am liebsten frische Radieschen und Kohlrabi und verrät ein schnelles Rezept für Rote Bete: Sie schält das Wintergemüse, schneidet einen Keil hinein, gibt Pfeffer und viel Salz darüber und Kräuterquark hinein. Dann gibt sie die in Alufolie gepackte Rote Bete für etwa 20 Minuten bei 180 Grad in den Backofen.

Clarissa Jüngling liebt die große Bandbreite der Kulturen auf der Fläche. Nur Karotten wüchsen leider nicht. Auch der Anbau der aus Afrika stammenden Nutzpflanze Wassermelone ist ihr nicht gelungen. „Wir haben sie aus Versehen ausgehackt“, sagt sie.

Doch im Lauf der nächsten Wochen gibt es noch viel zu ernten. Bohnen und Mangold friert Clarissa teils nach dem Blanchieren ein. Dann lohnt sich die Arbeit auch: Drei bis vier Stunden wöchentlich wendet sie zum Jäten des Unkrauts auf. Das ist wichtig: „Im ersten Jahr habe ich Rote Bete und Zucchini unter der Hirse suchen müssen.“

Während der Gartenarbeit genießt sie es, an der frischen Luft zu sein. Der Natur fühlt sie sich verbunden, denn die Jünglings betreiben selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb. „Seit 1. Juli haben wir auf Bio-Landwirtschaft umgestellt und arbeiten im Einklang mit der Natur“, sagt Clarissa Jüngling.

Demnächst sollen in Eichen Winterackerbohne, Gerste, Weizen, Soja und Rotklee angebaut werden. Während sie erzählt, weist sie Clemens an, einen Salatkopf abzuschneiden und Kohlrabi aus der Erde zu ziehen. Der Salat dient als Ergänzung zu Bratwurst und Kartoffeln, die es am Abend zu essen gibt.

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